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Was Sie ĂŒber ein Sabbatical wissen mĂŒssen

Von dpa
Aktualisiert am 18.01.2022Lesedauer: 3 Min.
Mal was anderes als das BĂŒro sehen und sich neu orientieren - ein Sabbatjahr macht's möglich.
Mal was anderes als das BĂŒro sehen und sich neu orientieren - ein Sabbatjahr macht's möglich. (Quelle: Florian Sanktjohanser/dpa-tmn./dpa)
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MĂŒnchen (dpa/tmn) - Der Alltag in der Arbeitswelt verursacht mitunter Stress - auch die anstrengende Corona-Zeit macht vieles nicht gerade leichter.

Manche BeschÀftigte möchten einfach mal ihre berufliche Routine durchbrechen und eine lÀngere berufliche Auszeit nehmen. Möglich ist das beispielsweise mit einem Sabbatical.

Wann ist der richtige Zeitpunkt fĂŒr ein Sabbatical?

"Das ist individuell verschieden", sagt Ute Bölke, Karriere-Coach in Wiesbaden. Auslöser fĂŒr den Wunsch nach einer lĂ€ngeren Auszeit im Job können Erschöpfung, ein Burnout oder etwa die Corona-Zeit sein.

Viele wollen mit einem Sabbatical auch ihr Berufsleben ĂŒberdenken und sich neu orientieren - etwa wenn sie viele Jahre in einem Job gearbeitet haben, erklĂ€rt Silvia HĂ€nig, Chefin der Kommunikationsberatung Ikom in MĂŒnchen.

Ein anderes Motiv kann sein, dass sich die eigene Branche strukturell verÀndert. Oder man möchte sich bei einer Fortbildung neues Wissen aneignen.

"Der richtige Zeitpunkt fĂŒr ein Sabbatical hĂ€ngt auch von der wirtschaftlichen Situation des Arbeitgebers ab", so HĂ€nig. Befindet sich ein Unternehmen gerade im Umstrukturierungsprozess, sei es nicht empfehlenswert, den Chef oder die Chefin nach einer Auszeit zu fragen. Auch wenn die Firma neue GeschĂ€ftsfelder entwickelt, sollte man laut HĂ€nig Vorgesetzte besser nicht mit dem Wunsch konfrontieren.

Wie lange dauert in der Regel ein Sabbatical?

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Auch das ist unterschiedlich. Es kann ein ganzes Jahr dauern, aber mitunter sind es auch nur neun, sechs oder drei Monate.

Wie lange im Voraus sollten Arbeitnehmer das planen?

Mindestens sechs Monate, besser ein Jahr im Voraus sollten laut HÀnig BeschÀftigte bei der Unternehmensleitung ihr Anliegen zur Sprache bringen.

So kann die Firma fĂŒr die Dauer des Sabbaticals nach einer Vertretung suchen. "Je grĂ¶ĂŸer das Unternehmen ist, desto eher ist es in der Lage, den personellen Ausfall durch eine berufliche Auszeit zu kompensieren", sagt Bölke.

Wie können BeschÀftigte sich rechtlich absichern?

Eine mehrmonatige Unterbrechung der TĂ€tigkeit mĂŒssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer vertraglich vereinbaren. In dem SchriftstĂŒck sollte auch ein RĂŒckkehranspruch in die alte Position vermerkt werden - falls der oder die BeschĂ€ftigte dies wĂŒnscht. Außerdem sinnvoll: mit dem Arbeitgeber ein Verbot betriebsbedingter KĂŒndigung zu vereinbaren.

Wie lÀuft ein Sabbatical finanziell ab?

"BeschĂ€ftigte können zum Beispiel unbezahlten Sonderurlaub nehmen", so Bölke. Allerdings sind freigestellte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verpflichtet, selbst fĂŒr die Kranken- und Pflegeversicherung aufzukommen. Bei der Renten- und Arbeitslosenversicherung ist es möglich, sich freistellen zu lassen.

Außerdem gibt es die Option, die Zeit fĂŒr das Sabbatical vor- oder nachzuarbeiten. "Der Vorteil hierbei liegt darin, dass weiter Gehalt auf dem Konto landet und zudem der Arbeitgeber oder die Arbeitgeberin weiter die SozialversicherungsbeitrĂ€ge zahlt", erklĂ€rt Bölke. Dabei kommen bereits geleistete Überstunden auf ein Zeitwertkonto.

Zudem können BeschĂ€ftigte sich auch eine Zeit lang ihr Gehalt reduziert auszahlen lassen - oder sich etwa das Weihnachts- und Urlaubsgeld erst spĂ€ter vom Arbeitgeber ĂŒberweisen lassen.

Möglich ist oft auch ein Teilzeitmodell. Dabei arbeiten BeschĂ€ftigte in Vollzeit fĂŒr ein entsprechend niedrigeres Gehalt. Das angesparte Entgelt zahlt der Arbeitgeber dann spĂ€ter in der Freistellungsphase aus. BeschĂ€ftigte sollten das vor Beginn des Sabbaticals vereinbaren.

Wer kann eine solche Auszeit nehmen?

"FrĂŒher war eine Auszeit vom Job etwas fĂŒr dauergestresste Manager auf ihrem weiteren Weg nach oben", sagt HĂ€nig. Dies hat sich inzwischen geĂ€ndert. Ein Sabbatical ist lĂ€ngst kein Privileg mehr fĂŒr Manager und andere FĂŒhrungskrĂ€fte.

"In meiner Beratungspraxis ist bei Akademikerinnen und Akademikern allerdings ein Sabbatical verbreiteter als etwa bei Handwerkerinnen und Handwerkern", rÀumt Bölke ein.

Besteht ein Anspruch auf ein Sabbatical?

Im Öffentlichen Dienst ja, in der Privatwirtschaft zumeist nicht. Es kann aber sein, dass ein Anspruch auf ein Sabbatical in einem Arbeits- oder in einem Tarifvertrag verankert ist.

WofĂŒr dĂŒrfen Arbeitnehmer ihr Sabbatical nutzen?

Hausbau, Weltreise, Fortbildung - möglich ist alles, worauf man Lust hat. BeschĂ€ftigte sind nicht verpflichtet, dem Arbeitgeber zu sagen, was sie wĂ€hrend des Sabbaticals tun. "Aber fĂŒrs betriebliche Miteinander ist es doch gut, wenn man dies mitteilt", so HĂ€nig.

Zudem kann es von Vorteil sein, wenn man den Nutzen des Sabbaticals auch fĂŒr das Unternehmen deutlich macht - vor allem, wenn ein Arbeitgeber nicht in der Pflicht steht, ein Sabbatical zu bewilligen.

Macht sich ein Sabbatical gut im Lebenslauf?

Ja, findet HĂ€nig. Wer ein Sabbatical gemacht hat, zeigt sich selbstbewusst und signalisiert: ich nehme meine Karriereplanung selbst in die Hand. "Vor allem, wenn die GrĂŒnde fĂŒr das Sabbatical plausibel sind, macht sich das gut im Lebenslauf", betont Bölke.

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