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Schmerz aus dem Nichts: Wenn Füße und Zehen plötzlich krampfen

Schmerz aus dem Nichts  

Wenn Füße und Zehen plötzlich krampfen

25.11.2019, 17:56 Uhr | Sabine Meuter, dpa

Schmerz aus dem Nichts: Wenn Füße und Zehen plötzlich krampfen. Eine Frau fasst sich an ihre Wade: Fuß- und Wadenkrämpfe treten bei vielen Betroffenen vor allem im Schlaf auf.  (Quelle: dpa/tmn/Christin Klose)

Eine Frau fasst sich an ihre Wade: Fuß- und Wadenkrämpfe treten bei vielen Betroffenen vor allem im Schlaf auf. (Quelle: Christin Klose/dpa/tmn)

Er reißt einen aus dem Schlaf und attackiert einen im Alltag: Ein Krampf im Fuß gehört zu den unschöneren Überraschungen. Kommt das immer wieder vor, steckt vielleicht eine Krankheit dahinter. Nur welche?

Häufig auftretende Krämpfe im Beinbereich können verschiedene Ursachen haben. Es kann an der Einnahme von bestimmten Medikamenten liegen. Oder an Bewegungsmangel.

"Die Krämpfe können auch ein Hinweis auf eine Schilddrüsenerkrankung sein", sagt Axel Klein. Der Dresdener Facharzt für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sportmedizin ist Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Krämpfe können auch als Begleiterscheinungen von Erkrankungen wie etwa Diabetes auftreten. Eine weitere Ursache sind Durchblutungsstörungen.

Spurensuche beim Hausarzt

Erste Anlaufstelle ist der Hausarzt. Er lotet mit Fragen aus, was hinter den Beschwerden stecken könnte. Findet der Hausarzt keine Ursache für die Krämpfe, überweist er den Patienten an einen Neurologen. Der prüft vor allem, ob Hinweise auf eine Schädigung der Nerven oder der Muskulatur bestehen.

"Wichtig ist eine sehr sorgfältige Befragung des Patienten, um Medikamente oder eine zugrundeliegende Erkrankung zu identifizieren, damit im besten Fall die Ursache der Krämpfe behandelt werden kann", sagt Prof. Helge Topka. Er ist Chefarzt der Klinik für Neurologie und Klinische Neurophysiologie an der München Klinik Bogenhausen. Lässt sich keine klare Ursache für die Krämpfe erkennen, kommt nach seinen Angaben eine symptomatische Therapie in Betracht. Um Muskelkrämpfe unabhängig von der Ursache zu lindern, können Neurologen zum Beispiel Chinin-Präparate verschreiben.

"Eine Dauerlösung sind solche Medikamente aber nicht, da sie mit schwerwiegenden Nebenwirkungen eingehen können, die mitunter lebensgefährlich sind", so Topka.

Magnesium hilft nur bedingt

Weit verbreitet ist die Auffassung, dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln wie Magnesiumtabletten helfen soll, Muskelkrämpfe zu lindern. "Man kann es damit versuchen, aber wissenschaftliche Belege, dass das Magnesium tatsächlich wirkt, gibt es nicht", sagt Prof. Ulrich Fölsch. Er ist Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie in Kiel sowie Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin.

Nur bei Krämpfen, die während der Schwangerschaft auftreten, sei eine geringe Wirksamkeit von Magnesium belegt, ergänzt Topka.

Mitunter kann es auch vorkommen, dass Sportler unter Krämpfen leiden. "Das liegt daran, dass sie während des Trainings schwitzen und es dadurch zu einem Elektrolytverlust kommen kann", erläutert Klein. Isotonische Getränke schaffen dann meist Abhilfe. "Wichtig ist aber auch, sich vor dem Sport richtig aufzuwärmen."

Ruhe und Wärme zur Vorbeugung

Nach seinen Angaben können Krämpfe im Fuß auch an zu engen oder schlecht sitzenden Schuhe liegen – egal, ob man Sportler ist oder nicht. "Bei älteren Frauen und Männern können Krämpfe im Fuß oder in den Zehen unter Umständen auch auf Gelenkveränderungen zurückzuführen sein", sagt Topka.


Sinnvoll kann sein, Füße, die zum Krampf neigen, mehr zu pflegen. "Angenehm wirkt zum Beispiel Wärme", so Klein. Hilfreich sind etwa heiße Fußbäder oder Kirschkernkissen. Ein weiterer, ganz simpler Tipp: "Immer mal wieder die Beine hochlegen", empfiehlt Fölsch. Das entlastet die Gefäße und entspannt die Muskeln.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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