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Haarausfall kann auch am Darm liegen

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Wenn Nährstoffe fehlen  

Haarausfall kann auch am Darm liegen

14.07.2015, 11:40 Uhr | Ann-Kathrin Landzettel

Haarausfall kann auch am Darm liegen. Haarausfall kann auch auf andere Erkrankungen hinweisen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Haarausfall kann auch auf andere Erkrankungen hinweisen. (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Nicht immer sind genetische Ursachen oder das Alter schuld an Haarausfall. Es kann auch sein, dass den Haarwurzeln wichtige Nährstoffe fehlen. Werden diese dem Körper nicht in ausreichender Menge zugeführt, gehen die Haare aus. Auch bei Verdauungsproblemen kann es zu Haarausfall kommen. Dabei spielt der Darm eine wichtige Rolle.

"Haare brauchen ausreichend Kohlenhydrate als Energielieferant sowie essentielle Fettsäuren, Eiweiße und Aminosäuren als Bausteine des Keratins. Hinzu kommen Mineralien wie Eisen und Zink sowie Vitamine wie Biotin und Niacin", erklärt Dr. Andreas M. Finner, Haarmediziner und Dermatologe aus Berlin. "Ein Mangel dieser Stoffe kann nicht nur zu Haarstrukturschäden und Haarbruch führen, sondern auch zu Haarausfall."

Fehlen Nährstoffe, stoppt das Haarwachstum

Der Grund: Fehlen die Nährstoffe, unterbrechen die Haarwurzeln ihr Wachstum und gehen in eine dreimonatige Ruhephase. Danach fallen sie aus. Mediziner sprechen hierbei von diffusem Haarausfall, weil der ganze Kopf betroffen ist.

Eine ausgewogene Ernährung kann das Haarwachstum unterstützen. Vollkornprodukte sind reich an Zink, Eisen und B-Vitaminen. Fleisch liefert neben Eisen und Zink hochwertige Aminosäuren als Eiweißbausteine. Auch Milchprodukte können zur Nährstoffversorgung beitragen.    

Ist die Versorgung wieder gewährleistet, nehmen die Haarwurzeln ihre Arbeit auf und die Haare wachsen nach. "Allerdings kann viel Haarvolumen verlorengehen, da es dauert, bis die Haare ihre ursprüngliche Länge wieder erreicht haben", sagt Finner.

Strenge Diäten schaden den Haaren

Meist handelt es sich um kurzzeitige Versorgungsstörungen wie sie etwa durch eine strenge Diät oder eine zeitweise ungesunde Ernährung entstehen können. Dann reguliert sich die Nährstoffzufuhr von selbst wieder. Bleibt der Haarausfall allerdings bestehen, sollte man der Ursache auf den Grund gehen.

Kranker Darm kann zu Haarausfall führen

So kann beispielsweise der Darm schuld sein, wenn die Haare ausgehen. Denn das Verdauungsorgan ist dafür zuständig, dass Vitamine, Mineralien und Spurenelemente aus der Nahrung gefiltert und dem Körper zugeführt werden. "Darmerkrankungen mit Durchfall sowie Darmentzündungen und Lebensmittelunverträglichkeiten greifen in diese Darmfunktion ein und können so zu Haarverlust führen", weiß der Haarexperte.

Schilddrüsenprobleme machen auch den Haaren zu schaffen

Weitere mögliche Auslöser des diffusen Haarausfalls seien Schilddrüsenprobleme, Hormonumstellungen, Fiebererkrankungen, Operationen sowie Medikamente, darunter Blutverdünner und Betablocker. Es komme auch vor, dass keine Ursache gefunden werde.

Haarausfall immer untersuchen lassen

Ignorieren sollten man Haarausfall auf keinen Fall, denn er ist immer ein Hinweis darauf, dass etwas nicht stimmt. "Wenn die Ursache nicht klar ersichtlich und vorübergehend ist, wie zum Beispiel eine Grippe vor einigen Monaten, sollte eine Haarsprechstunde zur genauen Ursachenfindung aufgesucht werden", rät Finner. Erst wenn der Auslöser bekannt ist, kann man Haarausfall und eine eventuell bestehende Erkrankung behandeln.

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