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VL-Sparen: Vermögenswirksame Leistungen in einen ETF anlegen

Arbeitgeber zahlt  

So legen Sie vermögenswirksame Leistungen in ETFs an

30.07.2020, 14:05 Uhr
VL-Sparen: Vermögenswirksame Leistungen in einen ETF anlegen. Geldscheine (Symbolbild): Der Arbeitgeber zahlt oft vermögenswirksame Leistungen. (Quelle: imago images/MiS)

Geldscheine (Symbolbild): Der Arbeitgeber zahlt oft vermögenswirksame Leistungen. (Quelle: MiS/imago images)

Wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber sogenannte vermögenswirksame Leistungen zahlt, sollten Sie nicht nein sagen. Angelegt in einen ETF-Sparplan können sich bereits geringe Summen lohnen.

Jeden Monat bis zu 40 Euro zusätzlich bekommen – und dieses Geld ertragreich anlegen: Etwa 20 Millionen Menschen in Deutschland steht diese Möglichkeit zu. Das Prinzip nennt sich "vermögenswirksame Leistungen".

Dabei legt Ihr Arbeitgeber Geld für Sie an, das Sie zusätzlich zum Gehalt bekommen – beispielsweise in einen Bank- oder Fondssparplan. Wenn Sie sich entscheiden können, sollten Sie jedoch einen ETF-Sparplan wählen. Wir zeigen Ihnen, warum sich das lohnen kann und was Sie beim "VL-Sparen" beachten sollten.

Was sind vermögenswirksame Leistungen?

Vermögenswirksame Leistungen, auch VL genannt, können Ihnen beim Vermögensaufbau helfen. Das funktioniert so: Ihr Arbeitgeber zahlt zusätzlich zu Ihrem Gehalt eine bestimmte Summe in einen Banksparplan, Bausparvertrag oder Fondssparplan ein. Meist können Sie mitbestimmen, in welche Anlageform Ihr Arbeitgeber die VL investieren soll.

Ihr Arbeitgeber zahlt maximal 40 Euro pro Monat (oder 480 Euro Im Jahr) ein. Wenn Ihr Arbeitgeber weniger zahlt, können Sie die Zahlung jedoch aufstocken. Das kann sich auch lohnen (siehe unten).

Ein VL-Vertrag läuft normalerweise sieben Jahre. In den ersten sechs Jahren zahlt Ihr Arbeitgeber monatlich für Sie ein, das siebte Jahr ist dann ein sogenanntes Ruhejahr. Erst danach erhalten Sie das angesparte Geld samt der erwirtschafteten Erträge, genannt Renditen, ausbezahlt. Sie können allerdings danach noch weiter Geld einzahlen.

Möglich ist auch, dass Sie zusätzlich zur herkömmlichen VL Geld vom Staat bekommen, die sogenannte Arbeitnehmersparzulage. Dazu muss Ihr zu versteuerndes Einkommen als Single jedoch unter 20.000 Euro im Jahr liegen. In diesem Fall werden bis zu 20 Prozent gefördert, maximal erhalten Sie so 80 Euro im Jahr. Deshalb kann es sich auch lohnen, zusätzlich einzuzahlen – denn so können Sie den maximalen Förderbetrag vom Staat ausschöpfen.

Gibt es ETF-Sparpläne für VL?

Ja. Sie können vermögenswirksame Leistungen auch in einen ETF-Sparplan einzahlen. In diesem Fall legt Ihr Arbeitgeber die VL in einen Indexfonds an, bei dem ein Computeralgorithmus einen Aktienindex wie den Dax nachbildet.

Das Problem: Die meisten Anbieter für VL-Anlageprodukte haben lediglich Fondssparpläne im Angebot. Es gibt lediglich zwei Anbieter, die auch ETF-Sparpläne vertreiben: Finvesto und Comdirect.

Beide Anbieter arbeiten mit der Depotbank Ebase zusammen. Deshalb sind die Konditionen der Anbieter ähnlich:

  • Finvesto: Hier fallen nur Kosten in Höhe von 0,2 Prozent pro Transaktion, also je monatliche, Einzahlungsbetrag, an. Das sind bei 40 Euro im Monat also gerade einmal acht Cent. Zusätzlich kommen Depotgebühren in Höhe von 10 Euro im Jahr dazu.
  • Comdirect: Die Kosten pro Transaktion betragen hier ebenso wie bei Finvesto nur 0,2 Prozent. Die Depotführung ist dagegen teurer als bei Finvesto. Sie kostet 12 Euro im Jahr.

Lohnt sich ein ETF-Sparplan für vermögenswirksame Leistungen?

Ja. Denn Sparpläne in ETFs sind meist günstiger als Fondssparpläne. Schließlich muss bei ETFs kein Fondsmanager bezahlt werden, der das angelegte Geld umschichtet und verwaltet. Im Vergleich zu Banksparplänen sind ETF-Sparpläne deshalb von Vorteil, weil sie einen deutlich höheren Ertrag, genannt Rendite, abwerfen. Der Grund: Die Zinsen seit Jahren niedrig und werden es voraussichtlich noch eine ganze Weile bleiben.

Mit einem ETF-Sparplan können Sie außerdem Ihr Risiko leicht streuen – beispielsweise mit einem ETF, der den Aktienindex MSCI World nachbildet. Dann investiert Ihr Arbeitgeber für Sie in mehr als 1.600 börsennotierte Unternehmen weltweit. Eine breite Streuung gilt als sehr sicher.

Ein Beispiel, wie viel Vermögen Sie über einen VL-ETF-Sparplan erzielen können:
Wir gehen davon aus, dass Sie jährlich den vollen VL-Betrag von 480 Euro einzahlen, die jährliche Rendite des ETFs beträgt im Schnitt sechs Prozent. Nach sechs Jahren haben Sie dann ein Gesamtvermögen von 3.549 Euro erzielt. 2.880 Euro davon haben Sie eingezahlt, 669 Euro sind Erträge.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Finanztip
  • justetf.com
  • extraetf.com
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

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