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Nachtschweiß: Ursachen für nächtliches Schwitzen nicht immer harmlos

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Mehr als nur ein lästiges Phänomen  

Nachtschweiß: Ursachen sind nicht immer harmlos

25.06.2018, 10:28 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel, fsch

Nachtschweiß: Ursachen für nächtliches Schwitzen nicht immer harmlos. Nachtschweiß: Nächtliches Schwitzen kann ein Symptom für eine ernsthafte Erkrankung sein.  (Quelle: Getty Images/mheim3011)

Nachtschweiß: Nächtliches Schwitzen kann ein Symptom für eine ernsthafte Erkrankung sein. (Quelle: mheim3011/Getty Images)

Wer in der Nacht ohne ersichtlichen Grund immer wieder stark schwitzt, sollte besser einen Arzt aufsuchen. Nachtschweiß ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, hinter dem verschiedene Ursachen stecken können – auch ernsthafte Erkrankungen. 

Nächtliches Schwitzen ist meist harmlos

Der Schlafanzug klebt am Körper, die Matratze ist feucht: Fast jeder ist nachts schon einmal aufgewacht und war total verschwitzt. Meist stecken harmlose Ursachen dahinter. Die häufigste Ursache für Nachtschweiß ist eine Erkältung oder Grippe. Ebenso wahrscheinlich ist, dass Schwitzen im Schlaf durch zu hohe Temperaturen oder schlechte Luft im Schlafzimmer verursacht wird. 

Auch die Lebensweise kann für Nachtschweiß verantwortlich sein: Starkes Übergewicht, Rauchen, Alkoholkonsum und schwere oder scharf gewürzte Kost am Abend stören die Nachtruhe und begünstigen das Schwitzen im Schlaf. Zudem können hormonelle Schwankungen, zum Beispiel während der Wechseljahre, die Schweißproduktion verstärken. Auch die Dosis oder Zusammensetzung von Medikamenten kann dafür verantwortlich sein, dass Sie sich während der Nacht unruhig hin und her wälzen und dabei viel Flüssigkeit ausscheiden. 

Nachtschweiß: Wann zum Arzt?

Wenn es jedoch trotz kühlem Schlafzimmer und dünner Decke regelmäßig zu nächtlichen Schweißausbrüchen kommt, ist ein Besuch beim Arzt ratsam. "Wer nachts ohne ersichtlichen Grund immer wieder stark schwitzt, sollte der Ursache auf den Grund gehen", rät Dr. Wolfgang Wesiack, Präsident des Berufsverbandes Deutscher Internisten (BDI). Der Internist rät, vermehrtes Schwitzen in der Nacht nicht zu ignorieren. Besonders, wenn man vorher damit noch keine Probleme hatte und auch tagsüber nicht übermäßig schwitzt. "Starkes und plötzlich auftretendes Schwitzen ist ein Symptom, das immer untersucht werden sollte." 

Steckt ein medizinisches Problem dahinter, spricht man von nächtlicher Hyperhidrose. Drei häufige Ursachen für starkes Schwitzen in der Nacht sind laut dem Experten seelische Probleme, Stoffwechselerkrankungen und Tumoren.

Mögliche Ursachen für Nachtschweiß:

  • Infektionskrankheiten (Erkältung, Grippe, Pfeiffersches Drüsenfieber, Tuberkulose, AIDS, Malaria)
  • Medikamente
  • Wechseljahre
  • Übergewicht
  • Stress
  • psychische Probleme
  • Stoffwechselerkrankungen (Diabetes mellitus, Schilddrüsenüberfunktion, Gicht)
  • Krebs (v. a. Lymphdrüsenkrebs, Leukämie)
  • Herzerkrankung
  • Lungenentzündung

Wie viel Schwitzen ist normal? Ein Flüssigkeitsverlust von bis zu einem halben Liter pro Nacht gilt als normal. Ebenso kann es gelegentlich passieren, dass Sie nach einer albtraumreichen Nacht schweißgebadet aufwachen. Halten die Schweißausbrüche jedoch länger als drei Wochen an, sollten Sie einen Arzt konsultieren – insbesondere, wenn weitere Symptome, wie Gewichtsverlust, Schmerzen, Atembeschwerden oder Verdauungsprobleme, hinzukommen. Ein Experte kann mögliche Ursachen erforschen und gezielt behandeln.


Ursache: Infektionskrankheiten

Wird der Körper von Viren oder Bakterien befallen, reagiert das Immunsystem mit einer erhöhten Temperatur, um die Erreger abzuwehren. Die übermäßige Wärme führt zu einer erhöhten Schweißproduktion. Nachtschweiß tritt daher häufig als Symptom von Infektionskrankheiten auf. Dazu zählen akute Infekte, wie eine Grippe oder Pfeiffersches Drüsenfieber, sowie chronische Krankheiten, wie AIDS, Tuberkulose oder Malaria.

Ursache: Medikamente

Manchmal tritt Nachtschweiß auch als Nebenwirkung bestimmter Arzneimittel auf. Medikamente, die Nachtschweiß verursachen können, sind zum Beispiel:

  • Antidepressiva
  • Betablocker
  • fiebersenkende Mittel (zum Beispiel Paracetamol)
  • blutzuckersenkende Mittel
  • Hormonpräparate (zum Beispiel zur Behandlung von Brustkrebs, Prostatakrebs oder Endometriose)

Ursache: Stress

Zu viel Stress und innere Unruhe fördern nächtliches Schwitzen. "Nicht bewältigte Probleme, Stress und Ängste äußern sich oft durch Schweißattacken", erklärt Wesiack. Der Grund: Nachts fehlen die Ablenkungen des Alltags. Die Sorgen drängen sich in den Vordergrund und das Unterbewusstsein arbeitet auf Hochtouren. "Es ist vergleichbar mit Albträumen: Stress lässt das Herz schneller schlagen, beschleunigt die Atmung und in Folge beginnen wir zu schwitzen." 

Ursache: Stoffwechsel und Hormone

Die Hormone und der Stoffwechsel beeinflussen auch die Wärmeregulierung des Körpers. Ist der Stoffwechsel gestört, kann sich in einer vermehrten Schweißproduktion äußern. Typische Stoffwechselerkrankungen, die mit Nachtschweiß einhergehen können, sind Diabetes mellitus, Gicht oder eine Schilddrüsenüberfunktion.

Auch Veränderungen im Hormonhaushalt können dazu führen, dass man in der Nacht vermehrt schwitzt. Vor allem Frauen in den Wechseljahren leiden aufgrund der Hormonumstellung unter Hitzewallungen und nächtlichen Schweißausbrüchen. Ursache ist der sinkende Östrogenspiegel, der zu einem Anstieg der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin führt.

Ursache: Tumore

Tumorerkrankungen sind laut dem Hamburger Internisten eine dritte mögliche Ursache: "Auch wenn diese verhältnismäßig selten der Auslöser von Nachtschweiß sind, müssen sie in Betracht gezogen werden." In diesem Zusammenhang geben weitere Warnzeichen wie Fieberschübe, eine plötzliche Gewichtsabnahme, Magen-Darm-Beschwerden sowie Appetitlosigkeit wichtige Hinweise auf ein mögliches Krebsleiden. Vor allem bei Lymphdrüsenkrebs und Leukämie ist Nachtschweiß ein typisches Symptom.

Ursache: Herzerkrankung

Herzrasen und Atembeschwerden im Zusammenhang mit Nachtschweiß sind ebenfalls ein Warnsignal: "Da starkes Schwitzen auch auf ein krankes Herz hinweisen kann, zum Beispiel auf eine Herzinnenhautentzündung, wird der behandelnde Arzt auch dieses Organ in die Untersuchung mit einbeziehen", erklärt Wesiack.

Ursache: Lungenentzündung

Eine Lungenentzündung kann ebenfalls die Ursache von Nachtschweiß sein – vor allem bei älteren Menschen. "Bei Älteren bleibt Fieber als typisches Warnsymptom für eine Lungenentzündung oft aus. Das nächtliche Schwitzen kann dann ein wichtiger Wegweiser sein", weiß der Experte. Kommen Husten, Auswurf, Abgeschlagenheit sowie Schmerzen beim Atmen hinzu, sollten Erkrankte schnellstmöglich zum Arzt.

Therapie: Was hilft bei Nachtschweiß?

Die Therapie bei Nachtschweiß richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Erste Maßnahmen zur Vorbeugung von nächtlichem Schwitzen sind:

  • Trinken Sie tagsüber ausreichend Flüssigkeit. 
  • Verzichten Sie am Abend auf Alkohol und Zigaretten.
  • Reduzieren Sie Ihren täglichen Kaffeekonsum auf ein bis zwei Tassen und trinken Sie diese möglichst nicht am Abend. 
  • Vermeiden Sie abends fette und stark gewürzte Speisen.
  • Nehmen Sie vor dem Schlafengehen eine kalte Dusche.
  • Tragen Sie zum Schlafen leichte Kleidung, bestenfalls aus atmungsaktivem Material.  
  • Achten Sie auf eine angenehme Temperatur im Schlafzimmer: Ideal sind zwischen 16 und 19 Grad.
  • Entspannen Sie sich vor dem Zubettgehen mit Meditation oder etwas Musik. Kontraproduktiv sind hingegen Fernsehen sowie aufwühlende Bücher oder Hörbücher.
  • Als Hausmittel soll außerdem Salbeitee gegen nächtliches Schwitzen helfen. 

Sollte sich dennoch keine Besserung einstellen, steckt wahrscheinlich ein medizinisches Problem dahinter. Gehen Sie daher unbedingt zum Arzt, wenn die nächtlichen Schweißausbrüche mehrere Wochen andauern. Dieser kann beispielsweise die Medikation anpassen, wenn bestimmte Arzneimittel für die erhöhte Schweißproduktion in der Nacht verantwortlich sind. Auch kann er über einen Bluttest feststellen, ob eine Schilddrüsenüberfunktion vorliegt und mit entsprechenden Medikamenten dagegenwirken. 

Ist ein Infekt verantwortlich für die übermäßige Schweißproduktion, bessert sich die Situation, nachdem die Krankheit überstanden ist. Je nach Krankheit kann Ihnen der Arzt fiebersenkende Medikamente oder Antibiotika verschreiben. 

Eine Psychotherapie kann gegen Stress, seelische Probleme und Ängste helfen. Sprechen Sie am besten mit Ihrem Hausarzt, ob der Gang zum Psychologen für Sie ratsam ist.

Ist eine ernsthafte Erkrankung, wie Krebs, eine Lungenentzündung oder Herzerkrankung, die Ursache für das nächtliche Schwitzen, treten in der Regel auch noch andere Beschwerden auf. Achten Sie daher auf weitere Symptome, wie Gewichtsverlust, Schmerzen, Atembeschwerden, Verdauungsprobleme, damit Ihr Arzt eine eindeutige Diagnose stellen und schnellstmöglich mit einer geeigneten Behandlung beginnen kann. 

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