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Hausmittel gegen Erkältung: Was wirklich hilft – und wann Vorsicht geboten ist

Schnellere Genesung  

Erkältung: Diese Hausmittel verschlimmern die Symptome

28.03.2021, 10:29 Uhr | dpa-tmn, jb

Hausmittel gegen Erkältung: Was wirklich hilft – und wann Vorsicht geboten ist. Husten: Bestimmte Hausmittel können Erkältungssymptome noch verschlimmern. (Quelle: Getty Images/damircudic)

Husten: Bestimmte Hausmittel können Erkältungssymptome noch verschlimmern. (Quelle: damircudic/Getty Images)

Überheizte Räume und niesende Mitmenschen – es ist Erkältungszeit. Infizierte benötigen allerdings selten Medikamente. Der Körper kann den Infekt meist selbst bekämpfen. Hausmittel helfen dabei, allerdings sollte man sie richtig einsetzen.

"Erkältungsinfekte dauern meist etwa sechs Tage", sagt Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten. Harmlos sind sie meist – aber alles andere als angenehm.

Mit der Einnahme von Medikamenten besser warten

Dennoch sollte man die Beschwerden nicht mit Medikamenten "wegbügeln", wie es Hans-Michael Mühlenfeld vom Deutschen Hausärzteverband ausdrückt. Viele Menschen schwören auf Hausmittel: Zwiebelsäckchen ans Ohr gelegt, Dampfbäder, Gurgeln und Hühnersuppe. Heilen können sie eine Virusinfektion jedoch nicht. "Ich rate meinen Patienten dennoch zu solchen Mitteln, denn so unterstützt man den Körper und lindert Symptome", erklärt Mühlenfeld. Und manche Beschwerden ließen sich so besser ertragen.

Bei trockenem Husten keine Kamille verwenden

Ob Erkältungsbad, Tee oder Inhalation – viele Menschen fügen ätherische Öle oder Kräuterauszüge hinzu, um Husten zu lindern oder die verstopfte Nase freizubekommen. "Salbei unterstützt die Schleimhautoberfläche, ihr natürliches Milieu wiederherzustellen und so die Viren loszuwerden", erklärt Mühlenfeld.

Der Hausarzt rät jedoch dazu, nicht irgendeinen Zusatz in das heiße Wasser zu kippen. Was passend ist, richtet sich nach den Symptomen. Thymian als Teeaufguss soll den Hustenreiz bessern. Kamille wirke austrocknend, was bei trockenem Husten kontraproduktiv wäre, erläutert Mühlenfeld. Geben Sie stattdessen etwas Salbei oder Kochsalz hinzu. Bei schleimigem Husten ist Efeu-Extrakte eine gute Wahl.

Neben dem Inhalieren ist bei Halsschmerzen und Husten auch das Gurgeln sinnvoll. Dazu eignet sich auch der Sud, den Sie zum Inhalieren verwendet haben, sobald er abgekühlt ist. So wird der Rachen mit Feuchtigkeit benetzt, und die ätherischen Öle gelangen auch hier direkt an die Schleimhautoberfläche. 

Zwiebelsirup selbst herstellen

Allgemein hilft auch eine Zwiebel sagt bei Husten, weiß Katrin Tempel, Autorin des Buches "Bewährt Hausmittel neu entdeckt". Hierzu benötigen Sie eine Zwiebel sowie zwei Esslöffel flüssigen Honig. Schälen Sie die Zwiebel und schneiden Sie sie anschließend in kleine Würfel. Die Würfel kommen dann in ein Glas und werden mit dem Honig übergossen. Lassen Sie alles die Nacht über stehen und ziehen. Am nächsten Tag können Sie die Flüssigkeit abseihen und löffelweise über den Tag verteilt zu sich nehmen.

Heiße Milch mit Honig verschlimmert Symptome

Ein gängiger Mythos bei einer Erkältung ist es, heiße Milch mit Honig zu trinken. Zwar wirkt das Getränk anfangs wohltuend. Jedoch ist es sehr zähflüssig und schleimig. Besonders bei Husten ist dies eher hinderlich und kann daher den Gesundheitszustand noch verschlimmern.

Ätherische Öle sind nichts für Kinder

Mentholzusätze wie Pfefferminzöl sollte der Erkältete auf ein Taschentuch geben und sich dies vor die Nase halten. "Ätherische Öle wie Kampfer und Menthol dürfen nicht im Gesicht von Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden", warnt Waltering. "Das kann zu allergischen Reaktionen wie Krämpfen und Atemstillstand führen." Bereiten Sie Ihrm Kind stattdessen einen Erkältungstee aus Mavenblüten, Salbei, Lindenblüten, Himbeerblätter und Honig zu, rät Tempel.

Die stärkere Durchblutung der Schleimhäute durch Wärme sowie die Feuchtigkeit sorgen auch dafür, dass aus Bronchien oder Nase vermehrt Sekret fließt. "Das Sekret schützt", erklärt Walger. "Zudem wird der Organismus mit dem vermehrten Sekret kranke, befallene Zellen los."

Heiße Brühen stabilisieren den Flüssigkeitshaushalt

Einige Studien wollen nachgewiesen haben, dass Hühnerbrühe wirkt: Sie soll im Organismus bestimmte weiße Blutkörperchen blockieren, die für Entzündungsprozesse verantwortlich seien und bei Erkältungen freigesetzt würden. Auch der in der Suppe enthaltene Eiweißstoff Cystein wirke entzündungshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute.

Experten vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) sind eher skeptisch, denn auch ohne Suppe gehe es dem Erkälteten nach ein paar Tagen in der Regel besser. Dennoch kann Hühnersuppe sinnvoll sein. Richtig zubereitet enthält sie Mineralien. Zudem stockt sie den Flüssigkeitshaushalt auf, der durch Schwitzen, etwa durch erhöhte Temperatur, verloren gegangen ist. Letztlich gelte das aber auch für Rinderbouillon oder Gemüsebrühe.

Schwitzen fördert die Heilung

Eines ist vielen Hausmitteln gemein: Sie ersetzen die ausgeschwitzte Flüssigkeit. Sie befeuchten außerdem die Schleimhäute, sodass sie sich gegen Eindringlinge schützen kann, und kurbeln mit ihrer Wärme die Durchblutung an. Das gilt auch für Tees. Vor allem Lindenblütentee soll das Schwitzen kräftig ankurbeln. Die Wärme erleichtert dem Körper, die Temperatur zu erhöhen, was den Kampf gegen die Viren unterstützt.

Nach dem vierten Tag wird die Erkältung in der Regel besser

Bei starken Hals- oder Kopfschmerzen helfen laut Mühlenfeld Tabletten mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol. Üblicherweise stellt sich mit Hausmitteln nach dem vierten Tag der Erkältung wieder Erholung ein. Ihre Grenze erreichen Hausmittel jedoch, wenn nach einigen Tagen hohes Fieber auftritt oder sich der Betroffene deutlich schlechter fühlt, dann ist der Gang zum Arzt angesagt, rät Walger.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn
  • Katrin Tempel: "Bewährte Hausmittel neu entdeckt", EAN 978-3-492-31516-6

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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