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Krankhaftes Zittern: Warum bekommen Menschen einen Tremor?


Warum bekommen Menschen einen Tremor?

Von Alexandra Grossmann

Aktualisiert am 27.06.2019Lesedauer: 3 Min.
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Frau hält ihre Hand: Ein Tremor kann sehr unterschiedliche Ursachen haben.
Frau hält ihre Hand: Ein Tremor kann sehr unterschiedliche Ursachen haben. (Quelle: michellegibson/getty-images-bilder)
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Plötzlich zucken und beben die Glieder, ohne dass man es will – ein Tremor schüttelt sie. Das Zittern kann harmlos sein. Tritt es häufiger auf, kann aber auch eine schwere Krankheit der Grund sein.

Das Wichtigste im Überblick


  • Einseitiger Ruhetremor
  • Ursachen für einen einseitigen Ruhetremor
  • Essenzieller Tremor
  • Ursachen für einen essenziellen Tremor
  • Intentionstremor: Erscheinungsform und Ursachen
  • Seltene Formen von Tremores
  • Behandlung eines Tremors

Bei drei öffentlichen Auftritten in den vergangenen vier Wochen zitterte Bundeskanzlerin Angela Merkel merklich. Dabei gab es keinerlei Hinweise darauf, dass Merkel an einer bestimmten Krankheit leidet. Dennoch sind die Vorfälle Grund genug, das Phänomen Zitteranfälle unter die Lupe zu nehmen.

Ein leichtes Zittern kennt jeder – wenn es kalt ist, oder wenn plötzlich etwas Aufregendes passiert. In schwacher Form zittern unsere Muskeln sogar immer, sobald wir sie bewegen – wir bemerken es nur nicht.

Bemerken Menschen, dass sie stärker oder öfter zittern, sprechen Mediziner von einem Tremor. Ursachen dafür gibt es viele, teils können auch schwere Krankheiten zugrunde liegen. Fachleute unterscheiden vor allem drei Arten von Tremores:

Einseitiger Ruhetremor

Dieses Zittern tritt auf einer Seite des Körpers auf, wenn die betroffene Körperpartie gerade ruht. Er betrifft meistens die Hände und die Finger, kann jedoch auch am Kopf oder an den Füßen vorkommen. Aufregung und/oder Stress verstärken das Zittern. Sobald der Körperteil bewegt wird, endet der Tremor.

Ein Ruhetremor ist oft langsam, Mediziner nennen ihn auch grobschlägig. Das bedeutet, dass die Zitterbewegung sehr gut sichtbar ist und weite Schwingungen hat, anders als zum Beispiel ein leichtes, feines und sehr schnelles Zittern.

Ursachen für einen einseitigen Ruhetremor

Der einseitige Ruhetremor ist typisch für die Parkinson-Erkrankung. Weitere Symptome dieser Krankheit sind insgesamt verlangsamte Bewegungen, zum Beispiel schwingen die Arme beim Gehen weniger mit, der Gang verliert an Schwung, die Schritte werden kürzer. Im Laufe der Zeit versteifen sich die Muskeln, es treten auch Haltungs- und Gehstörungen auf, die Mimik wird starr und schwerfällig.

Weitere Ursachen für den einseitigen Ruhetremor sind gewisse Medikamente sowie eine Überfunktion der Schilddrüse, auch Hyperthyreose genannt.

Essenzieller Tremor

Der essenzielle Tremor tritt an beiden Körperseiten auf, meist sogar symmetrisch, zum Beispiel an beiden Händen, Armen oder Beinen zugleich. Und er beginnt, wenn man etwas tut, zum Beispiel, wenn Betroffene den Schlüssel ins Schloss stecken oder nach einem Glas greifen. Die Bewegungsstörung wird auch "Zitterkrankheit" genannt.

Ursachen für einen essenziellen Tremor

Die Ursachen für den essenziellen Tremor sind bisher nicht bekannt. Es wird jedoch vermutet, dass genetische Faktoren eine Rolle spielen, weil die Krankheit häufig unter Familienmitgliedern auftritt. Seltener erkranken junge Menschen, meistens treten die ersten Symptome zwischen dem 51. und 61. Lebensjahr auf.

Intentionstremor: Erscheinungsform und Ursachen

Bei dieser Form eines Tremors zittert die Hand bei der Annäherung an ein Ziel, beispielsweise an die Nase oder einen Gegenstand. Sie wird also ausgelöst durch den Wunsch – die Intention – etwas zu tun. Ursache für diese Erkrankung ist eine Schädigung des Kleinhirns, etwa durch Multiple Sklerose (MS), einen Schlaganfall oder Alkoholismus.

Seltene Formen von Tremores

  • Orthostatischer Tremor: Betroffene stehen unsicher und fühlen sich dabei unwohl. Sie selbst merken den Tremor nicht, er ist aber messbar. Wegen der Seltenheit der Erkrankung gibt es keine aussagekräftigen Studien zu Medikamenten, die helfen könnten.
  • Dystoner Tremor: Die Dystonie ist eine neurologische Bewegungsstörung, bei der die Muskeln unwillkürlich in Bewegung geraten. Sie kann auch in Form eines Tremors auftreten. Häufig sind die Extremitäten und/oder der Kopf betroffen.
  • Holmes-Tremor: Diese Form tritt nach Verletzungen des Mittelhirns auf, meistens erst Monate später. Die Bewegungen dieses Zitterns sind sehr stark. Bisher ist nur ein Wirkstoff bekannt, der zur Behandlung gegeben wird. Auch hier ist die Studienlage dürftig.

Behandlung eines Tremors

Die Möglichkeiten einer Behandlung sind sehr unterschiedlich. Je nach Schweregrad und Ursachen wird meist nicht nur der Tremor, sondern die zugrundeliegende Erkrankung behandelt, etwa Parkinson oder Krebs. Leichte Formen von Tremores ohne weitere Krankheiten lassen sich manchmal gut behandeln – aber nicht immer. Menschen empfinden das Zittern auch als unterschiedlich belastend.


In jedem Fall sollten Betroffene einen Arzt aufsuchen, wenn sie häufiger zittern. Denn nicht immer sind die Ursachen harmlos. Sie können auch ein Hinweis sein für eine andere Erkrankung, die behandelt werden muss.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Netdoktor: Tremor
  • DocCheck Flexikon: Tremor
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