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Coronavirus-FAQ: Ist eine Übertragung über die Luft möglich?

Mögliche Ansteckungswege  

Kann das Coronavirus auch über die Luft übertragen werden?

09.04.2020, 14:21 Uhr | dpa-tmn, mwe, msc, nsa, sms, t-online.de

Coronavirus-Experiment: Wie sich unsere Atemluft verbreitet

Im öffentlichen Raum sollen wir derzeit 1,5 bis 2 Meter Abstand zu anderen Menschen halten. Warum das so wichtig ist, zeigt ein Experiment der Universität Weimar. Darin wird die Ausbreitung unserer Atemluft sichtbar gemacht. (Quelle: t-online.de)

Atemluft-Experiment im Video: Wie sich potenzielle Coronavirus-Erreger ausbreiten und was ein Mundschutz bringt. (Quelle: t-online.de)


Die Zahl der Corona-Infizierten erhöht sich täglich. Mit der steigenden Verbreitung in Deutschland wächst auch hierzulande die Sorge. t-online.de erklärt, was zum Coronavirus bis jetzt bekannt ist.

Wie gefährlich ist das Coronavirus?

Die Erkrankung kann sehr unterschiedlich verlaufen. Laut einer von Chinas Gesundheitsbehörde Mitte Februar vorgestellten Analyse führt der Erreger bei mehr als 80 Prozent der infizierten Menschen lediglich zu erkältungsähnlichen Symptomen. Wie schwer die Erkrankung verläuft, hängt offenbar auch vom Alter der Betroffenen ab. Kinder und gesunde Erwachsene entwickeln in der Regel nur milde Symptome wie Schnupfen und leichtes Fieber oder bemerken nicht einmal, dass sie sich angesteckt haben.

Bei Menschen über 80 Jahren liegt die in der offiziellen chinesischen Analyse errechnete Todesrate bei knapp 15 Prozent, es sterben also in dieser Altersgruppe in China im Mittel etwa 15 von 100 Infizierten. Auch bei Menschen mit schweren Vorerkrankungen ist das Risiko für einen schweren oder gar tödlichen Verlauf höher. In der Gruppe der 10 bis 39 Jahre alten Menschen sterben 0,2 Prozent der Infizierten, also etwa 2 von 1.000 Betroffenen.

Insgesamt sterben nach aktuellem Stand in China mehr als zwei Prozent der mit SARS-CoV-2 Infizierten. Ob diese Zahl die tatsächliche Situation erfasst, ist jedoch unsicher. Viele Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Sterberate geringer ist. Der Grund: Vermutlich bleiben viele Infizierte wegen eines milden Krankheitsverlaufs oder gar völliger Symptomfreiheit unerkannt, werden also gar nicht in der Statistik erfasst.

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts, erklärte Ende Februar: "Das Virus ist leicht übertragbar, die Ausbreitungsgeschwindigkeit ist sehr hoch. Ein bis zwei Prozent sterben laut aktuellen Zahlen." Damit sei das Coronavirus tödlicher als die Grippe. Wie viel höher die Sterberate ausfalle, werde man nach dem Ende der Epidemie sehen.

Ob von Covid-19 genesene Menschen immun sind, lesen Sie hier.

Große Unterschiede bei den Sterberaten

Allerdings werden mit der zunehmenden Ausbreitung von SARS-CoV-2 deutliche Unterschiede bei den Sterberaten je nach Land sichtbar. Während sie in Italien Mitte März bei bei rund acht Prozent lag, bewegte sie sich zur gleichen Zeit in Deutschland bei deutlich unter einem halben Prozent. 

Experten vermuten hinter den sehr unterschiedlichen Zahlen mehrere Ursachen: Zum einen spielt die Altersstruktur der Bevölkerung eine Rolle. Je mehr Ältere es gibt, desto höher liegt statistisch die Sterberate. Zudem dürften die Ausstattung der Krankenhäuser sowie die Häufigkeit der Tests eine Rolle spielen.

Kann das Coronavirus auch über die Luft übertragen werden?

Wissenschaftler gehen bislang davon aus, dass SARS-CoV-2 vor allem über die Tröpfchen- und Schmierinfektion weitergegeben wird. Doch nun weisen erste Studien auf einen weiteren Übertragungsweg hin.

Forscher konnten erstmals Mitte März in einer im Fachmagazin "The New England Journal of Medicine" (NEJM) veröffentlichten Untersuchung nachweisen, dass das Coronavirus drei Stunden lang als Schwebeteilchen in der Luft überleben kann. Dafür versprühten sie in einem Laborexperiment das Virus mit einer Art Zerstäuber in der Luft. Daraus schlussfolgerten die Autoren, "dass die Übertragung des Virus SARS-CoV-2 per Aerosol", also über die Luft, durchaus möglich sei. Das bedeutet, dass sich Viren als Schwebeteilchen über einen längeren Zeitraum in der Luft aufhalten können. Theoretisch könnten diese so auch eingeatmet werden.

Allerdings gibt es Zweifel an der Übertragbarkeit des Experiments. Wissenschaftler wiesen darauf hin, dass es mit der Realität wenig übereinstimme: Muss ein Erkrankter husten oder niesen, "fallen die Tröpfchen im Vergleich zu einem Aerosol ziemlich schnell zu Boden", weil sie schwerer seien als die Schwebeteilchen aus einem Sprühnebel, sagte Paul Hunter von der britischen Universität von East Anglia. Außerdem trockne das Coronavirus an der Luft rasch aus.

Auch Christian Drosten, Chef-Virologe an der Berliner Charité, erklärt im NDR-Podcast, dass solch ein Tropfen so klein sei, "dass er ganz schnell durchtrocknet, das Virus dann nicht mehr in einer Flüssigkeit ist und dann zerstört wird". Er hält es aber generell für möglich, dass Luftbewegungen im Raum Aerosole weitertransportieren, die schließlich von einer Person eingeatmet werden könnten.

Das Robert Koch-Institut schreibt auf seiner Internetseite, dass Übertragungen über die Luft bislang nicht bekannt seien. Weitere Studien dazu müssen folgen.

Ist Covid-19 für Männer wirklich besonders riskant?

Dass Covid-19 bei älteren Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen häufiger schwer verläuft, ist offenbar gesichert. Erste große Analysen und die Fallzahlen aus verschiedenen Ländern fördern zudem eine weitere Auffälligkeit zutage: Bei Männern scheint die Erkrankung häufiger tödlich zu verlaufen als bei Frauen.

So zeigte der Ende Februar veröffentlichte Seuchenbericht des Chinese Center for Disease Control and Prevention zur Ausbreitung des neuartigen Coronavirus anhand von Daten von mehr als 40.000 Covid-19-Patienten: Die Zahl der infizierten Männer (22.981) und Frauen (21.691) war zwar etwa gleich groß. Die Sterblichkeitsrate lag bei den Männern allerdings mit 2,8 Prozent wesentlich höher als bei den Frauen (1,7 Prozent). 

Auch in Deutschland sterben mehr Männer im Zusammenhang mit SARS-Cov-2

Die höhere Sterberate bei Männern beschränkt sich nicht nur auf China, sondern zeigt sich auch hierzulande immer deutlicher. Laut Angaben des Robert Koch-Instituts (Stand 5. April) sind in Deutschland bislang 1.342 Personen im Zusammenhang mit einer Erkrankung an Covid-19 gestorben. Darunter liegt die Anzahl der Männer mit 63 Prozent deutlich höher als der der Frauen mit 36 Prozent, für drei Personen ist das Geschlecht unbekannt. Bei den Infektionsraten zeigt sich den Angaben des RKI zufolge hingegen kein Unterschied: Männer und Frauen infizieren sich demnach genauso häufig mit SARS-CoV-2.

Schon bei der durch ein Coronavirus verursachten SARS-Epidemie war in Hongkong ein ähnlicher Trend beobachtet worden: Damals lag einer im Fachmagazin "Annals of Internal Medicine" veröffentlichten Studie zufolge die Sterblichkeitsrate bei männlichen SARS-Infizierten 50 Prozent höher als bei den Frauen.

Das männliche Immunsystem ist anders

Dass die Sterberate bei Männern höher liegt, erklären viele Experten damit, dass Frauen grundsätzlich über eine etwas bessere Immunabwehr verfügen. In einem Bericht der "New York Times" erläuterte die Forscherin Sabra Klein, die unter anderem Geschlechtsunterschiede bei Virusinfektionen untersucht: "Wir haben dieses Muster bereits bei vielen Atemwegserkrankungen gesehen. Frauen können sie besser bekämpfen." 

Nicht nur ein schwächeres Immunsystem, sondern auch ein bei Männern anderer Lebensstil könnte zudem eine Rolle spielen. So ernähren sich Männer im Schnitt ungesünder als Frauen, trinken mehr Alkohol und rauchen häufiger, was wiederum das Risiko etwa für Diabetes Typ 2, Bluthochdruck und Herzerkrankungen erhöht. "In China rauchen 50 Prozent der Männer, aber nur zwei Prozent der Frauen." Sind die Lunge und die Atemwege vorgeschädigt, könne das womöglich das Risiko für einen schweren Verlauf von Covid-19 erhöhen, meint der Virologe Hendrik Streeck. Mit abschließender Sicherheit lasse sich das aber noch nicht beurteilen.


Kann ich gleichzeitig an Grippe und Covid-19 erkranken?

Die Antwortet lautet: ja. Grundsätzlich können beiden Krankheiten parallel auftreten, da sie von verschiedenen Viren verursacht werden. Influenzaviren lösen die Grippe, Coronaviren die Lungenkrankheit Covid-19 aus.

Wer eine Grippe hat, dessen körpereigene Abwehrkräfte sind geschwächt. Dadurch ist auch das Risiko erhöht, sich mit dem Coronavirus zu infizieren und schwer zu erkranken. Denn kommt eine Infektion mit SARS-CoV-2 hinzu, muss das Immunsystem gegen zwei Krankheitserreger gleichzeitig ankämpfen.

Generell zählen Patienten mit Vorerkrankungen beziehungsweise einem geschwächten Immunsystem zu den Risikogruppen für einen schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung. Für sie kann eine Infektion lebensgefährlich sein.

Mediziner raten deshalb vor allem gefährdeten Personen, sich gegen Grippe und Pneumokokken impfen zu lassen. Beide Erkrankungen können Lungenentzündungen hervorrufen.

Wie gefährlich ist Covid-19 für Kinder?

Was sich schon nach den ersten Wochen des Corona-Ausbruchs in China zeigte, bestätigen auch neuere Beobachtungen aus anderen Teilen der Welt: Bislang scheinen kaum Kinder von Covid-19 betroffen zu sein. Außerdem verläuft die Erkrankung bei Kindern in der Regel offenbar sehr mild. Das unterscheidet den neuen Erreger klar von der Influenza und anderen Atemwegserkrankungen, die für Kinder oft besonders riskant sind.

Die bislang größte Studie des chinesischen Center for Disease Control (CDC) hatte vor einigen Wochen gezeigt, dass unter rund 45.000 Fällen nur 416 Kinder im Alter von unter neun Jahren waren. Etliche Forscher vermuteten anfangs, dass Kinder seltener Kontakt zu möglichen Überträgern haben oder die Erkrankung bei ihnen aufgrund des milden Verlaufs meist unerkannt bleibt.

Nun hat ein internationales Team aus Wissenschaftlern eine neue ausführliche Studie zu diesem Thema herausgegeben. Dafür hatten die Forscher die Daten von Betroffenen aus der südostchinesischen Metropole Shenzhen analysiert. Die wichtige Erkenntnis: Kinder infizieren sich genauso oft mit SARS-CoV-2 wie Erwachsene. Allerdings zeigen sie entweder gar keine oder aber nur milde Symptome, können die Krankheit also vermutlich besser abwehren.

Konkret untersuchten der Forscher Qifang Bi und seine Kollegen von der Johns Hopkins Bloomberg School of Public Health in Baltimore 391 Personen, die sich nachweislich mit dem neuen Erreger infiziert hatten. Von diesen durchschnittlich 45 Jahre alten Patienten zeigten 91 Prozent lediglich leichte oder mäßige Symptome.

In einem weiteren Schritt untersuchten die Mediziner insgesamt 1.286 Menschen, die in engerem Kontakt mit den Infizierten gewesen waren und analysierten, wie viele von ihnen sich in der Folge auch mit dem Virus infizierten. Das Ergebnis: Die Infektionsrate der Kontaktpersonen war bei allen Altersgruppen etwa gleich hoch. Im Schnitt lag sie bei 7,9 Prozent. Bei den Kindern im Alter von unter zehn Jahren infizierten sich 10,7 Prozent. Allerdings zeigten die positiv auf SARS-CoV-2 getesteten Kinder kaum Krankheitssymptome, wie Bi und seine Kollegen berichten. Zudem erholten sie sich schneller wieder von der Erkrankung als die positiv getesteten Erwachsenen.

Was jetzt bei Bestattungen gilt

Am 22. März haben Bund und Länder in Deutschland ein Kontaktverbot zum Schutz vor dem Coronavirus ausgesprochen. Die neue Regelung besagt, dass Ansammlungen mit mehr als zwei Personen im öffentlichen Raum verboten sind. Es gibt jedoch einige Ausnahmen – darunter auch Bestattungen.

Allerdings sind auch diese Ausnahmen reglementiert. Gottesdienste finden nicht mehr statt, das haben katholische und evangelische, muslimische und jüdische Kirchen- und Glaubensverbände bereits vor dem aktuellen Kontaktverbot umgesetzt. Zulässig sind allerdings Erd- und Urnenbestattungen sowie Totengebete im engsten Familien- und Freundeskreis. Einige Gemeinden, Bestattungsunternehmen und Friedhofsverwaltungen können oder wollen allerdings aufgrund von Covid-19 keine Bestattungen mehr durchführen.

Wie der "Spiegel" berichtet, sei es besonders problematisch, dass das Handwerk der Bestattungsunternehmen bisher nicht bundesweit als systemrelevanter Beruf eingestuft sei. Das sei jedoch wichtig, damit die rund 4.500 Bestattungsfirmen in die Notfallpläne der Länder aufgenommen und mit Schutzausrüstung und Desinfektionsmittel versorgt würden. "Unsere Mitgliedsunternehmen können aktuell so gut wie keine Desinfektionsmittel, Mund- und Nasenschutz, Schutzbrillen und Einweghandschuhe mehr käuflich erwerben", sagte Stephan Neuser, Geschäftsführer des Bundesverbands deutscher Bestatter, dem Magazin. Trotzdem müssten Bestatter strenge Hygienevorschriften einhalten, wenn sie Leichname versorgten. Außerdem hätten sie regelmäßig mit älteren Menschen zu tun, die zur Risikogruppe zählen.  

Der Bundesverband deutscher Bestatter gibt folgende Hinweise zu Bestattungen und Trauerfeiern:

  • Halten Sie den Kreis der Bestattungsteilnehmer klein: Maximal zehn Personen inklusive der Dienstleister sollten vor Ort sein. 
  • Sofern die Friedhofsverwaltung noch Trauerfeiern zulässt, sollten Sie bei Trauerfeiern Teilnehmerlisten auslegen, in die die Teilnehmer und Kontaktdaten eingetragen werden. So können im Falle einer Infektion schnell alle Betroffenen getestet werden. 
  • Viele Städte und Gemeinden schließen Ihre Trauerhallen und untersagen Trauerfeiern. Achten Sie deshalb auf die Vorgaben Ihres Ortes. 
  • Findet eine Trauerfeier statt, sollten Sie auf körperliche Gesten der Anteilnahme wie Umarmungen, Küsse und Händeschütteln verzichten und die Abstandsregeln von mindestens 1,5 Metern einhalten.
  • Die Sitzplätze für Trauergäste sollten möglichst weit auseinander liegen. Auch hier sollte ein Abstand von mindestens 1,5 Metern eingehalten werden.
  • Die Bestattungsunternehmen weisen darauf hin, dass nur der engste Kreis der Familie an einer Trauerfeier vor Ort teilnehmen kann bzw. die Trauerfeier im engsten Familienkreis auf dem Friedhof am Grab (unter freiem Himmel) durchgeführt wird.
  • Gegebenenfalls kann die Trauerfeier auch zeitversetzt und dann in kleineren Gruppen durchgeführt werden.

Der Bundesverband rät zudem dazu, Alternativen zu finden: Sie könnten beispielsweise die größere Trauerfeier auf einen späteren Zeitpunkt nach der Coronakrise verschieben und darauf bereits in Anzeigen und Trauerbriefen hinweisen. Gibt es die technischen Möglichkeiten, kann die Trauerfeier auch online übertragen werden oder als Video aufgezeichnet anderen Angehörigen zur Verfügung gestellt werden. 

Wie kann sich SARS-CoV-2 auf die Schwangerschaft auswirken?

Ob Schwangere das Virus an ihr ungeborenes Kind weitergeben können, ist zwar zurzeit noch nicht abschließend geklärt. Laut dem britischen Royal College of Obstetricians & Gynaicologists gibt es jedoch bislang "keine Anzeichen, die auf ein erhöhtes Fehlgeburtsrisiko hindeuten". Es gebe demnach auch "keine Hinweise darauf, dass das Virus während der Schwangerschaft auf das Baby übergehen kann" und so beim Baby zu Fehlbildungen führe.

Zudem gibt es auch keine Hinweise darauf, dass Schwangere durch das Coronavirus gefährdeter sind als andere Frauen. Darauf weisen der Berufsverband der Frauenärzte e.V. (BVF) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. (DGGG) hin.

Wie verhalte ich mich als Schwangere bei Symptomen, die auf Covid-19 hinweisen?

Bei Symptomen wie Fieber, Husten oder Atembeschwerden sollten betroffene Frauen telefonisch ihren Arzt oder die Klinik kontaktieren. Der Arzt entscheidet, ob und welche weiteren Maßnahmen nötig sind. Keinesfalls sollten Schwangere ohne Rücksprache mit dem Arzt eigenständig zu Medikamenten greifen.

Was sind "Superspreader" und wie gefährlich sind sie?

Einige Menschen könnten das Coronavirus viel stärker verbreiten als andere, sagen Gesundheitsexperten. Diese werden als Superspreader (Superverbreiter) bezeichnet. Sie sind mit dem Virus infiziert und geben dieses – meist unwissentlich – an deutlich mehr Menschen weiter als der Durchschnittsbürger.

Wie genau ein Mensch zum Superspreader wird, darüber ist noch wenig bekannt. Biologische Ursachen wie ein geschwächtes Immunsystem werden genauso diskutiert wie das Verhalten und das Umfeld der Person.

Fest steht: Eine wesentliche Rolle bei der Ausbreitung des Virus spielt laut Experten das eigene Sozialverhalten. Menschen, die sich nicht sozial isolieren und Menschenmassen nicht meiden, haben eine höhere Wahrscheinlichkeit, sich mit dem Coronavirus anzustecken und es anschließend an andere weiterzugeben.

Untersuchungen aus Südkorea zeigen, dass junge Menschen dort die Hauptträger des Coronavirus sind. "Der Tagesspiegel" hatte zuvor darüber berichtet. Sie könnten wesentlich zur Verbreitung des Virus beitragen, da viele von ihnen ihr Verhalten der Krise nicht ausreichend anpassen und weiterhin soziale Kontakte pflegen. Die meisten jungen Menschen zählen nicht zur Risikogruppe von Covid-19, doch viele gefährden besonders alte und kranke Personen, die vor dem Virus geschützt werden müssen.

Isolation oder Herdenimmunität – was hilft gegen das Virus?

Während hierzulande schon vor längerem der Beschluss fiel, die Schulen und Kindergärten zu  schließen, Grenzen abzuriegeln und Freizeiteinrichtungen zu schließen, verlief der Alltag in Großbritannien vorerst noch weitgehend normal.

Der britische Regierungsberater Patrick Vallance hatte die vorerst zurückhaltenden Maßnahmen in Großbritannien unter anderem damit begründet, dass eine "Herdenimmunität" gegen das Virus aufgebaut werden müsse. Infizierten sich rund 60 Prozent der Bevölkerung, könnte Schutz für die ganze Gemeinschaft durch Immunität aufgebaut werden, hatte der Gesundheitsexperte Mitte März bei der Vorstellung eines Maßnahmenkatalogs der Regierung mit Premierminister Boris Johnson gesagt. 

Doch auch die britische Regierung hat inzwischen eine Kehrtwende vollzogen und strikte Maßnahmen beschlossen, um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen. So sind nun Versammlungen, Theateraufführungen, Konzerte und ähnliche Events verboten. Am 23. März trat eine vorerst auf drei Wochen beschränkte Ausgangssperre in Kraft.

Herdenimmunität − was ist das?

Unter Herdenimmunität verstehen Mediziner eine indirekte Form des Schutzes vor einer ansteckenden Krankheit. Sie entsteht, wenn ein hoher Prozentsatz einer Population immun geworden ist – sei es durch Infektion oder durch Impfung –, sodass ein gewisser Schutz auch für die nicht-immunen Individuen entsteht.

Das bedeutet, dass sich – im Falle von Corona – die Bevölkerung möglichst schnell mit Covid-19 infizieren würde. Denn wenn sich immer mehr Menschen anstecken, werden auch immer mehr dagegen immun. Nach Ansicht von Experten ist diese Strategie allerdings gefährlich. Unter anderem die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte den Plan der Briten heftig kritisiert. 

Coronavirus-Fälle: Wer hat Vorrang bei der Behandlung?

Die Krankenhäuser in Deutschland rechnen mit einer zunehmenden Zahl an schweren Coronavirus-Fällen und bereiten sich zurzeit auf die dringlichste Versorgung vor.

Laut der Deutschen Krankenhausgesellschaft sind die Häuser für Epidemien und Pandemien gerüstet, verfügen über Isolierzimmer und hervorragend ausgebildetes Personal. Außerdem seien alle Krankenhäuser in die Katastrophenpläne der Länder eingebunden.

28.000 Intensivbetten stehen üblicherweise insgesamt bereit, um Patienten zu versorgen. Diese sind im Durchschnitt zu 80 Prozent ausgelastet, teilte die Deutsche Krankenhausgesellschaft auf Anfrage von t-online.de mit. Das heißt, grundsätzlich sind noch Kapazitäten für die Versorgung von Corona-Patienten mit schwerem Verlauf vorhanden.

Das werden voraussichtlich vor allem Ältere, Menschen mit Vorerkrankungen und angeschlagenem Immunsystem sein. Wie auch vom Bundesgesundheitsminister immer wieder betont, sei es aber wichtig, die Zahl der gleichzeitig schwer erkrankten Personen so gering wie möglich zu halten.

Viele Kliniken in Deutschland sind zudem in der Lage, innerhalb von 24 Stunden weitere Intensivbetten zu schaffen. Einen Überblick dazu bietet die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin

Krankenhauszahlen Deutschland: 

497.000 Betten insgesamt
28.000 Intensivbetten
Ca. 50 Unterdruckzimmer 
1.200 Intensivstationen

Wer Vorrang bei einer Behandlung hat, müsse immer im Einzelfall vom medizinischen Personal entschieden werden. Es folgt dabei dem System der Triage: Die Ärzte bewerten bei Kapazitätsengpässen, wie hoch die Überlebenschancen der einzelnen Patienten sind.

Bei der Behandlung der Covid-19-Patienten werde der Deutschen Krankenhausgesellschaft zufolge darauf geachtet, dass diese möglichst wenig Kontakt mit anderen Patienten haben. Da es noch keine Therapie gegen die Lungenkrankheit Covid-19 gibt, arbeiten die Krankenhäuser mit begleitenden Maßnahmen, bekämpfen Folgeerkrankungen, halten die Flüssigkeitsversorgung aufrecht oder geben den Patienten zusätzlichen Sauerstoff.

Als weitere Maßnahme können bereits geplante Operationen verschoben werden. Sogenannte "elektive" Eingriffe wie beispielsweise der Einsatz von künstlichen Hüft- und Kniegelenken sind zu einem späteren Zeitpunkt durchführbar.

Um glimpflich durch die Epidemie zu kommen, müsse die Bevölkerung mitdenken, sagt Clemens Wendtner, Chefarzt der Infektiologie und Tropenmedizin in München. Er hat dort die ersten deutschen Covid-19-Patienten behandelt. Die stationären Kapazitäten seien prinzipiell in Deutschland verfügbar. "Wir müssen nur die Ressourcen sehr vernünftig nutzen und uns nicht gegenseitig blockieren."

Coronavirus oder Allergie: Wie erkenne ich den Unterschied?

Nicht nur das Coronavirus breitet sich rasant aus, auch die Pollensaison ist wieder gestartet und sorgt bei vielen Menschen für Schnupfen und Husten. Daran merken Sie, wovon Sie betroffen sind.

Covid-19 vs. Heuschnupfen: Das sind die Symptome

Die Lungenkrankheit Covid-19 ruft teils ähnliche Beschwerden wie eine Allergie hervor. Dazu zählen trockener Husten und manchmal auch Kopfschmerzen.

Einer der größten Unterschiede zwischen den Covid-19-Symptomen und denen einer saisonalen Allergie sind nasale Symptome. "Neben Niesen, Naselaufen und verstopfter Nase klagen Allergiker meistens über Augenjucken. Das kommt bei Infekten inklusive Covid-19 nicht vor", erklärt der Allergologe Prof. J. Kleine-Tebbe.

Entscheidend kann zudem das Krankheitsgefühl sein. Corona-Infizierte leiden dem Robert Koch-Institut zufolge häufig unter Fieber und fühlen sich müde und schwach. Allergiker hingegen fühlen sich nicht wirklich krank. "Außerdem sind Infektsymptome dauerhaft – also den ganzen Tag – vorhanden und nicht wie bei Allergien spontan einsetzend mit Pausen dazwischen", sagt Prof. Kleine-Tebbe.

Wichtig: Wenn Sie bei sich Symptome des Coronavirus vermuten, sollten Sie Ihren Hausarzt zuerst telefonisch kontaktieren und nicht in die Praxis gehen.

Corona-Infektion: Sind Allergiker besonders gefährdet?

Experten vermuten, dass das Infektrisiko bei einigen Allergikern leicht erhöht ist. Denn wer Heuschnupfen und allergisches Asthma hat, ist durch die entzündlichen Reaktionen, die im Körper stattfinden, generell etwas anfälliger für Viren. Das gilt zum Beispiel für Rhinoviren (Krankheitserreger, die Schnupfen und Erkältungen auslösen) oder das Influenzavirus. Das Risiko einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 könnte deshalb bei Allergikern – ähnlich wie bei Rauchern – leicht erhöht sein. Es gibt allerdings bisher keine Beweise dafür.

Allergiker müssen dem Allergologen zufolge deshalb keine besonderen Schutzmaßnahmen treffen. Empfehlenswert sind die allgemeinen Verhaltensregeln wie regelmäßiges Händewaschen oder das Meiden großer Menschenmengen.

Wie lange dauert ein Test auf das Coronavirus?

Besteht bei einem Patienten der Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion, kann der Hausarzt den Test nicht vor Ort vornehmen. Die Probe – üblicherweise ein Abstrich aus der Rachen- und Nasenschleimhaut oder hochgehustetes Sekret – muss erst an ein Labor geschickt werden. "Der Test selbst dauert etwa vier bis sechs Stunden", erklärt eine Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung auf Anfrage von t-online.de. Hinzu kämen der Transport zum Labor, die Auswertung der Ergebnisse und die Kommunikation an die entsprechende Stelle.

Laut der Berliner Senatsverwaltung für Gesundheit sollte das Ergebnis nach rund zwölf Stunden vorliegen. Allerdings ist in der Praxis zum Teil deutlich mehr Geduld erforderlich – und das selbst bei Ärzten. So berichtete ein Berliner Facharzt, dessen Praxis aufgrund eines Coronavirus-Falls vorübergehend unter Quarantäne gestellt wurde, im Gespräch mit t-online.de, dass er auch drei Tage nach seiner Testung noch nicht von den Behörden informiert worden sei: "Das Ergebnis liegt vor, aber das Gesundheitsamt hat es mir noch immer nicht mitgeteilt." Am Ende musste er selbst dutzende Anrufe machen, um überhaupt ein Ergebnis zu bekommen.

Auch aus anderen Bundesländern berichten medizinisches Personal und Patienten zum Teil, von der zuständigen Stelle trotz begründeten Infektionsverdachts abgewiesen oder hinsichtlich eines Tests auf einen späteren Zeitpunkt vertröstet worden zu sein.

Das bislang genutzte Testverfahren heißt "Real-time PCR" (zu Deutsch: Polymerase-Kettenreaktion). Es gilt als äußerst verlässlich, weil es Spuren der Erbsubstanz des Erregers bereits in sehr geringen Konzentrationen nachweisen kann. Ein verlässlicher Schnelltest, mit dem Betroffene eine Infektion mit SARS-CoV-2 selbst nachweisen können, existiert noch nicht. Nach Ansicht von Experten wären schnellere und einfach anzuwendende Tests auf das neuartige Coronavirus dringend notwendig.

Allerdings könnte ein solcher Schnelltest womöglich bald vorliegen. Forscher der taiwanesischen Wissenschaftsakademie Academia Sinica gaben Anfang März bekannt, erfolgreich einen Test auf das neue Coronavirus erprobt zu haben, der das Ergebnis innerhalb von 15 Minuten liefert. Die beteiligten Forscher vom Genomics Research Center der Akademie in Taipeh hoffen auf eine Validierung der neuen Methode in den kommenden Monaten. Noch ist jedoch unklar, ob das Verfahren sensibel genug ist, um Infektionen sicher nachzuweisen. 

Doch auch in Deutschland forschen Wissenschaftler bereits an einem Schnelltest. Hendrik Streeck, Direktor des Instituts für Virologie und HIV-Forschung an der Universität Bonn, kündigte kürzlich die erste Erprobung eines solchen Tests an seinem Institut an. Der erste Probelauf an mehreren Covid-19-Patienten sei erfolgreich verlaufen, twitterte Streeck am 11. März. Ob das Verfahren verlässlich sei, gelte es nun zu überprüfen.

Was passiert bei der häuslichen Quarantäne?

Seit sich das neuartige Coronavirus auch in Deutschland immer weiter ausbreitet, gibt es immer mehr Menschen, die sich in häuslicher Quarantäne befinden. Das sei "erste Priorität" bei der Umfelduntersuchung der bestätigten Coronavirusfälle, erklärt eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung der Stadt Berlin auf Anfrage von t-online.de. Wer Kontakt mit einer infizierten Person hatte, muss 14 Tage in dieser häuslichen Quarantäne verbringen.

Das bedeutet zunächst einmal, dass Sie Ihre Wohnung nicht verlassen dürfen. Diese häusliche Isolation wird vom Amtsarzt angeordnet. Während der Isolationszeit steht das Gesundheitsamt mit Ihnen täglich in Kontakt, um Ihren Zustand zu beobachten und schnell handeln zu können, sobald Symptome auftreten. Zusätzlich sollten Sie während der Isolation Kontakt mit anderen Menschen meiden.

"Hier stellt das zuständige Gesundheitsamt ganz konkrete Hinweise zur Verfügung, etwa dass Bekannte Einkäufe übernehmen sollen und die Einkäufe vor der Wohnungstür abstellen, ohne dass es zu einem Kontakt der Personen kommt", erklärt die Sprecherin weiter. Laut Robert Koch-Institut gehören zum konkreten Vorgehen auch Empfehlungen zur Händehygiene und zur Belüftung der Wohn- und Schlafräume. Sie sollten beispielsweise Geschirr oder Hygieneartikel nicht mit Dritten teilen und nach Möglichkeit ein separates Badezimmer nutzen. Wenn nach einer Quarantäne von 14 Tagen die Ergebnisse negativ sind, wird die häusliche Isolation beendet.

Halten Sie sich nicht an die vorgeschriebene Quarantäne, drohen Ihnen Konsequenzen: "Hierbei ist die Art der Isolierung entscheidend. Wenn es sich um eine freiwillige Isolierung handelt, dann gibt es keine Handhabung. Wenn es eine durch das Gesundheitsamt angeordnete Isolierung ist, dann ist diese verpflichtend und muss befolgt werden", so die Sprecherin der Berliner Senatsverwaltung. "Außerdem kann es bei Verstoß zu einer Absonderung in einem abgeschlossenen Teil eines Krankenhauses kommen."

Ist die Corona-Gefahr für Raucher größer? 

Welche Menschen warum ein höheres Risiko haben, durch eine Infektion mit SARS-CoV-2 schwere Symptome zu entwickeln, ist noch immer nicht abschließend geklärt. Daten aus China geben aber bereits Hinweise darauf, dass infolge des Rauchens die Infektionsgefahr durch das neuartige Coronavirus und die Krankheit Covid-19 höher sei. Ganz klar sei das zwar noch nicht, sagt Prof. Michael Pfeifer, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie. Es spreche aber vieles dafür. "Raucher haben grundsätzlich ein höheres Risiko, Virusinfektionen zu erleiden", sagt der Experte.

Qualmende Zigarette: Raucher haben laut ersten Hinweisen ein erhöhtes Risiko, bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus schwerere Symptome zu entwickeln. (Quelle: imago images/Sven Simon)Qualmende Zigarette: Raucher haben laut ersten Hinweisen ein erhöhtes Risiko, bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus schwerere Symptome zu entwickeln. (Quelle: Sven Simon/imago images)

Der Grund dafür: Durch die Belastung des Rauchens sind die Abwehrkräfte des Bronchialsystems eingeschränkt. Viren und Co. haben so leichteres Spiel. "Das wissen wir aus dem klinischen Alltag – bei dem aktuellen Coronavirus ist es aber noch nicht nachgewiesen." Mehr Informationen gibt es dagegen zum Verlauf der Krankheit. "Da haben wir aus Wuhan relativ eindeutige Daten", so Pfeifer. "Die geben zumindest einen Hinweis darauf, dass das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs mit einer echten Lungenentzündung deutlich höher ist."

"Eine Vorschädigung der Lunge und der Atemwege könnte womöglich ein Co-Faktor für einen schweren Verlauf von Covid-19 sein", sagt auch der Virologe Hendrik Streeck im Gespräch mit t-online.de. Aber auch er mahnt zur Vorsicht: Sicher lasse sich das aber noch nicht sagen – "sowohl virologisch als auch epidemiologisch haben wir noch keine Daten", so Streeck. 

Ist es also sinnvoll, wegen des Corornavirus mit dem Rauchen aufzuhören? Erstens lohne sich das natürlich immer – unabhängig von Corona. Aber tatsächlich, meint der Experte Michael Pfeifer, könne ein solcher Schritt jetzt noch Wirkung haben: "Es ist durchaus möglich, das Krankheitsrisiko und den Krankheitsverlauf auch jetzt noch zu beeinflussen, wenn man mit dem Rauchen aufhört. Es macht immer einen Unterschied, ob man aktiver oder ehemaliger Raucher ist."

Ist eine Übertragung von Mensch zu Haustier möglich?

Mehrere Medien berichteten kürzlich über den mutmaßlich ersten Fall einer Mensch-zu-Tier-Übertragung des Coronavirus in China. Demnach konnten die Behörden in Hongkong eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus bei einem Tier nachweisen. Der Hund einer Coronavirus-Patientin sei mehrmals "schwach positiv" getestet worden, teilten die Behörden mit. Der Zwergspitz weise jedoch bislang keine Symptome auf. Er wurde nach Angaben des Ministeriums unter Quarantäne gestellt.

In Deutschland sehen Forscher das Testergebnis kritisch. Dem Robert Koch-Institut und dem Friedrich-Loeffler-Institut (das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit) seien bisher keine Informationen aus China oder anderen von SARS-CoV-2 betroffenen Ländern bekannt, die auf eine besondere Rolle von Haus- und Nutztieren schließen ließen.

Auch der Weltorganisation für Tiergesundheit zufolge gebe es "keine Hinweise" darauf, dass Haustiere wie Hunde und Katzen sich bei Menschen anstecken oder den Erreger weitergeben könnten. Laut Experten sei es eher wahrscheinlich, dass der Erreger zufällig auf dem Hund landete. Laut der Gesundheitsbehörde in Hongkong wurde eine geringe Virusmenge lediglich an der Nase und der Schnauze des Hundes nachgewiesen – nicht aber im Blut.

Das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit empfiehlt Haustierbesitzern in Deutschland "zunächst keine weiteren zwingenden Maßnahmen wie die Absonderung/Trennung oder Quarantäne" der Tiere. Im Einzelfall und wenn Symptome aufträten, könne man sein Tier dennoch auf eine SARS-CoV-2-Infektion testen lassen, "um weitere Informationen zu Ansteckungsszenarien zu gewinnen", schreibt das Institut.

Bei welchen Vorerkrankungen sind Infizierte besonders gefährdet?

Von schweren Verläufen betroffen sind neben älteren Menschen auch Betroffene mit chronischen Vorerkrankungen.

Wie die Daten des "Chinese Center for Disease Control and Prevention" zeigen, sind Patienten mit einer Herz-Kreislauf-Erkrankung besonders gefährdet. Ihre Sterblichkeitsrate liegt demnach bei 10,5 Prozent, wenn sie sich mit dem Virus infizieren. Auch Diabetiker (7,3 Prozent) und Menschen mit chronischem Atemwegserkrankungen (6,3 Prozent) wie etwa Asthma sowie mit Bluthochdruck oder anderen Erkankungen von inneren Organen haben ein höheres Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Auch der schwer an Covid-19 erkrankte 47-jährige Deutsche aus dem Kreis Heinsberg leidet offenbar an einer Atemwegs-Vorerkrankung.

Von einer schweren Covid-19-Erkrankung bedroht sind zudem Patienten mit einem Tumor und Betroffene, die sich in einer Krebsbehandlung wie etwa einer Chemotherapie oder einer Strahlentherapie befinden. 

Warum es bei Menschen mit Herzerkrankungen häufiger schwere Infektionsverläufe gibt, lasse sich erklären, sagt der Virologe Prof. Hendrik Streeck vom Universitätsklinikum Bonn: Die Lunge sei anatomisch sehr eng mit dem Herzen verknüpft, sodass bei einer Belastung der Lunge meist auch das Herz zusätzlich strapaziert werde. "Und Krebspatienten haben häufig Chemotherapien oder sind immungeschwächt", meint Streeck, Krebs selbst sei zudem auch immunschwächend, das habe Einfluss auf den Infektionsverlauf.

Coronavirus: Es ist momentan noch nicht geklärt, wie leicht übertragbar das Virus ist. (Quelle: imago images/Reiner Zensen)Coronavirus: Es ist momentan noch nicht geklärt, wie leicht übertragbar das Virus ist. (Quelle: Reiner Zensen/imago images)

Wie ansteckend ist das neue Coronavirus?

Ein Wert, wie viele andere Menschen ein Infizierter im Mittel ansteckt, lässt sich noch immer nicht gesichert angeben. Das neuartige Coronavirus ist allerdings deutlich infektiöser ist als anfangs angenommen. Klar ist, dass sich das Virus hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion – etwa beim Husten und Sprechen – verbreitet. Möglich ist dies direkt von Mensch zu Mensch über die Schleimhäute der Atemwege sowie auch indirekt über Hände, die dann mit Mund- oder Nasenschleimhaut sowie die Augenbindehaut in Kontakt kommen. 

Anders als beim eng verwandten SARS-Erreger vermehrt sich das Covid-19-Virus auch im Rachenbereich. Bei den oberen Atemwegen ist der Ansteckungsweg deutlich kürzer, als wenn ein Erreger erst aus der Lunge heraus und in die Lunge eines anderen Menschen hinein gelangen muss. Auch Grippeviren vermehren sich im Rachen.

Gefunden wurde das neuartige Virus zudem in Stuhlproben einiger Betroffener. Ob es sich über den Stuhl auch verbreitet, ist noch nicht abschließend geklärt. Zudem kann der Erreger zumindest einige Tage über Oberflächen verbreitet werden.

Ist das Coronavirus über Bargeld übertragbar?

Medienberichten zufolge hat China mittlerweile Geldscheine unter Quarantäne gesetzt. Laut "Tagesspiegel" hat der Vize-Chef der chinesischen Zentralbank, Fan Yifei, Mitte Februar angekündigt, ab sofort gebrauchte Banknoten zu desinfizieren, sie zu versiegeln und dann sieben bis 14 Tage lang einzulagern, bevor sie wieder in den Gebrauch kämen.

Da bereits länger bekannt ist, dass das Coronavirus mehrere Tage auf Oberflächen überleben kann, scheint der Gedanke, sich über Bargeld anstecken zu können, nicht ganz abwegig.

Die Bundesbank teilt auf Anfrage von t-online.de mit: "Das Eurosystem führt regelmäßig Untersuchungen dazu durch, ob die Produktion oder der Umlauf von Euro-Banknoten Auswirkungen auf die öffentliche Gesundheit haben können – auch im Zusammenhang mit Viren." Bereits seit Mitte Januar beobachte die Bundesbank die weltweiten Entwicklungen zum Coronavirus intensiv.

Nach Einschätzung von Experten ist die Wahrscheinlichkeit, sich an Geldscheinen oder Münzen mit dem Coronavirus zu infizieren, sehr gering. Der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten sagte dazu im NDR-Podcast "Das auf dem Geldstück klebende Virus würde ich mal weitgehend vergessen". Bei Corona- und Influenzaviren handele es sich um behüllte Viren, die gegen Eintrocknung "extrem empfindlich" seien.

Kann man sich mit dem neuen Coronavirus mehrfach anstecken?

In Japan sorgte Ende Februar der Fall einer Frau für Aufsehen, die nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus wegen Covid-19 ein zweites Mal positiv auf Coronavirus getestet wurde. Auch aus China wurden kurz danach mehrere solcher Fälle gemeldet.

Doch viele Forscher stellen infrage, ob diese Fälle wirklich ein Beweis dafür sind, dass das Coronavirus SARS-CoV-2 Menschen mehrfach kurz hintereinander infizieren kann. Zum einen lehrt die Erfahrung mit anderen Viruserkrankungen – darunter auch mit SARS sowie MERS und Influenza: Wer kürzlich von einem Erreger genesen ist, dessen Immunabwehr kann, zumindest eine gewisse Zeit lang, eine erneute Ansteckung verhindern. Zum anderen sind laut Experten Fehler bei dem aktuellen in einzelnen Fällen nicht auszuschließen.

Wie lange die körpereigene Abwehr nach einer Infektion gegen das SARS-Cov-Virus gefeit ist, ist allerdings noch nicht sicher. Nach RKI-Annahmen könnte ein ehemals Erkrankter nach der Bildung von Antikörpern voraussichtlich für ein paar Jahre immun sein. Andere Experten gehen davon aus, dass eine Ansteckung wie bei einem grippalen Infekt bereits nach weniger als einem Jahr wieder möglich sein könnte.

Wie groß ist die Ansteckungsgefahr in Deutschland?

Auch in Deutschland steigt die Zahl der mit Covid-19 Infizierten stetig an. Die tägliche Meldung neuer Fälle in Deutschland zeigt: Einmal eingeschleppt, kann sich das Virus schnell übertragen. 

Um die Ausbreitung zumindest zu verlangsamen, wurden Maßnahmen wie etwa Schul- und Kita-Schließungen und die Absage von öffentlichen Veranstaltungen beschlossen. Bund und Länder haben sich inzwischen zudem auf einheitliche Ausgangsbeschränkungen für ganz Deutschland geeinigt.

Was bedeutet ein großflächiger Ausbruch in Deutschland?

Wegen der Coronavirus-Epidemie in Deutschland hat die Bundesregierung mittlerweile einen Krisenstab, bestehend aus Gesundheitsministerium und Innenministerium, eingerichtet. Vom Robert Koch-Institut (RKI) hieß es, Ziel in Deutschland sei es, eine Erkrankungswelle hinauszuzögern. So soll das Gesundheitssystem vor einer Überlastung bewahrt und sichergestellt werden, dass  ausreichend Intensivbetten verfügbar sind.

Wie unterscheidet man zwischen Coronavirus, Grippe und Erkältung?

Der Ausbruchsbeginn des Coronavirus fiel auch in die Zeit der typischen Grippe-Welle in Deutschland. Doch gibt es überhaupt klare Anzeichen, um Grippe, Erkältung und Coronavirus voneinander zu unterscheiden?

Laut der WHO führt das Coronavirus häufig zu Symptomen wie Husten, Halskratzen und Fieber. Einige Betroffene leiden zudem an Durchfall und Kopfschmerzen. Die Patienten können sich müde und abgeschlagen fühlen. Bei einem schweren Verlauf kann es zu Atemproblemen und einer Lungenentzündung kommen. Schnupfen tritt laut der WHO eher selten auf, Niesen müssen Infizierte aber in der Regel nicht. In Deutschland stellten zudem Ende März Forscher des Instituts für Virologie der Universität Bonn fest, dass viele der von ihnen aufgenommenen Infizierten temporär für zwei bis drei Tage ihren Geruchs- und Geschmackssinn verloren. Ob dieses Symptom tatsächlich zum typischen Krankheitsverlauf gehört, ist jedoch noch unklar.

Typische Atemwegserkrankungen wie eine Erkältung oder eine Bronchitis entwickeln sich laut Robert Koch-Institut meist über mehrere Tage. Eine echte Grippe hingegen verlaufe schwerer und beginne plötzlich mit hohem Fieber, Halsschmerzen und trockenem Husten. Auch bei einer Grippe kann es zu Luftnot, Übelkeit und Durchfall kommen. 

Die Wahrscheinlichkeit, am Coronavirus zu erkranken ist jedoch noch immer geringer, als die Ansteckung mit Erregern einer Influenza oder eines grippalen Infekts. Wahrscheinlicher ist es, dass Sie sich wirklich mit dem Coronavirus infiziert haben, wenn Sie nicht nur die typischen Symptome aufweisen, sondern zusätzlich auch bis maximal 14 Tage vor Krankheitsbeginn in einem der Risikogebiete waren oder Kontakt zu einem bestätigten Fall hatten – in diesem Fall gelten Sie als Verdachtsfall. 

Was passiert bei einem Verdachtsfall?

Wenn Sie aufgrund bestimmter Krankheitssymptome befürchten, am Coronavirus erkrankt zu sein, rufen Sie zunächst bei Ihrem Hausarzt an. So vermeiden Sie das Risiko, andere Menschen anzustecken.

Wenn bei Ihnen auch aus Sicht des Arztes der Verdacht einer Coronavirus-Infektion besteht, folgen einige Maßnahmen, die vom Robert Koch-Institut erläutert werden. Zunächst erhalten sie Mund-Nasen-Schutz und werden in einem gesonderten Raum untersucht. Besteht dann ein sogenannter begründeter Verdachtsfall, werden Sie in einen separaten Raum verlegt und mit Schutzkleidung behandelt. Gleichzeitig wird das zuständige Gesundheitsamt informiert.

Beim Test auf Coronaviren werden Proben aus den oberen und tiefen Atemwegen entnommen. Das passiert beispielsweise über mehrere Abstriche. Bestätigt sich der Verdacht, wird nochmals das Gesundheitsamt informiert und Sie werden stationär behandelt oder müssen bei einem ungefährlichen Erkrankungsverlauf für 14 Tage in häusliche Quarantäne.

Muss ich mich schützen – und wie?

Schutzmaßnahmen sind sinnvoll – aber auch gegen viele Infektionskrankheiten, wie etwa die Grippe, und nicht nur gegen das Coronavirus. Konkret bedeutet das vor allem intelligentes Husten und Niesen, also in die Armbeuge und nicht in die Faust sowie das Einhalten eines Mindestabstands zu anderen Menschen von mindestens 1,5 Metern. Ständiges Desinfizieren der Hände sei dagegen für Normalbürger überflüssig. Regelmäßiges ordentliches Händewaschen mit Seife genüge.

Hilfreich kann sein, Umarmungen und Händeschütteln einzuschränken. Das Tragen von normalen Atemschutzmasken – wie in China derzeit überall auf den Straßen zu sehen – schätzen Experten als weniger nützlich ein.

Wo gibt es aktuelle Infos?

Das Robert Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben entsprechende Webseiten eingerichtet. Von der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es weitere Tipps auf Englisch – darunter auch Infos zu gängigen Mythen und Falschinformationen rund um das Virus. Für telefonische Fragen hat die Krankenkasse Barmer eine kostenlose Hotline (0800 / 84 84 111) eingerichtet. Sie ist rund um die Uhr erreichbar.

Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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