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Blähungen - einfache Hausmittel können helfen: Was tun bei Flatulenz?

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Tee, Wärmeflasche und Co.  

Hausmittel: Tipps gegen lästige Blähungen

19.03.2018, 09:42 Uhr | sc (CF), slk, t-online.de

Blähungen - einfache Hausmittel können helfen: Was tun bei Flatulenz?. Eine Wärmeflasche beruhigt den Darm und kann so bei Blähungen helfen. (Quelle: imago/Christian Ohde)

Eine Wärmeflasche beruhigt den Darm und kann so bei Blähungen helfen. (Quelle: Christian Ohde/imago)

Blähungen sind zwar meist harmlos, aber sehr unangenehm. Zahlreiche Hausmittel können glücklicherweise bei diesem Problem helfen. Mit ein paar Tipps lassen sich Blähungen sogar vorbeugen.

Laut Studien haben 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung regelmäßige Blähungen. In den meisten Fällen sind sie auch kein Grund zur Besorgnis – und gerade nach einem üppigen Essen völlig normal. Das wusste auch der Reformator Martin Luther. Ihm werden folgende berühmte Worte zugeschrieben: "Warum rülpset und furzet ihr nicht? Oder hat es euch nicht geschmecket?" Doch heutzutage spricht keiner wirklich gerne über die "Flatulenzen", wie sie im Fachjargon auch genannt werden. Dabei ist es eine rein natürliche Reaktion des Körpers, den Druck im Bauch herauszulassen. Laut Experten gelten Blähungen als unnatürlich, wenn sie mehr als 20 Mal am Tag auftauchen und dem Körper Schmerzen bereiten. Viele greifen dann voreilig zu Medikamenten aus der Apotheke – dabei kann man gegen die Flatulenzen mit einfachen Hausmitteln oft selbst vorgehen.

Tee: Pflanzliches Hausmittel gegen Blähungen

Die Liste von Hausmitteln, die gegen Blähungen helfen sollen, ist lang. Oft sind es ganz einfache Mittel und Methoden, an die man zunächst nicht denkt. So kann beispielsweise allein heißes Wasser mit ein paar Tropfen Apfelessig oder Zitronensaft Abhilfe gegen harmlose Blähungen schaffen. Außerdem stellt die Natur einen breiten Fundus an pflanzlichen Mitteln zur Verfügung, die bei zu viel Luft im Darm Linderung schaffen können – als besonders wirksam gegen Blähungen und Völlegefühl gelten folgende Heilpflanzen:

  • Anis
  • Kümmel
  • Fenchelsamen
  • Gelbwurz (Kurkuma)
  • Pfefferminze
  • Kamille
  • Gewürznelken
  • Löwenzahn
  • Dillsamen
  • Ingwer

All diese Heilkräuter enthalten ätherische Öle, die dafür bekannt sind, bei Magen-Darm-Problemen Abhilfe zu leisten. Sie wirken verdauungsanregend und entkrampfend. Am besten nehmen Sie die Kräuter als Tee zu sich. Dafür können Sie entweder zu bereits fertigen Mischungen in Teebeuteln greifen oder frische Samen, Blätter und Früchte der Pflanzen mit einem Mörser zerkleinert in ein Teesieb geben. Ein Teelöffel reicht meist aus.

So können Sie sich auch eine eigene Teemischung aus den verschiedenen Gewürzen herstellen. Auf diese Weise gelingt es auch, den Geschmack von Kümmel zu überdecken, den nicht jeder mag. Der Tee sollte dann etwa zehn Minuten ziehen – trinken Sie etwa drei Tassen verteilt über den Tag, idealerweise nach jeder Mahlzeit.

Weitere Hausmittel, die gegen Blähungen helfen:

  • Aktivkohle: Die Kohle wirkt entgiftend und hilft, Schadstoffe aus dem Körper zu befördern. Sie reduziert außerdem die Bildung neuer Gase und kann in Kapselform eingenommen werden.
  • Mineral- und Heilerde: Ähnlich wie Aktivkohle binden Mineral- und Heilerde Giftstoffe und somit auch Gase im Körper. Sie sind in Kapsel- oder Pulverform im Handel erhältlich.
  • Flohsamen: Mit ihren Schleimstoffen haben Flohsamen eine verdauungsfördernde Wirkung. Sie binden im Darm Wasser, quellen dort auf und vergrößern so den Darminhalt. Geben Sie einen Teelöffel Flohsamenpulver auf 100 Milliliter Wasser. Mehr als ein Glas am Tag sollte allerdings nicht getrunken werden, denn zu viele Ballaststoffe können kontraproduktiv wirken.
  • Küchenkräuter und Gewürze: Petersilie, Koriander, Knoblauch, Zimt, Majoran und Kurkuma sind nicht nur lecker, sondern helfen auch die Verdauung auf Vordermann zu bringen. Sie wirken außerdem vorbeugend auf Blähungen und verhindern die Bildung von Darmgasen.

Was hilft bei Blähungen? Schnelle Hilfe und Tipps

Zusätzlich zu den Hausmitteln können Sie weitere Maßnahmen ergreifen, die gegen das Unwohlsein bei Blähungen helfen:

  • Bauchmassagen gegen Blähungen: Sind die Beschwerden harmlos, kann eine einfache Bauchmassage schon viel bewirken. Die Massage entspannt und entkrampft nicht nur den Bauch, sondern bringt auch die Verdauung in Schwung. Dazu streicheln Sie den Bauch kreisförmig und mit leichtem Druck im Uhrzeigersinn. Die Wirksamkeit kann gesteigert werden, wenn Sie dafür Fenchel- oder Kümmelöl zur Hilfe nehmen. 
  • Entschäumer-Präparate mit den Wirkstoffen Dimeticon oder Simeticon: Bei akuten Notfällen, wie etwa bei einem wichtigen Termin, helfen Entschäumer aus der Apotheke, die zumindest kurzfristig Abhilfe gegen Blähungen schaffen. Diese werden in Form von Kautabletten eingenommen. Lassen Sie sich vorher vom Apotheker beraten, welche Dosis die richtige ist – außerdem lohnt es sich, einen Blick auf den Beipackzettel zu werfen.
  • Warme Wickel oder eine Wärmflasche sind weitere Tipps um den Verdauungstrakt zu beruhigen. Diese wärmenden Hilfsmittel entkrampfen den Darm und lassen die Gase wieder frei.
  • Auch Bewegung ist förderlich gegen die Luft im Bauch. Machen Sie nach jeder Mahlzeit einen Verdauungsspaziergang um den Häuserblock oder eine Runde im Park.

Wie Blähungen entstehen

Menschen schlucken reichlich Luft in Alltag, sei es beim Atmen, Sprechen oder Essen. Die Luft wird in der Regel größenteils durch den Mund wieder ausgeschieden, der Rest wandert in den Darm. Die dort angesiedelten Bakterien produzieren beim Verdauen Wasserstoff, Stickstoff, Kohlendioxid und Methan. Auf diese Gase prallt die Luft, das Gemisch wirbelt durch den Darm und will nach draußen – als Pups. 

Die Gase sollten auch freigelassen werden und lieber nicht unterdrückt werden: Je mehr Luft sich im Darm ansammelt, desto größer wird der Dehnungsreiz. Hält man die Gase zu lange zurück, können unter anderem ein drückender, schmerzhafter Blähbauch (Meteorismus) oder das Roemheld-Syndrom die Folgen sein.

Im Prinzip sind Darmwinde also harmlos und lediglich ein Zeichen dafür, dass der Darm arbeitet. Von Blähungen oder Flatulenz spricht man erst dann, wenn sich zu viel Luft im Bauch befindet, die über den Darmausgang (After) entweicht. 

Das Roemheld-Syndrom: Das Syndrom, das nach dem Internisten Ludwig von Roemheld benannt ist, bezeichnet Herzbeschwerden, die durch die übermäßige Gasbildung im Dickdarm auslöst werden. Dabei drücken die Gase das Zwerchfell nach oben, das wiederrum Druck auf das Herz ausübt.

Ursachen von Blähungen

Aber wie gelangt überhaupt die überschüssige Luft in den Bauch und wie bildet sich übermäßig viel Gas im Darm? Für Blähungen gibt es verschiedene Ursachen, die meist harmlos sind:

  • Aerophagie: Von diesem Phänomen spricht man, wenn unabsichtlich mehr Luft geschluckt wird als notwendig. Nervosität, hastiges Essen oder übermäßiges Rauchen sind häufige Gründe dafür.
  • Ballaststoffe in zu großen Mengen: Ballaststoffe sind zwar gesund, aber auch nur in Maßen. Ist der Körper an keine große Menge von Ballaststoffen gewöhnt, können sie den Darm überfordern und der Körper mit Blähungen darauf reagieren. 
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Intoleranzen wie Laktoseintoleranz oder Fruktoseintoleranz können ebenfalls Gründe für häufige Flatulenzen sein. Auf diese Unverträglichkeiten können Sie sich beim Arzt testen lassen.  
  • Außerdem führen Lebensmittel mit Zuckeraustauschstoffen wie Sorbit, Mannit oder Xylit zu Blähungen, da der Dünndarm sie nur langsam und unvollständig aufnimmt. Kommen sie unverändert im Dickdarm an, gären sie dort und bilden dadurch Gase. Zu den Zuckeraustauschstoffen gehören beispielsweise Obst, Diätprodukte oder Süßungsmittel.
  • blähende Lebensmittel: Bei einem besonders empfindlichen Darm können schon die alltäglichsten Lebensmittel zu Verdauungsproblemen, Blähungen und einem Blähbauch führen. Zu den blähenden Lebensmitteln gehören unter anderem Hülsenfrüchte, Kohlgemüsesorten, Rohkost im Allgemeinen, scharfes Essen und unverdauliche Kohlenhydrate.
  • Gestörte Darmflora: Möglich ist auch, dass die Darmflora gestört ist. Das kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Antibiotika eingenommen werden müssen. In einem solchen Fall sind die Billionen von Bakterien im Darm aus ihrem natürlichen Gleichgewicht geraten. Isst jemand dann etwas Blähendes, wirbelt es das Gefüge der Darmbakterien durcheinander. Dies führt dann zu einer übermäßigen Gasbildung, der man mit Probiotika gegensteuern kann.

Blähungen nach dem Essen: Blähende Lebensmittel

Blähungen nach dem Essen: Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen könnten Schuld an den Blähungen sein. (Quelle: Getty Images/peangdao)Blähungen nach dem Essen: Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen könnten Schuld an den Blähungen sein. (Quelle: peangdao/Getty Images)

In den meisten Fällen entstehen Blähungen durch blähende Lebensmittel. Folgende sind allgemein bekannt für ihre blähende Wirkung:

LebensmittelgruppeBeispiele
Backwarenfrisches Brot, Hefegebäck 
Gemüse Spargel, Kohl, Zwiebeln, Pilze, Paprika, Gurken, Rettich, Knoblauch, Lauch
ObstTrockenobst, Steinobst (z.B. Kirschen, Zwetschgen, Mirabellen und Pfirsiche), Zitrusfrüchte
FleischEnte, Gans
WurstMett- und Teewurst, Salami
FischRäucherfisch, Hering, Aal, Lachs, Sardinen
KartoffelprodukteBratkartoffeln, Pommes Frites, Kroketten, Kartoffelpuffer
Milchproduktefettiger Käse, Vollmilch, Sahne
GetränkeFruchtsäfte, kohlensäurehaltige Getränke, Alkohol, Kaffee, schwarzer Tee
HülsenfrüchteErbsen, Bohnen, Linsen

Doch nicht bei jedem Menschen lösen die oben genannten Lebensmittel zwangsläufig Blähungen aus, denn jeder Körper hat eine ganz eigene Zusammensetzung von Darmbakterien (Darmflora) und verträgt deshalb bestimmte Nahrungsmittel mehr oder weniger gut. Auch die Intensität und Häufigkeit der Blähungen hängt von der individuellen Darmflora und der Verdauung ab.

Krankheiten als Ursachen von Blähungen

Seltener kommen als weitere Ursachen von Blähungen sowohl kurzfristige als auch schwerwiegende Krankheiten in Frage. Folgende Erkrankungen werden mit ständigen Blähungen verbunden:

  • Magen-Darm-Virus
  • Reizdarmsyndrom (RDS)
  • Chronische Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa
  • Magenschleimhautentzündung, Bauchspeicheldrüsenentzündung
  • Diabetes
  • Herzschwäche
  • Dickdarmtumor

Blähungen vorbeugen: Umstellung von Gewohnheiten

Gegen Blähungen, die durch Stress verursacht werden, können Entspannungstechniken helfen. (Quelle: Getty Images/LightFieldStudios)Gegen Blähungen, die durch Stress verursacht werden, können Entspannungstechniken helfen. (Quelle: LightFieldStudios/Getty Images)

Liegen keine Vorerkrankungen vor, die eine ständige Flatulenz begünstigen, ist es recht einfach, Blähungen vorzubeugen. Folgende Maßnahmen helfen, Blähungen langfristig zu vermeiden:

  • Führen Sie ein Ernährungstagebuch, in dem Sie täglich dokumentieren, welche Speisen Sie zu sich genommen haben und wie es Ihnen dabei erging. Sollte eine Lebensmittelunverträglichkeit bei Ihnen vorliegen, hilft es dem Arzt dadurch, eine genaue Diagnose zu stellen.
  • Als langfristige Maßnahme können Sie zusätzlich Ihre Ernährung umstellen. Dafür sollten Sie sich einen auf Sie zugeschnittenen Speiseplan aufstellen. Wichtig ist dabei, langsam zu essen und gründlich zu kauen, damit Sie nicht zu viel Luft beim Essen schlucken. Blähende Speisen und hastiges Essverhalten sollten unbedingt vermieden werden. 
  • Auch durch eine Lebensstilumstellung können Sie Blähungen vorbeugen. Es ist schon lange bekannt, dass die Psyche einen großen Einfluss auf den Darm hat – so führen Stress und Aufregung bei einigen Menschen häufig zu Blähungen oder Durchfall, andere neigen eher zu Verstopfungen, je nach individueller Verdauung. Auch Menschen, die an Nervosität oder Angstzuständen leiden, schlucken vermehrt Luft, außerdem auch Raucher. So sollten Sie versuchen, Stress zu vermeiden oder ihm zumindest mit Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation entgegenzuwirken. Ebenfalls ist es ratsam, das Rauchen aufzugeben.

Diagnose: Was der Arzt macht

Wenn Hausmittel gegen die Blähungen nicht helfen, sollten Sie lieber einen Arzt aufsuchen. (Quelle: dpa/Hauke-Christian Dittrich)Wenn Hausmittel gegen die Blähungen nicht helfen, sollten Sie lieber einen Arzt aufsuchen. (Quelle: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Blähungen sind in den meisten Fällen kein Grund für Panik und können gut mit Hausmitteln behandelt werden. Grund zur Sorge gibt es erst, wenn die Blähungen mit Begleiterscheinungen wie einem ständigen Blähbauch, Bauchschmerzen, Krämpfen, Unwohlsein, Veränderungen im Stuhl oder auf lange Zeit auffällig häufig auftreten. Mit diesen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen – eine frühe Diagnose ist notwendig, um alle Eventualitäten auszuschließen und bei Bestehen einer Krankheit schnellstmöglich handeln zu können.

Bei der Untersuchung (Anamnese) wird der Arzt zunächst eine Bestandsaufnahme Ihrer bereits bekannten Krankheiten, eventuellen Allergien, Medikamenten und Ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten machen. Je nachdem, an welchen Symptomen Sie leiden, gibt es neben der allgemeinen Kontrolle der Gesundheitssituation weitere Möglichkeiten zur Untersuchung:

  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie)
  • Stuhluntersuchung
  • Untersuchungen auf Lebensmittelunverträglichkeiten
  • Blutdruck- und Pulsfrequenzmessung
  • Blutabnahme und -untersuchung
  • Magen- und Darmspiegelung

Nach diesen Untersuchungen wird Ihnen der Arzt zu den geeigneten Maßnahmen raten. Gegebenenfalls kann eine Darmreinigung beziehungsweise eine Darmsanierung nötig werden, um die Darmflora wieder aufzubauen. 

Blähungen bei Schwangeren durch trägen Darm

Haben schwangere Frauen Probleme mit Blähungen, hängt es häufig mit der Darmträgheit zusammen, die mit der Schwangerschaft einhergeht. Das Gelbkörperhormon Progesteron entspannt den Darm, sodass die Verdauung langsamer wird und somit mehr Gase im Darm entstehen. 

Besonders in den ersten drei Monaten haben Schwangere mit Blähungen und Verstopfungen zu kämpfen, da sich der Darm bereits in der Frühschwangerschaftsphase auf die Umstellung vorbereitet.

Hier erfahren Sie, wie Sie gegen Schwangerschafts-Blähungen vorgehen können.

Blähungen bei Babys: Koliken sind oft Schuld

Bei Säuglingen sind Blähungen oftmals der neuen Situation geschuldet, in der sie sich befinden. Der kleine Darm des Babys muss sich an die neue Nahrung gewöhnen, die verdaut werden muss und läuft auf Hochtouren. Zudem führen Dreimonatskoliken (exzessives Schreien) dazu, dass das Baby zu viel Luft verschluckt, was wiederum zu Bauchschmerzen und Blähungen führt. Ein Bäuerchen kann Wunder bewirken – sie sollten nur nicht erzwungen werden, denn das kann kontraproduktiv sein.

Erfahren Sie hier, was Sie tun können, wenn Ihr Baby unter Blähungen leidet 

Verwendete Quellen:
  • Apotheken Umschau
  • Deutsches Ärzteblatt

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