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Karpaltunnelsyndrom: Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Symptome und Behandlungsmöglichkeiten  

Karpaltunnelsyndrom – wenn die Hand nachts einschläft

09.10.2019, 08:28 Uhr | t-online.de, dpa, mwe

Karpaltunnelsyndrom: Symptome und Behandlungsmöglichkeiten. Frau fasst an ihre Hand: Wiederholtes Kribbeln in der Hand sollte vom Arzt untersucht werden. (Quelle: Getty Images/spukkato)

Frau fasst an ihre Hand: Wiederholtes Kribbeln in der Hand sollte vom Arzt untersucht werden. (Quelle: spukkato/Getty Images)

Wenn Sie mitten in der Nacht mit einem tauben Gefühl in der Hand aufwachen und die Finger kribbeln, plagt Sie womöglich das Karpaltunnelsyndrom. Erfahren Sie hier, was dagegen hilft und wann eine Operation nötig ist.

Was ist das Karpaltunnelsyndrom?

Der Karpaltunnel ist eine Art Kanal im Handgelenksbereich, durch den Sehnen, Bänder und Nerven laufen. Kommt es regelmäßig – vor allem in der Nacht – zu Kribbeln oder Brennen der Hand, ist möglicherweise der Mittelarmnerv (auch Nervus medianus genannt) eingeklemmt. Die Gefühlsstörungen treten hauptsächlich am Daumen, Zeige-und Mittelfinger auf, erklärt Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte in Krefeld.

Symptome des Karpaltunnelsyndroms

Besonders im frühen Stadium werden die Anzeichen oft nicht ernst genommen. Kommt es jedoch zu einer Regelmäßigkeit der Symptome, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Häufig klagen Betroffene über:

  • Kribbeln in den Fingern
  • Ausstrahlung bis in die Arme
  • Gefühl von "eingeschlafenen" Fingern
  • Häufung der Beschwerden in der Nacht
  • Missempfindungen in den Händen
  • Schmerzen bei Bewegung der Hand (wird häufig wie das Gefühl eines elektrischen Schlags beschrieben)
  • völlige Gefühllosigkeit des Daumens, Zeige- und Mittelfingers
  • Feinmotorik der betroffenen Hand ist eingeschränkt oder unmöglich
  • Rückbildung (Atrophie) des Daumenballens

Mögliche Ursachen eines Karpaltunnelsyndroms

Oft tritt das Kribbeln nach Belastung des Handgelenks wie beispielsweise nach Haushalts- oder Gartenarbeit auf. Aber auch die abgeknickte Haltung bei Computerarbeit oder beim Sport verstärkt die Symptome, erläutert der Experte. Auch die Häufung der Beschwerden in der Nacht sind auf das Abknicken des Handgelenkes im Schlaf und einer daraus resultierenden eingeschränkten Durchblutung zurückzuführen.

Hormonelle Veränderungen wie beispielsweise in der Schwangerschaft oder in den Wechseljahren können verantwortlich für eine vermehrte Wassereinlagerung in den Gelenken sein. Krankheiten wie Rheuma, Schilddrüsenüber oder -unterfunktion, Diabetes oder Nierenschwäche sind weitere mögliche Ursachen. In manchen Familien tritt ein Karpaltunnelsyndrom gehäuft auf. In dem Fall spricht man von erblicher Disposition.

Therapie: Die Behandlung sollte frühzeitig beginnen

Bei wiederkehrenden Beschwerden, die auch tagsüber auftreten, sollten Sie unbedingt zum Arzt gehen und sich neurologisch untersuchen lassen. Bei einer frühen Diagnose oder einer leichten Ausprägung des Karpaltunnelsyndroms kann das Tragen einer Schiene helfen. Eine vorübergehende Therapie mit Kortison kann außerdem verhindern, dass der Nerv weiter Schaden nimmt, sagt Bergmann. Kurzzeitig lindern lassen sich die Beschwerden, indem man das Handgelenk anders lagert oder die Hand ausschüttelt.

Wann ist das Tragen einer Schiene hilfreich?

Das Tragen einer Nachtlagerungsschiene hilft, das Handgelenk in einer neutralen Position zu halten. Das Gelenk darf nicht gequetscht werden. Es geht lediglich darum, ein Abknicken zu vermeiden und den Druck vom Mittelarmnerv zu nehmen. Aus diesem Grund sollte eine Schiene nicht bei Tag angelegt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder lassen Sie sich im Sanitätshaus individuell beraten.

Wann ist eine Operation ratsam?

Bringen alle Maßnahmen keinen Erfolg oder ist die Krankheit schon fortgeschritten, hilft meist nur noch eine ambulante Operation. Das Ziel des Eingriffs ist es, dem komprimierten Mittelhandnerv mehr Platz zu schaffen und den Druck auf die Sehnen und Bänder im Karpaltunnel zu reduzieren. Die Operation kann in vielen Fällen endoskopisch und minimalinvasiv vorgenommen werden. Nach dem Eingriff empfiehlt sich eine individuelle Physiotherapie. Die Übungen sollen den Erfolg des operativen Eingriffes unterstützen.

Komplikationen: Wird nicht behandelt, droht Muskelschwund

Halten die Symptome länger an, könnten Missempfindungen, Schmerzen oder Taubheitsgefühle hinzukommen. Die Schmerzen dehnen sich dann möglicherweise von einzelnen Fingern bis in die Schulter-Nacken-Region aus. Wird die Erkrankung nicht behandelt, werden die Muskeln immer schwächer und Betroffene bekommen meist Schwierigkeiten beim Zupacken.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa
  • gesundheitsinformation.de
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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