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Prostatakrebs: Darum sind auch junge Männer betroffen

Prostatakrebs  

Warum Prostatakrebs auch junge Männer trifft

28.10.2016, 13:51 Uhr | dpa/ dapd/ akl, dpa

Prostatakrebs: Darum sind auch junge Männer betroffen. Mediziner haben herausgefunden, warum junge Männer an Prostatakrebs erkranken. (Quelle: imago images)

Mediziner haben herausgefunden, warum junge Männer an Prostatakrebs erkranken. (Quelle: imago images)

Mediziner haben herausgefunden, warum Prostatakrebs auch junge Männer trifft. So entdeckte das deutsche Forscherteam um Joachim Weischenfeldt vom European Molecular Biology Laboratory (EMBL) einen genetischen Mechanismus, der bei der Entwicklung dieser Krebsform im frühen Alter eine wichtige Rolle spielt.

Erbgut von Prostatatumoren entschlüsselt

Wenige kleine DNA-Schäden sind für Prostatakrebs bei jüngeren Männern verantwortlich. Das Geschlechtshormon Testosteron führt zu kleinen Brüchen im Erbgut. Dadurch werden bislang inaktive Krebsgene aktiviert - die Krankheit bricht aus. Von dieser Entdeckung berichten deutsche Forscher im Fachjournal "Cancer Cell".

"Wir wissen nun, dass Tumore durch winzige Effekte entstehen, indem sich Bauteile im Erbgut verschieben", sagte Professor Thorsten Schlomm vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, einer der Mitautoren der Studie. In ihrer Untersuchung analysierten die Wissenschaftler das vollständige Erbgut von Prostatatumoren besonders junger Patienten und verglichen es mit dem von Geschwülsten älterer Erkrankter.

Entstehungsmechanismen sind verschieden

"Damit haben wir erstmals bewiesen, dass es bei einem häufigen Krebs altersabhängige Entstehungsmechanismen gibt", teilte der Heidelberger Forscher Weischenfeldt mit. An der Untersuchung sind auch Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und des Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik in Berlin beteiligt. Ob frühe und späte Fälle die gleiche genetische Ursache haben oder auf unterschiedliche Weise hervorgerufen werden, war bislang unklar.

Prostatakrebs ist keine Erkrankung des Alters

Prostatakrebs ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) der häufigste Krebs bei Männern in Deutschland. Vor allem Ältere sind davon betroffen. In Deutschland erkranken jährlich rund 67.000 Menschen daran, 13.000 sterben. Zwei Prozent aller Fälle treten jedoch vor dem 50. Lebensjahr auf. Experten berichten, dass gerade bei jüngeren Patienten ab dem 40. Lebensjahr vergleichsweise häufiger aggressive Tumoren mit einer schlechteren Prognose diagnostiziert werden.

Die Ursache von Prostatakrebs ist altersabhängig

Für die Studie untersuchten die Forscher die gesamte genetische Information der Zellen aus Tumoren von früh erkrankten Prostatakrebs-Patienten. Die Daten wurden anschließend mit Tumoren von Patienten verglichen, bei denen der Prostatakrebs erst spät einsetzte.

Die Untersuchung zeigte, dass bei jungen Patienten der sogenannte Androgenrezeptor besonders aktiv ist. Der Androgenrezeptor bindet im Zellkern das Geschlechtshormon Testosteron und beeinflusst so, ob bestimmte Gene aktiviert werden. Bei den jungen Prostatakrebspatienten führte die Aktivität zu kleinen Schäden der Gene. Daraufhin lösten diese die Krebserkrankung aus. Das Genom der älteren Prostatakrebspatienten hingegen zeigte hauptsächlich Veränderungen, die nicht mit der Aktivität des Androgenrezeptors zusammenhingen.

Risikofaktor Testosteron soll genauer untersucht werden

Da das Testosteronlevel bei jungen Männern generell höher ist als bei älteren, könnten besonders hohe Testosteronlevel ein Risikofaktor für frühen Prostatakrebs sein, spekulieren die Forscher. Diese Frage wollen die Forscher als nächstes klären und hoffen auf die Entwicklung neue Strategien zur Diagnose und Therapie.

Vorsorgeuntersuchung ist lebenswichtig

Wird der Krebs frühzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut. Hat der Tumor noch keine weiteren Organe befallen, sind 87 Prozent der Patienten fünf Jahre nach der Diagnose noch am Leben. Doch das Tückische ist, dass sich zu Beginn der Erkrankung keine Symptome bemerkbar machen. Wenn die ersten Beschwerden spürbar werden, ist der Tumor schon bedrohlich vorangeschritten. Warnsignale sind Schmerzen und Druck bei Blasen- und Darmentleerung, Blut im Urin oder Sperma, Schmerzen im unteren Rückenbereich.

Für Männer ab 45 Jahren ist eine jährliche Vorsorgeuntersuchung kostenlos und gehört zu den gesetzlichen Vorsorgeleistungen der Krankenkassen.

Ungesunde Lebensweise begünstigt Prostatakrebs

Außerdem kann jeder Mann sein Risiko durch gesunde Lebensweise senken - also durch fettarme Ernährung mit viel Obst und Gemüse, Sport und Verzicht auf Alkohol und Zigaretten. Ein höheres Risiko besteht auch dann, wenn Verwandte wie Großvater, Vater, Onkel oder Brüder Prostatakrebs haben. Die frühere Annahme, dass das männliche Sexualhormon Testosteron Prostatakrebs auslöst, ist inzwischen widerlegt.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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