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Was ist Crowdfunding? Definition und Vergleich

Moderne Finanzierungsmethoden  

Crowdfunding, Crowdlending, Crowdinvesting: Was ist das?

10.06.2016, 12:30 Uhr | tl (CF)

Was ist Crowdfunding? Definition und Vergleich. Crowdfunding basiert auf Spenden von Unterstützern, die für ihren Beitrag meist eine Belohnung erhalten. (Quelle: imago images/blickwinkel)

Crowdfunding basiert auf Spenden von Unterstützern, die für ihren Beitrag meist eine Belohnung erhalten. (Quelle: blickwinkel/imago images)

Die Begriffe Crowdfunding, Crowdlending und Crowdinvesting lassen sich nicht immer klar voneinander abgrenzen. Lesen Sie, was die drei modischen Finanzierungsformen jeweils auszeichnet.

Crowdfunding: Schwarmfinanzierung durch Fans

Das Crowdfunding leitet sich von den englischen Begriffen crowd (Menschenmenge) und funding (Finanzierung) ab. Dabei wird ein Projekt dadurch umgesetzt, dass eine größere Menge von Personen es mit meist frei wählbaren Beträgen finanziell unterstützt. Diese Unterstützer – oft auch Fans oder Backer genannt – erhalten als Gegenleistung ein Dankeschön, das sich nach der Art des Projekts und der Höhe ihres Beitrags richtet. Das kann zum Beispiel ein Exemplar des geförderten Produktes oder eine namentliche Nennung in Buch, Film oder Booklet sein.

Über verschiedene Plattformen finden Projekte und Fans zueinander: Dort präsentieren die Initiatoren ihr Vorhaben und die angebotenen Geschenke. Die Zahlung der Unterstützung wird ebenfalls darüber abgewickelt. Die Plattformen finanzieren sich in der Regel darüber, dass bei erfolgreich finanzierten Projekten eine Provision einbehalten wird. Häufig kommt das "All or nothing"-Prinzip zu Anwendung: Die Fördersumme wird nur ausbezahlt, wenn sie erreicht wird. Andernfalls erhalten die Unterstützer aus dem Schwarm ihr Geld zurück.

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Kickstarter, Indiegogo und Co.: Crowdfunding-Plattformen

Eine der bekanntesten Crowdfunding-Plattformen ist "Kickstarter". Sie stammt ursprünglich aus den USA, ist aber mittlerweile auch in Deutschland aktiv. Gleiches gilt für "Indiegogo". In Deutschland sind zum Beispiel "Startnext" und "VisionBakery" erfolgreich. Diese Plattformen sind für Projekte aus verschiedenen Bereichen offen. Es gibt aber auch Portale, die sich auf eine bestimmte Art von Projekten spezialisiert haben. So finden sich auf "crowdfunding.correctiv.org" journalistische Projekte, "Sciencestarter" bietet Vorhaben aus der Wissenschaft und auf "Musicstarter" können Fans Solokünstler und Bands bei der Finanzierung einer CD unterstützen.

Crowdlending: Privatkredit von der Crowd

Beim Crowdlending (auch Lending-Based Crowdfunding) wird der Schwarm zum Kreditgeber und verleiht Geld an bestimmte Projekte. Die Initiatoren müssen eine monatliche Rückzahlung leisten, in der Regel bestehend aus Zins und Tilgung, wobei auch zinslose Darlehen möglich sind. Es handelt sich also um Privatkredite, die über Onlineplattformen vermittelt werden.

Sowohl Unternehmen als auch Privatpersonen können sich über Crowdlending Geld leihen, um relativ unkompliziert Kapital für geplante Projekte zu erhalten. Die Investoren können selbst entscheiden, wie hoch ihr Anteil am Gesamtbetrag des Darlehens sein soll. Crowdlending ist vor allem für Personen interessant, die aufgrund geringer Bonität bei einer Bank nur schwer einen Kredit erhalten würden. Deshalb erhalten die Kreditgeber dort vergleichsweise hohe Zinsen, müssen aber auch ein gewisses Ausfallrisiko einkalkulieren.

Plattformen für Crowdlending

Crowdlending-Plattformen finanzieren sich über eine einmalig erhobene Vermittlungsgebühr. Potenzielle Kreditgeber können dort die wichtigsten Informationen zur Bonität des Kreditnehmers einsehen. Bekannte Plattformen sind zum Beispiel "Lendico" und "Auxmoney", wobei Letztere nur Kredite an Privatpersonen vermittelt. Auf "leihdeinerstadtgeld.de" können Bürger ihrer Stadt einen Kredit geben, mit der die Gemeinde bestimmte Projekte finanzieren kann. So können die Einwohner direkt entscheiden, welches Projekt sie für unterstützenswert halten und nehmen im Idealfall am Ende noch eine Rendite mit.

Crowdinvesting: Die Unterstützer als Investoren

Crowdinvesting ist eine deutsche Wortschöpfung, der Begriff existiert in anderen Ländern nicht. Das Prinzip ist aber unter dem Begriff Equity-Based Crowdfunding international verbreitet. Dabei versuchen Start-ups und Unternehmen, finanzielle Unterstützung für ihre Gründung oder Weiterentwicklung zu finden. Die Unterstützer sind hier keine Fans, sondern eher Investoren, die Anteile am Projekt des Initiators erhalten, zum Beispiel einen vereinbarten Anteil am erwarteten Gewinn. Auf diese Weise können auch Privatleute mit relativ kleinen Summen in ein Unternehmen investieren, das ihnen vielversprechend erscheint. Beim Crowdinvesting können Unterstützer eine hohe Rendite erzielen – ebenso können sie aber Verluste machen, wenn das Start-up oder Projekt nicht erfolgreich ist. Wie beim Crowdfunding gibt es in der Regel einen Mindestbetrag, der erreicht werden muss, damit das Projekt die Summe erhält und starten kann.

Crowdinvesting-Plattformen

Die Crowdinvesting-Plattformen unterscheiden sich vor allem durch die Mindestsumme der Investition. Hier sind die bekanntesten Anbieter im Überblick:

PlattformMindestinvestition
Innovestment500€
Seedmatch250€
Companisto5€
Fundsters1€

Die bekannteste dieser Plattformen ist in Deutschland "Seedmatch". Auch die Crowdinvesting-Anbieter finanzieren sich über Provisionen, die bei erfolgreicher Finanzierung einbehalten werden. Möchten Sie mit dem Crowdfunding, Crowdinvesting oder Crowdlending beginnen, informieren Sie sich ausführlich bei dem jeweiligen Anbieter Ihrer Wahl.

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