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Kahle Stellen am Kopf: Alles zu kreisrundem Haarausfall

Kreisrunder Haarausfall  

Was kahle Stellen am Kopf bedeuten

16.07.2019, 11:09 Uhr | Elena Zelle, dpa, t-online.de

Kahle Stellen am Kopf: Alles zu kreisrundem Haarausfall. Kreisrunder Haarausfall macht Betroffenen Angst. Eine konkrete Diagnose gibt es nicht. (Quelle: Getty Images/HeidiFrerichs)

Kreisrunder Haarausfall macht Betroffenen Angst. Eine konkrete Diagnose gibt es nicht. (Quelle: HeidiFrerichs/Getty Images)

Kahle Stellen am Kopf lösen bei Betroffenen oft Panik aus. Die Ursachen für kreisrunden Haarausfall sind bis heute nicht genau geklärt. Erfahren Sie alles über mögliche Ursachen, Formen und Therapie-Möglichkeiten.

Bei kreisrundem Haarausfall, auch Alopecia areata genannt, entstehen auf dem Kopf eine oder mehrere münzgroße, haarlose Stellen. Es können aber auch andere Körperstellen wie etwa bei Männern der Bart betroffen sein, sagt Christoph Liebich. Er ist Hautarzt in München und Mitglied des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen.

Ursachen von kreisrundem Haarausfall

Männer und Frauen können gleichermaßen an kreisrundem Haarausfall erkranken. Die kahlen Stellen können sich auf der gesamten Kopfhaut bis hin zur Glatze ausbreiten. Sind alle Kopfhaare betroffen, spricht man auch von Alopecia totalis. Erstreckt sich der Haarausfall auf den ganzen Körper liegt eine Alopecia universalis vor. Die Ursachen für den kreisförmigen Haarverlust sind noch nicht ausreichend erforscht. Nach derzeitigem Wissensstand liegt bei kreisrundem Haarausfall oft eine Autoimmunerkrankung vor. Dabei richten sich die Abwehrzellen des Immunsystems gegen die Haarwurzel-Zellen und es entstehen entzündliche Stellen auf der Haut an denen die Haare ausfallen. Aber auch Stress oder Vererbung spielen beim Haarausfall eine Rolle. 

Die Erkrankung ist weder gefährlich, noch haben die Betroffenen Schmerzen oder Beschwerden. Aber: "Die Menschen haben einen hohen Leidensdruck, und die Behandlung ist sehr limitiert", sagt Prof. Hans Wolff, Leiter der Haarsprechstunde an der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Allergologie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Methoden seien experimentell und die Medikamente oft nicht für die Behandlung der Alopecia areata zugelassen.

Die Diagnose: Bei kahlen Stellen am Kopf zum Hautarzt

Betroffene sollten in jedem Fall zum Dermatologen gehen, wenn sie eine oder mehrere kahle Stellen am Kopf bemerken. So können ernsthfte Erkrankungen ausgeschlossen werden. Häufig empfiehlt der Arzt die Einnahme von Zinktabletten über einen Zeitraum von drei bis sechs Monaten. Dass das hilft, sei jedoch nicht wissenschaftlich belegt, sagt Wolff. 

Therapie bei kreisrundem Haarausfall

Eine Behandlung mit Kortison komme infrage, wenn das Haar plötzlich und büschelweise ausfällt. Die Behandlung sei allerdings mit Nebenwirkungen wie Gewichtszunahme verbunden und führe fast nie zu einem nachhaltigen Wachstum der Haarwurzeln, sagt Wolff. Eine weitere Therapie-Möglichkeit ist laut Wolff die sogenannte topische Immuntherapie mit dem Kontaktallergen Diphenylcyclopropenon (DCP). Kontaktallergene sind Substanzen, die erst durch Körperkontakt Allergien auslösen, indem sie sich an körpereigene Eiweiße binden. Der Experte betont aber, dass DCP nicht als Medikament zugelassen sei. Es handele sich dabei vielmehr um eine Chemikalie. Diese werde auf die Kopfhaut aufgetragen. Durch die Reizung soll das Wachstum der Haare und die Durchblutung der Haarfollikel und Haarwurzeln wieder angeregt werden.

"Im Extremfall kann man davon einen Ausschlag am ganzen Körper bekommen." sagt Liebich. Bei Menschen mit dunkler Haut sind außerdem Pigmentierungsstörungen möglich. Er betont, dass die Nebenwirkungen in einigen Fällen sehr unangenehm sein können, indem sich Blasen bilden, die Haut schuppig wird oder sich rötet. Grundsätzlich, sollte die Behandlung nur für einen begrenzten Zeitraum durchgeführt werden. "Wenn nach drei Monaten nichts passiert ist, würde ich die Behandlung abbrechen", sagt Wolff. Deute sich ein gesteigertes Haarwachstum an, könne man die Behandlung auf sechs Monate ausdehnen. In der Regel würde die Krankenkassen die Behandlungskosten nicht übernehmen. Sie belaufen sich laut Wolff zwischen 250 und 500 Euro pro Quartal.

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Weitere Therapiemöglichkeiten – immunsuppressive Behandlung

Eine andere Methode gegen den Haarausfall stellt die immunsuppressive Behandlung dar. Sie werde bereits von einigen Ärzten bei Schuppenflechte und Rheuma eingesetzt, sagt Wolff. Durch die medikamentöse Unterdrückung des Immunsystems soll der Haarausfall verhindert werden. Patienten werden so aber auch anfälliger für Infekte. Der Mediziner selbst wendet diese Methode derzeit nicht an. Da aus seiner Sicht die Behandlung in klinischen Studien genauer geprüft werden müsse. 

Verlauf von kreisrundem Haarausfall

Der Verlauf der Krankheit lässt sich schwer vorhersagen. Unter bestimmten Umständen ist die Prognose jedoch gut: Treten am Anfang nur ein oder zwei kahle Flecken auf, die nicht größer als eine Münze sind, stehen die Chancen gut, dass die Haare nach sechs bis zwölf Monaten von alleine wieder nachwachsen, sagt Wolff. Schlechter sehe es aus, wenn der Haarausfall ausgeprägt sei und die Haare über einen längeren Zeitraum nicht mehr nachwachsen. Dann bleibe den Betroffenen nichts anderes üblich, als sich mit der Situation zu arrangieren. Dafür eigne sich beispielsweise die Alopecia areata Deutschland Selbsthilfegruppe. Vielen Betroffenen helfe es, sich mit anderen auszutauschen. Männer können sich außerdem entscheiden, ihre Haare ganz abzurasieren und eine Glatze zu tragen. Bei Frauen ist die Situation jedoch schwieriger. Hier können allerdings versuchen, mit hochwertigen Perücken aus echtem Haar, den Haarausfall zu kaschieren. 

Den Betroffenen die Angst nehmen

Hautarzt Liebich weiß, dass die entzündliche Erkrankung der Haare oft Panik auslösen. "Man sollte versuchen, die Angst gegebenenfalls auch mit therapeutischer Hilfe möglichst klein zu halten." Betroffene klammern sich daher oft an jeden Strohhalm – und geraten dann an die Falschen, sagt Wolff. "Es gibt viele Scharlatane". Sie versuchem, teure Therapiemethoden zu verkaufen oder hundertprozentige Heilung zu versprechen. Hier sollte der Patient hellhörig werden. 

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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