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Nickelallergie: Ursachen, Symptome und mögliche Maßnahmen

Verbreiteter Ausschlag  

Was Sie gegen eine Nickelallergie tun können

18.03.2021, 14:44 Uhr | hm, Lorena Simmel, dpa-tmn

Nickelallergie: Ursachen, Symptome und mögliche Maßnahmen. Schon scheinbar harmlose Gegenstände wie Hosenknöpfe können bei Kontakt die Nickelallergie auslösen. (Quelle: imago images/Jochen Tack)

Schon scheinbar harmlose Gegenstände wie Hosenknöpfe können bei Kontakt die Nickelallergie auslösen. (Quelle: Jochen Tack/imago images)

Eine Nickelallergie ist zwar nicht ernsthaft gefährlich – sie kann aber sehr lästig werden. Betroffene entwickeln teils unangenehme Symptome. Und: Nickel ist im Alltag nur schwer zu meiden. Was hilft?

Es steckt in vielen Dingen, die täglich verwendet werden. Wer allergisch auf Nickel reagiert, sollte so wenig wie möglich damit in Kontakt kommen. Was sind die Symptome? Und welche Maßnahmen können helfen?

Ursachen und Entstehung der Nickelallergie

"Kein Mensch wird mit einer Nickelallergie geboren", sagt der Allergologe Elmar Ehring, der eine Praxis in Münster hat. Geboren werde man mit einer bestimmten Veränderung im Erbgut für die mögliche Ausbildung einer Allergie. Es bedarf dann immer des Kontakts des Stoffes mit dem Immunsystem, also der Sensibilisierung, wie der Mediziner erklärt.

Die Abwehrzellen von Betroffenen lernen dann fälschlicherweise, Nickelionen zu bekämpfen. Es kommt bei Kontakt mit Nickel zu einer Abwehrreaktion mit dem typischen Hautausschlag.

Ehring macht bei Patienten zum Nachweis der Nickelsensibilisierung einen sogenannten Epikutantest: Nickelsulfat wird auf einem Pflaster auf die Rückenhaut geklebt. Wenn eine Überempfindlichkeit vorliegt, dann kommt es an der entsprechenden Stelle zu einer Reaktion.

Typische Symptome der Allergie

Bei Betroffenen rötet sich die Haut bei Berührung mit Nickel und häufig kommt auch ein Ausschlag dazu. Darüber hinaus kann die Körperstelle jucken. Gelegentlich nässt die Haut, und es entstehen Knötchen und Bläschen. Die Symptome treten meist innerhalb weniger Stunden nach dem Kontakt mit Nickel auf. Gelegentlich können auch einige Tage zwischen dem Nickelkontakt und dem Auftreten der Symptome liegen, im Schnitt aber etwa zwölf bis 72 Stunden.

In der Fachsprache heißt das Hautekzem auch “Nickeldermatitis”. Meist heilt es wieder ab, sobald keinerlei Körperkontakt mehr zu Nickel besteht. Kommen Betroffene jedoch regelmäßig mit Nickel in Berührung, kann es zu einem sogenannten chronischen allergischen Kontaktekzem kommen: Die Hautveränderungen sind dauerhaft vorhanden, die Haut schuppt sich, wird rissig, eventuell auch verhornt.

In welchen Produkten ist Nickel enthalten?

Die Allergie ist insbesondere problematisch, weil Nickel in vielen Gegenständen des täglichen Lebens vorhanden ist – Betroffene können ihm also nur schwer ausweichen.

Neben günstigem Modeschmuck ist beispielsweise häufig auch Silber- oder Goldschmuck mit Nickel legiert. Gürtel, Knöpfe, Münzgeld und Brillengestelle können für Allergiker ebenso schwierig sein wie beispielsweise Besteck, Geschirr, Scheren, Messer, Schlüssel oder Türklinken.

Spielen bei einer Nickelallergie Lebensmittel eine Rolle?

Auch viele Lebensmittel enthalten Nickel. Die Wahrscheinlichkeit, dass Menschen durch die Aufnahme dieser Esswaren eine Allergie entwickeln, ist aber eher gering. Wer allerdings sehr empfindlich gegenüber dem Metall ist, kann auch nach Verzehr dieser Lebensmittel die genannten Symptome entwickeln.

Beliebte kohlenhydratreiche Beilagen wie Reis oder Kartoffeln enthalten ebenso Nickel wie Erdbeeren, Hülsenfrüchte, Nüsse und blattreiche Gemüsesorten. Darüber hinaus findet sich auch in unterschiedlichem Getreide Nickel, etwa in Mais, Hirse, Buchweizen oder Amaranth.

Sollten Sie bei sich eine Nickelallergie vermuten, die durch Lebensmittel begünstig wird, sollten Sie eine eventuelle Ernährungsumstellung immer ärztlich abklären, denn in den genannten Lebensmitteln sind viele relevante Nährstoffe enthalten.

Was können Betroffene tun?

Wer eine Kontaktallergie hat und beruflich regelmäßig mit nickelfreisetzendem Material in Kontakt kommt, sollte darauf achten, Hautschäden zu vermeiden, rät Professor Torsten Zuberbier. Das gilt etwa für Kassiererinnen und Kassierer oder Menschen, die in der Galvanik arbeiten, so der Leiter der Allergiefolgenforschung an der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Charité Berlin.

"Aufgeschürfte Hände oder kleine Hautrisse begünstigen das Eindringen von Nickelionen." Deswegen sollte man seine Haut pflegen und gegebenenfalls Schutzhandschuhe und Schutzkleidung tragen.

Heilbar ist eine Nickelallergie nicht. Wer allergisch darauf reagiert, dem bleibt nur, die Haut so wenig wie möglich mit Dingen in Kontakt zu bringen, die Nickel freisetzen.

Verwendete Quellen:
  • Eigene Recherche
  • Nachrichtenagentur dpa-tmn

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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