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Demenz: Übergewicht erhöht das Risiko einer Alzheimer-Demenz

Risikofaktor für Demenz  

Übergewicht gefährdet das Gehirn

14.03.2019, 11:05 Uhr | ag, t-online.de

Demenz: Übergewicht erhöht das Risiko einer Alzheimer-Demenz. Übergewicht ist ein Risikofaktor für viele Krankheiten, unter anderem auch für Demenz.  (Quelle: Getty Images/sanchairat)

Übergewicht ist ein Risikofaktor für viele Krankheiten, unter anderem auch für Demenz. (Quelle: sanchairat/Getty Images)

Übergewicht ist ein Risikofaktor für viele Krankheiten, unter anderem auch für Demenz. Entscheidend dabei ist auch, an welcher Körperzone sich das Fett ansammelt.

Laut einem internationalen Forscherteam um Gill Livingston vom University College London, das seine Ergebnisse 2017 im Fachmagazin "The Lancet" veröffentlichte, könnte ein Drittel aller Demenzfälle verhindert werden, wenn bestimmte Risikofaktoren der Krankheit vermieden werden könnten. Einer davon sei Übergewicht in mittlerem Lebensalter zwischen 30 und 60 Jahren.

Als übergewichtig gilt, wer einen sogenannten Body-Mass-Index (BMI) von 25 bis 30 hat – so die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Dieser Kennwert wird berechnet, indem das Körpergewicht durch das Quadrat der Körpergröße in Meter geteilt wird. Bei einem BMI von mehr als 30 spricht man von Fettleibigkeit (Adipositas).

Übergewicht: Dicke riskieren Demenz

Bereits 2008 hatten US-Wissenschaftler im Rahmen einer Langzeitstudie des Kaiser-Permanente-Instituts überraschende Zusammenhänge zwischen Bauchumfang und geistigem Abbau entdeckt. Je dicker der Bauch, desto größer sei das Demenz-Risiko, schreiben die Forscher im Fachmagazon "Neurology".

Bei Menschen, die generell übergewichtig seien, aber keinen ausgeprägt dicken Bauch hätten, sei das Risiko, an Demenz zu erkranken, 80 Prozent höher als bei Normalgewichtigen. Bei Dickbäuchigen mit einem hohen Körperfettanteil in der Körpermitte erhöhe es sich auf 230 Prozent, bei Menschen mit besonders mächtigen Bäuchen sogar auf 360 Prozent.

Der Studie lagen Daten von 6.500 Menschen im Alter zwischen 40 und 45 Jahren zugrunde. Deren Bauchfett war 36 Jahre zuvor erstmals gemessen worden und wurde mit den aktuellen Daten verglichen. 

Ursachen noch nicht ausreichend geklärt

"Wo ein Mensch sein Fett trägt, scheint insbesondere in den mittleren Altersgruppen ein wichtiger Indikator für die Einschätzung des Demenz-Risikos zu sein", erklärt die Studienautorin Rachel Whitmer. Eine wissenschaftliche Erklärung konnte die Studie allerdings nicht liefern.

Die Forscher vermuten jedoch, dass die Ursachen in den Stoffwechselaktiväten des Bauchfetts liegen, die sich wiederum auf die Funktionen des Gehirns auswirken. Um das Phänomen wissenschaftlich zu erklären, seien jedoch weitere Untersuchungen nötig.

Unterschied zwischen Demenz und Alzheimer: Demenz ist der Oberbegriff für Krankheiten, die mit  Gedächtnisproblemen und dem Verlust der geistigen Funktionen wie Denken, Erinnern und Orientierung einhergehen. Alzheimer stellt eine spezielle Form der Demenz dar. Sie ist die häufigste Form, denn rund 60 Prozent aller Demenzerkrankungen werden durch die Alzheimer-Demenz hervorgerufen. Weitere Demenzformen sind unter anderem:  Vaskuläre Demenz , frontotemporale Demenz (veraltet: Morbus Pick) und die Lewy-Körper-Demenz (LBD)

Was Bauchfett im Körper anrichtet

Dass Bauchfett, von Medizinern auch als viszerales Bauchfett bezeichnet, vielerlei Schäden im Körper anrichten kann, ist bekannt. Es sitzt im Bauchraum und umschließt die inneren Organe, darunter Leber und Darm. Es ist stoffwechselaktiv und bildet mehr als 200 Botenstoffe. Viszerales Bauchfett gilt als das größte Drüsenorgan im Körper. Es setzt unter anderem Fettsäuren frei, bildet entzündungsfördernde Botenstoffe und schüttet Hormone aus.

Je mehr von dem aktiven Gewebe vorhanden ist, desto größer ist das Risiko, dass die Blutfettwerte negativ beeinflusst werden, der Blutdruck steigt und der Blutzuckerspiegel aus dem Takt gerät.

Übergewicht: So dick sind die Deutschen 

Auch in Deutschland gibt es immer mehr Übergewichtige: Mehr als ein Drittel der Frauen (37 Prozent) und über die Hälfte der Männer (59 Prozent) bringen laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zu viele Pfunde auf die Waage, besorgniserregend ist der Anstieg von Adipositas (Fettleibigkeit). Hauptursache für die Entwicklung sind vor allem falsche Ernährung und mangelhafte Bewegung.

Von 1999 bis 2013 nahm der Anteil von Adipositas bei Männer um 40 Prozent und bei Frauen um 24,2 Prozent zu. Übergewicht stieg im gleichen Zeitraum bei den Männern um 8,3 Prozent und bei den Frauen um 4,5 Prozent an.

Verwendete Quellen:
  • The Lancet
  • Neurology
  • Deutsche Alzheimer Gesellschaft
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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