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Glaukom: Risikofaktoren und Ursachen von Grünem Star

Sehverlust frühzeitig verhindern  

Bei diesen Risikofaktoren droht ein Glaukom

31.01.2020, 10:53 Uhr | akl, mwe, t-online.de

Glaukom: Risikofaktoren und Ursachen von Grünem Star. Grüner Star: Ein Glaukom kann sich durch ein gerötetes Auge bemerkbar machen. In vielen Fällen bleibt die Erkrankung aber symptomfrei. (Quelle: Getty Images/LeventKonuk)

Grüner Star: Ein Glaukom kann sich durch ein gerötetes Auge bemerkbar machen. In vielen Fällen bleibt die Erkrankung aber symptomfrei. (Quelle: LeventKonuk/Getty Images)

Ein Glaukom – auch Grüner Star genannt – entwickelt sich schleichend. Werden die ersten Symptome von Betroffenen bemerkt, hat der Sehnerv meist schon großen Schaden genommen. Auf diese Risikofaktoren sollten Sie achten.

Vorsicht bei niedrigem Blutdruck und Kurzsichtigkeit

"Wenn direkte Verwandte wie Eltern oder Geschwister am Glaukom leiden, sollte man die Möglichkeiten der Früherkennung unbedingt nutzen", rät Professor Franz Grehn, Präsident der World Glaucoma Association und Direktor der Universitätsaugenklinik Würzburg. "Ebenso sind kurzsichtige Menschen und generell alle ab dem Alter von 40 Jahren einem erhöhten Risiko ausgesetzt, am Glaukom zu erkranken."

Zu den weiteren Risikofaktoren zählen:

Wer von einem oder mehreren dieser Faktoren betroffen ist, sollte regelmäßig den Sehnerv-Check in Anspruch nehmen, rät der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands.

Betroffene spüren nicht, wenn der Sehnerv stirbt

Der Name Glaukom bezeichnet eine Gruppe von Erkrankungen, bei denen die Fasern des Sehnervs allmählich absterben. Das Tückische dabei ist, dass die Erkrankung in den meisten Fällen keine Symptome wie etwa Schmerzen verursacht. Zunächst betrifft der Sehverlust nur das äußere Gesichtsfeld. Die Sehschärfe hingegen bleibt intakt. Zudem gleicht das zweite Auge Ausfälle aus.

Bis die Betroffenen bemerken, dass mit ihren Augen etwas nicht stimmt, ist schon ein großer Teil des Sehnervs zerstört. "Da die Beschwerden erst so spät bemerkt werden, beträgt die Dunkelziffer unerkannter Glaukome nach wie vor etwa 50 Prozent", gibt Grehn zu bedenken. Die Erkrankung kann im schlimmsten Fall zur Erblindung führen.

Regelmäßig zum Sehnerv-Check

In Deutschland leiden rund drei Millionen Menschen unter einem zu hohen Augeninnendruck, der das Risiko für ein Glaukom erhöht. "Ein Sehnerv-Check in der Augenarztpraxis ist die einzige Chance, die Krankheit schon in einem so frühen Stadium zu entdecken, in dem noch keine Beeinträchtigungen entstanden sind", betont Grehn. Für gesunde Menschen ist die Untersuchung eine IGeL-Leistung. Bei Diabetikern oder Risikopatienten übernimmt die gesetzliche Kasse in der Regel die Kosten von etwa 20 Euro, schreibt die Verbraucherzentrale.

Was sind IGeL-Leistungen? Die Verbraucherzentrale erklärt: "Individuelle Gesundheitsleistungen (IGeL) sind ärztliche, zahnärztliche und psychotherapeutische Leistungen, die Patienten grundsätzlich selbst bezahlen müssen, weil sie nicht zum Leistungsumfang der gesetzlichen Krankenversicherungen gehören".

Glaukom-Untersuchung beim Augenarzt: Besteht kein spezielles Risiko oder kein Krankheitsverdacht, muss sie vom Patienten selbst gezahlt werden.  (Quelle: Getty Images/mingazitdinov)Glaukom-Untersuchung beim Augenarzt: Besteht kein spezielles Risiko oder kein Krankheitsverdacht, muss sie vom Patienten selbst gezahlt werden. (Quelle: mingazitdinov/Getty Images)

Es wird empfohlen, ab dem 40. Lebensjahr einmal im Jahr zur Früherkennungsuntersuchung gehen. Dabei untersucht der Augenarzt mit einem Spezialmikroskop – der Spaltlampe – den Sehnervenkopf. Das ist die Stelle, an der der Sehnerv aus dem Auge austritt. Zusätzlich wird der Augeninnendruck gemessen. Die alleinige Messung des Augeninnendrucks reiche aber nicht aus, um ein Glaukom zu erkennen, sagt Grehn.

"Ist der Sehnerv intakt, der Augeninnendruck aber über der Normgrenze, spricht man nicht von Glaukom, sondern von okulärer Hypertension. Sie beinhaltet zwar ein erhöhtes Risiko der Glaukomentstehung, muss aber nicht in jedem Fall behandelt werden. Umgekehrt ist bei etwa 30 Prozent der Glaukomfälle der Sehnerv geschädigt, obwohl der Augeninnendruck nicht erhöht ist. Dann handelt es sich um ein Normaldruckglaukom." Diese Fälle würden bei einer alleinigen Augendruckmessung übersehen.

Nur wenn die Krankheit rechtzeitig erkannt wird, lässt sich mit Augentropfen, einer Laserbehandlung oder in schweren Fällen mit einer Operation ihr Fortschreiten aufhalten und das Augenlicht langfristig retten.

Verwendete Quellen:
  • Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V.
  • Verbraucherzentrale
  • Eigene Recherche
  • weitere Quellen
    weniger Quellen anzeigen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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