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Diffuser Haarausfall: Ursachen, Symptome und Behandlung

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Diffuser Haarausfall: Ursachen, Symptome und Behandlung

29.08.2019, 15:32 Uhr | ms, t-online.de

Diffuser Haarausfall: Ursachen, Symptome und Behandlung. Diffuser Haarausfall betrifft oft Frauen. Grund dafür sind hormonelle Schwankungen. (Quelle: Getty Images/ Totojang)

Diffuser Haarausfall betrifft oft Frauen. Grund dafür sind hormonelle Schwankungen. (Quelle: Totojang/Getty Images)

Jeder Mensch hat Haarausfall, das ist ganz normal. Doch es gibt unterschiedliche Arten und Ausprägungen. Wird das Haar auf dem gesamten Kopf lichter, handelt es sich um einen diffusen Haarausfall. Dahinter können ernsthafte Krankheiten stecken. 

Diffuser Haarausfall, auch diffuse Alopezie genannt, zeigt sich durch einen gleichmäßigen Haarverlust auf dem gesamten Kopf. Im Vergleich zum angeborenen oder kreisrundem Haarausfall entstehen beim diffusen Haarausfall keine kahlen Stellen auf der Kopfhaut. Sowohl Frauen als auch Männer können davon betroffen sein.

1. Symptome des Haarverlusts

Diffuser Haarausfall an sich ist keine Krankheit, sondern ein Symptom für körperliche Störungen. Typisch ist ein einheitlicher Haarverlust auf der gesamten Kopfhaut. Doch erst bei einem Verlust von mehr als 100 Haaren pro Tag kann man ihn als krankhaft bezeichnen.

2. Ursachen von diffusem Haarausfall

Wie kommt es zu einem diffusen Haarausfall? Dafür gibt es mehrere Auslöser und im schlimmsten Fall kann sogar eine ernste Krankheit dahinter stecken. Deshalb sollte man Haarausfall immer ernst nehmen. Eine häufige Ursache des diffusen Haarausfalls sind Hormonschwankungen. Deshalb sind Frauen oft häufiger von einer diffusen Alopezie betroffen als Männer, zum Beispiel in der Schwangerschaft, in den Wechseljahren oder beim Wechsel eines hormonellen Verhütungsmittels. Daher bemerken viele Frauen einen Haarverlust nach Absetzen der Anti-Baby-Pille. Weitere mögliche Ursachen für diffusen Haarausfall sind: 

  • Erkrankungen der Schilddrüse

  • Infektionen und Hauterkrankungen 

  • Nährstoffmangel durch falsche Ernährung

  • Infektionskrankheiten 

  • Operationen mit Narkose

  • Einnahme bestimmter Medikamente 

  • Schwermetall Vergiftung 

  • Chemo- & Strahlentherapie

  • zu viel Stress

Kann man durch Eisenmangel Haarausfall bekommen?
Das Eiweiß Ferritin ist ein Marker, um Eisenmangel festzustellen. Sein Wert lässt sich mithilfe eines Bluttests messen. Ist er zu niedrig, kann Haarausfall die Folge sein. Der Mangel kann durch eine unzureichende Eisenversorgung über die Nahrung, einem gesteigerten Blutverlust oder eine ungenügende Eisenaufnahme über den Darm entstehen.  Magen-Darmgeschwüre, eine einseitige Ernährung oder radikale Diäten können dahinterstecken. Auch Frauen mit starken Monatsblutungen sowie Vegetarier und Veganer neigen zu Eisenmangel.

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3. Formen von diffusem Haarausfall

Ärzte unterteilen die diffuse Alopezie in zwei Arten, bei denen sich der Zeitpunkt des Haarausfalls unterscheidet. Denn der Haarzyklus durchläuft drei Phasen: die Wachstumsphase (Anagenphase), die Übergangsphase (Katagenphase) und die Ruhephase mit anschließendem Haarausfall (Telogenphase).

 (Quelle: Getty Images) (Quelle: Getty Images)

Bei der ersten Form des diffusen Haarausfall setzt der Haarverlust erst zwei bis drei Monate nach dem auslösendem Ereignis ein. Dabei gehen die Haare verstärkt in die telogene Ruhe und Ausfallphase über. Bei der zweiten Variante des diffusen Haarausfalls fallen die Haare bereits ein bis zwei Wochen nach dem auslösenden Ereignis während der Wachstumsphase (Anagenphase) aus. Diese Form tritt häufig nach Chemo- und Strahlentherapien oder starken Schwermetall-Vergiftungen auf.

4. Diagnose: Diese Untersuchungen führt der Arzt durch 

Sobald Sie einen vermehrten Haarausfall von über 100 Haaren pro Tag bemerken, sollten Sie einen Arzt, am besten einen Hautarzt aufsuchen. Dieser führt eine erste Anamnese zur Dauer und Lokalisation des Haarausfalls durch und prüft, ob andere Beschwerden vorliegen. Außerdem wird ein Bluttest durchgeführt, um mögliche Krankheiten oder einen Nährstoffmangel auszuschließen. Dabei werden hauptsächlich der Hämoglobin-, TSH- und Ferritin-Wert, der Blutzuckerspiegel sowie Entzündungs-, Schilddrüsen-, Leber- und Nierenwerte geprüft. 

Anschließend kann eine Haarwurzelstatusanalyse, auch Trichogramm genannt, durchgeführt werden. Die Haarwurzelstatusanalyse gibt Auskunft über den aktuellen Stand des Haarausfalls. Hierzu werden rund 50 Haare der Kopfhaut entnommen und verschiedene Haarwurzeltypen bestimmt und ausgezählt. Mit Hilfe der Ergebnisse kann der noch in den nächsten Monaten zu erwartende Haarausfall abgeschätzt werden. 

5. Behandlung: Therapien bei diffusem Haarausfall 

Um den diffusen Haarausfall zu behandeln, muss zuerst die Ursache diagnostiziert werden. Generell gilt der diffuse Haarausfall als reversibel, also heilbar. Wurde die Ursache behandelt, verschwindet der Haarausfall in der Regel nach einigen Monaten wieder. Bei einem Vitamin- oder Eisenmangel können Nahrungsergänzungsmittel helfen. Eine Schilddrüsenerkrankung muss mit entsprechenden Mitteln behandelt werden. Liegen die Ursache in hormonellen Schwankungen, können auch spezielle Medikamente eingesetzt werden. Sie enthalten die Stoffe Minoxidil und Finasterid, die allerdings Nebenwirkungen wie verstärkten Haarwuchs an anderen Körperstellen auslösen können. 

6. Tipps, um das Haarwachstum anzuregen

Wenn die Ursache für den Haarausfall gefunden und eine gezielte Behandlung durchgeführt wurde, wachsen die Haare mit der Zeit wieder nach. Um neuem Haarausfall vorzubeugen, können Betroffene einiges tun: Generell sollte Stress vermieden werden. Sorgen Sie für genügend Entspannung im Alltag durch ausreichend Schlaf oder Aktivitäten wie Yoga oder Meditation. Auch Kopfmassagen eignen sich hervorragend, um Stress abzubauen. Sie regen gleichzeitig die Durchblutung der Haarwurzeln an und fördern somit das Haarwachstum.

Alkohol und Nikotin dagegen sind pures Gift für die Haare und sollten vermieden werden. Ausreichende Flüssigkeitszufuhr und regelmäßige Bewegung bringen den Kreislauf in Schwung und verbessern die Durchblutung der Haarfollikel. Außerdem unterstützt eine gesunde Ernährung das Haarwachstum. Wer viel Obst, Gemüse und unverarbeitete Lebensmittel zu sich nimmt, fördert nicht nur seine allgemeine Gesundheit, sondern versorgt auch das Haar mit wertvollen Nährstoffen. Bestimmte Vitamine wirken sich positiv auf das Haarwachstum aus. Dazu zählen in erster Linie alle B-Vitamine, insbesondere Biotin. Außerdem benötigt starkes Haar Zink, Eisen, Vitamin C und Silicium.

7. Haarpflege: Was gut tut und was schadet

Bei der Haarpflege sollten Sie darauf achten, schonende Produkte zu benutzen und sanft mit Ihrem Haar umgehen. Häufiges Haarewaschen und grobes Durchbürsten der Haare im nassen Zustand stresst die Kopfhaut, da die Haare viel empfindlicher und poröser sind als im trockenen Zustand. Auch zu häufiges Kämmen und regelmäßiges Tragen strenger Zöpfe kann die Haarwurzeln strapazieren.

Hitzeintensive Geräte wie Glätteisen und Föhns sowie Haarefärbe-Produkte ist ebenfalls ungünstig für gesundes Haar. Bei der Wahl des Shampoos sollten Sie außerdem darauf achten, keine beschwerenden Produkte mit Silikon zu nutzen. Silikon lässt die Haare zwar glänzend aussehen und schützt das Haar, schadet aber der Kopfhaut. Denn es legt sich wie eine Schicht auf die Kopfhaut, sodass diese nicht mehr richtig atmen kann und mit zu wenig Sauerstoff versorgt wird. 

Verwendete Quellen:
  • Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V.
  • Eigene Recherchen

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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