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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Wenn das Herz und der Puls plötzlich rasen

Von Andrea Goesch

Aktualisiert am 30.04.2022Lesedauer: 3 Min.
Puls messen: Unbehandelt können Herzrhythmusstörungen zu einem Schlaganfall fĂŒhren.
Puls messen: Unbehandelt können Herzrhythmusstörungen zu einem Schlaganfall fĂŒhren. (Quelle: mheim3011/getty-images-bilder)
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Das Herz ist ein wahres Hochleistungsorgan. Bis zu 10.000 Liter Blut pumpt es pro Tag durch den Körper. GerĂ€t der "Motor" aus dem Takt, kann es zum Vorhofflimmern kommen. Vorboten sind Herzstolpern, Herz- und Pulsrasen. Dadurch erhöht sich das Schlaganfallrisiko um ein FĂŒnffaches.

Besonders Senioren leiden oft an Vorhofflimmern. Die Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neurologie (DGN) weist darauf hin, dass die Herzrhythmusstörung bei Menschen von 65 bis ĂŒber 80 Jahren die hĂ€ufigste Ursache fĂŒr Schlaganfall ist. Medikamente helfen, das Risiko zu senken.


Diese fĂŒnf Symptome weisen auf einen Schlaganfall hin

Schlaganfall kann jeden treffen
Sehstörungen als Begleiterscheinung eines Schlaganfalls
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Was passiert genau bei Vorhofflimmern?

Vorhofflimmern ist eine spezielle Form einer Herzrhythmusstörung, bei der die Herzvorkammern (Vorhöfe) und die Hauptkammern nicht mehr im gleichen Takt schlagen. Typische Symptome sind Herzstolpern oder Herzrasen, Schwindel, Kurzatmigkeit, Schwitzen, SchwĂ€che und ein EngegefĂŒhl in der Brust. Viele Betroffene bemerken jedoch gar keine Symptome oder können die Signale ihres Körpers nicht richtig einordnen.

Wenn die Vorhöfe nicht mehr richtig pumpen, sondern nur "flimmern", können sich dort Blutgerinnsel (Thromben) bilden, die dann vom Herzen mit dem Blutstrom in die Gehirnarterien gelangen und dort GefĂ€ĂŸverschlĂŒsse, also akute SchlaganfĂ€lle, auslösen können.

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Ist Herzstolpern immer gefĂ€hrlich? Herzstolpern ist ein weit verbreitetes PhĂ€nomen. Meist sind dafĂŒr sogenannte Extrasystolen verantwortlich. Darunter verstehen Mediziner zusĂ€tzliche HerzschlĂ€ge, die den Rhythmus des Herzens verĂ€ndern. Extrasystolen sind in vielen FĂ€llen harmlos. Treten sie jedoch hĂ€ufiger am Tag auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Besonders hellhörig sollten Patienten werden, wenn Herzstolpern mit Beschwerden wie Schwindel, Bewusstseinsstörungen, unruhigem Puls oder Atemnot einhergeht. In diesen FĂ€llen sollte immer eine rasche Ă€rztliche AbklĂ€rung erfolgen.

BlutverdĂŒnner zur Schlaganfall-Prophylaxe

Mit einer medikamentösen, gerinnungshemmenden Therapie können sich Menschen mit Vorhofflimmern vor einem Hirnschlag schĂŒtzen. Die DGN weist darauf hin, dass neue, wirkungsvolle Substanzen zur VerfĂŒgung stehen, die sich in Studien besonders bei Ă€lteren Patienten als wirksam erwiesen haben. Bei diesen Medikamenten handelt es sich um sogenannte direkte orale Antikoagulantien, kurz DOAKs genannt. Es handelt sich dabei um gerinnungshemmende (umgangssprachlich blutverdĂŒnnende) Mittel mit antithrombotischer Wirkung.

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DOAKs bieten nach Auskunft der DGN verschiedene Vorteile gegenĂŒber herkömmlichen Substanzen wie Cumarinen, zu denen auch Marcumar und Warfarin gehören. Im Gegensatz zu diesen sei bei DOAKs keine engmaschige TherapieĂŒberwachung notwendig.

Studie bestÀtigt Wirksamkeit der DOAK-Therapie

Die DGN weist auf eine aktuelle Studie aus den USA hin, in der Forscher die Wirksamkeit der DOAKs an ĂŒber 11.000 Ă€lteren Menschen mit Vorhofflimmern testeten, die einen Schlaganfall erlitten hatten, im Vorfeld aber keine blutverdĂŒnnenden Medikamente erhalten hatten. 4.041 Studienteilnehmer nahmen nach der Entlassung ein DOAK ein und 7.621 Warfarin. So sollte verglichen werden, welches Mittel bei der PrĂ€vention von SchlaganfĂ€llen effektiver ist.

Wichtig: Tritt als Folge des Vorhofflimmerns ein Schlaganfall auf, ist das ein akuter Notfall. Typische Anzeichen sind plötzlich auftretende Seh- und Sprachstörungen. Auch LĂ€hmungen auf einer Körperseite, TaubheitsgefĂŒhle und ein heftiger Kopfschmerz können auftreten.

Das Ergebnis: Die DOAK-Gruppe verbrachte im ersten Jahr nach der Entlassung weniger Tage in der Reha oder im Pflegeheim im Vergleich zur Warfarin-Gruppe. Die Patienten der DOAK-Gruppe hatten auch ein signifikant geringeres Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ein geringeres Sterberisiko und die Zahl der stationĂ€ren Wiederaufnahmen wegen akuten Herzerkrankungen oder infolge erneuter SchlaganfĂ€lle war geringer.

"In dieser Studie profitierten Ă€ltere Schlaganfallpatienten mit Vorhofflimmern nach der Klinikentlassung mehr von einer DOAK- als von einer Warfarin-Prophylaxe", resĂŒmiert Professor Hans-Christoph Diener, Pressesprecher der DGN. Das bestĂ€tige die Empfehlung der europĂ€ischen Leitlinien zur SchlaganfallprĂ€vention. Diese bevorzugt bei Vorhofflimmern die Gabe von DOAKs, wenn keine Kontraindikationen vorliegen.

Wie Patienten sonst noch vorbeugen können

Doch nicht nur gerinnungshemmende Medikamente helfen, die Herzrhythmusstörungen in den Griff zu bekommen und so einem Schlaganfall vorzubeugen. Auch regelmĂ€ĂŸige Pulsmessungen sind wichtig, um ein unbemerktes Vorhofflimmern aufzudecken.

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Die Deutsche Herzstiftung rĂ€t daher MĂ€nnern und Frauen ab dem 65. Lebensjahr sowie Bluthochdruck-Patienten, ihren Puls selbst zu kontrollieren und bei AuffĂ€lligkeiten ein EKG machen zu lassen. Sei der Puls unregelmĂ€ĂŸig oder liege er in Ruhe ĂŒber 100 SchlĂ€ge pro Minute, sollte man so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, um zu klĂ€ren, ob Vorhofflimmern dahintersteckt. In nur wenigen Stunden könnten in den Herzvorhöfen Blutgerinnsel entstehen, die Arterien verschließen und je nach betroffenem Areal einen Schlaganfall verursachen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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