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Ernährung bei Rosazea: Entzündungshemmend – das sollten Betroffene wissen


Ernährung bei Rosazea – das sollten Betroffene wissen

Von Lydia Klöckner

Aktualisiert am 09.09.2022Lesedauer: 3 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Ein Mann schreibt etwas in ein Notizbuch.
Ein Tagebuch kann Menschen mit Rosazea dabei helfen, eine für sie zuträgliche Ernährung zu finden. (Quelle: KucherAV/Getty Images)
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Eine Anti-Rosazea-Diät gibt es nicht. Die Ernährung kann aber dazu beitragen, die Symptome der Hautkrankheit in den Griff zu bekommen. Wir erklären, wie.

Eine Rosazea (auch Rosacea) äußert sich durch schubweise aufflammende Entzündungen der Gesichtshaut, sogenannte Flushs. Lindern lassen sich diese durch eine gezielte Behandlung mit Medikamenten. Die Betroffenen können aber auch selbst einiges tun, um ihre Haut vor neuen Entzündungsschüben zu schützen. Auch die Ernährung scheint dabei eine Rolle zu spielen.

Deren genauer Einfluss ist zwar noch nicht mit Gewissheit geklärt. Erst recht gibt es keine Ernährungsweise, mit der sich die Rosazea ein für alle Mal unter Kontrolle bringen ließe. Befragungen mit Erkrankten zeigen aber, dass viele von ihnen gewisse Speisen und Getränke als sogenannte Trigger empfinden, weil diese bei ihnen neue Schübe auslösen, beziehungsweise bestehende Beschwerden verschlimmern.

In einer Befragung von rund 1.000 Betroffenen nannte etwa die Hälfte Alkohol und scharfe Speisen als Trigger. Ungefähr ein Drittel gab heiße Getränke an. Vermutlich sind diese Lebensmittel bei Rosazea kritisch, weil sie die Durchblutung anregen, was die Gesichtsrötung fördert.

Daneben gibt es noch eine Reihe weiterer Lebensmittel, die möglicherweise als Rosazea-Trigger wirken können, zum Beispiel mariniertes Fleisch, Milchprodukte, Zitrusfrüchte und Tomaten. Laut der Befragung sind sie aber nur für eine Minderheit der Erkrankten problematisch. Zudem widersprechen sie zum Teil Ergebnissen anderer Untersuchungen, nach denen etwa Milchprodukte womöglich einen günstigen Einfluss auf die Erkrankung haben.

Allzu fette Ernährung eventuell unzuträglich

Eine Studie mit Rosazeapatientinnen und -patienten in China ergab, dass Erkrankte, die sich fettreich ernähren, zu stärkeren Beschwerden neigen als Betroffene, die weniger Fett zu sich nehmen.

Nach Ansicht der Forschenden hängt das unter anderem mit der Zusammensetzung der Hautbarriere zusammen, welche sich durch eine fetthaltige Kost verändert. Sie vermuten, dass die fettreiche Ernährung die Hautbarriere beeinträchtigt, was die Haut empfindlicher gegenüber Reizen werden lässt. Diese erhöhte Empfindlichkeit könnte wiederum Rosazeaschübe begünstigen.

Die Befunde sind aber allenfalls als Hinweise zu verstehen, welche in weiteren Untersuchungen überprüft werden sollten. Dabei müsste auch geklärt werden, inwieweit ethnische Unterschiede eine Rolle spielen. Denn die Wirkung und Verträglichkeit gewisser Ernährungsformen kann sich zwischen Menschen verschiedener Ethnien stark unterscheiden.

Ernährung umstellen wegen Rosazea?

Wer an Rosazea erkrankt ist, kann über eine Umstellung der Ernährung eventuell dafür sorgen, dass die Schübe seltener auftreten oder schwächer ausgeprägt sind. Der Verzicht auf bestimmte Lebensmittel geht aber oftmals mit Mühe einher. Handelt es sich um Lieblingsspeisen und -getränke, kann die Lebensqualität darunter leiden.

Somit ergibt es wenig Sinn, alle erwähnten Lebensmittel rigoros vom Speiseplan zu streichen. Stattdessen sollten Betroffene zunächst genau auf sich und ihre individuellen Trigger achten. Helfen kann dabei ein Tagebuch, in dem sie notieren,

  • was sie jeweils gegessen und getrunken haben und
  • wie stark ihre Hautbeschwerden waren.

Darüber hinaus sollten die Erkrankten darin auch andere Einflüsse festhalten, denen sie ausgesetzt waren. Beispielsweise Stress, sehr kalter Luft oder bestimmte Pflegeprodukte. Denn auch diese Faktoren können die Rosazea beeinflussen.

Tipp

Vorlagen für ein Rosazeatagebuch gibt es auf verschiedenen Seiten im Internet zum Herunterladen und Ausdrucken, beispielsweise auf gesundheitsinformation.de.

Im besten Fall ergeben sich aus den Einträgen nach einigen Wochen auffällige Zusammenhänge zwischen bestimmten Einflüssen und dem Ausmaß der Symptome. Diese Faktoren gilt es dann probeweise zu vermeiden. Wenn sich die Beschwerden dadurch bessern, ist ein langfristiger Verzicht hilfreich. Für den Verzicht auf andere Lebensmittel hingegen besteht kein Grund.

Entzündungen lindern mit der Ernährung?

Manche Ratgeberbücher und Gesundheitsportale raten bei Rosazea und anderen entzündlichen Erkrankungen zu einer "entzündungshemmenden Ernährung". Dabei steht zum einen der Verzicht auf potenziell entzündungsfördernde Nahrungsmittel im Vordergrund, beispielsweise Zucker und Fleisch. Zum anderen werden Nahrungsmittel empfohlen, die entzündungshemmende Stoffe enthalten. Etwa Fisch, Leinsamen und Nüsse, welche reich an Omega-3-Fettsäuren sind.

Diese Tipps sind nicht aus der Luft gegriffen. Tatsächlich legen einige Studien nahe, dass Fleisch und Zucker im Körper Entzündungen begünstigen. Auch für eine antientzündliche Wirkung der Omega-3-Fettsäuren gibt es wissenschaftliche Anhaltspunkte. Die bisherigen Erkenntnisse reichen aber bei Weitem nicht aus, um daraus eine klare Empfehlung ableiten zu können. Ob und inwieweit eine bestimmte Kost die mit Rosazea verbundenen Entzündungen lindern kann, wurde bislang nicht untersucht und ist somit unklar.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Online-Informationen von AMBOSS: www.amboss.com (Abrufdatum: 8.9.2022)
  • Online-Informationen von Deximed: deximed.de (Abrufdatum: 8.9.2022)
  • Online-Informationen der National Rosacea Society: www.rosacea.org (Abrufdatum: 8.9.2022)
  • Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Abrufdatum: 8.9.2022)
  • Leitlinien der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft: "Rosazea". AWMF-Leitlinien-Register Nr. 013/065 (Stand: Januar 2022)
  • Searle, T., et al.: "Rosacea and Diet: What is New in 2021?" The Journal of Clinical and Aesthetic Dermatology, Vol. 14, Iss. 12, pp. 49-54 (Dezember 2021)
  • Yuan, X., et al.: "Relationship between rosacea and dietary factors: A multicenter retrospective case-control survey". The Journal of Dermatology, Vol. 46, Iss. 3, pp. 219-225 (März 2019)
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