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Besseres Behandlungskonzept für Osteoporose-Patienten

Medikamente, Ernährungsberatung, Sportangebote  

Osteoporose-Patienten erhalten künftig eine bessere Behandlung

27.02.2020, 10:49 Uhr | t-online.de

Besseres Behandlungskonzept für Osteoporose-Patienten. Mithilfe einer gezielten Physiotherapie erlangen Osteoporose-Patienten nach Knochenbrüchen ihre Beweglichkeit zurück.  (Quelle: Getty Images/ChesiireCat)

Mithilfe einer gezielten Physiotherapie erlangen Osteoporose-Patienten nach Knochenbrüchen ihre Beweglichkeit zurück. (Quelle: ChesiireCat/Getty Images)

Für die Behandlung von Osteoporose gelten zukünftig neue Richtlinien. Das wurde Mitte Januar vom Gemeinsamen Bundesausschuss, dem höchsten Gremium im Gesundheitswesen, beschlossen. Das neue Programm setzt auf eine bessere Versorgung durch Medikamente, Sportangebote und Schulungen, die den persönlichen Lebensstil miteinbeziehen.

Verbesserungen in der Schmerztherapie

Das neue Disease Management Programm (DMP), so der offizielle Name des neuen Behandlungsprogramms, schließt wichtige Lücken in der medizinischen Versorgung von Osteoporose-Patienten. So kam es nach Informationen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) in der Vergangenheit häufig vor, dass Betroffene selbst nach Knochenbrüchen nicht ausreichend medikamentös behandelt wurden. Zudem war vielen Patienten nicht bewusst, dass auch nicht medikamentöse Maßnahmen wie gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung, wenig Alkohol und der Verzicht auf Nikotin wichtige Maßnahmen sind, um Stütze und Brüche zu vermeiden. 

"Es reicht nicht, Patienten dies einmal aufzuzählen und dann zu hoffen, dass sie es erfolgreich umsetzen", sagt Siggelkow, die auch Mitglied in der Leitlinienkommission des Dachverbands Osteologie ist. Das neue Disease Management Programm garantiere eine leitliniengestützte Behandlung und sehe zudem Schulungen für die Patienten vor. Das werde die Behandlungsqualität auf Dauer erhöhen.

Ernährungsberatung, Reha- und Funktionssport

"Mit dem DMP steigt nun die Chance, dass viele der Patienten mit einem hohen Risiko für einen osteoporotischen Knochenbruch nicht nur eine wirksame Medikation erhalten, sondern auch durch Schulungen, Ernährungsberatungen und Rehasport oder Funktionstraining unterstützt werden", sagt Professor Matthias M. Weber, Mediensprecher der DGE.

Auf diese Weise könne es gelingen, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, Schmerzen zu lindern und Frakturen sowie deren Komplikationen zu verhindern. Trotz dieser positiven Ansätze im neuen DMP weist die DGE auf weiterhin bestehende Defizite in Bezug auf die Früherkennung der Knochenkrankheit hin. Zudem fordern die Experten mehr Aufklärung in der Bevölkerung.

Allerdings müsse in punkto Prävention noch mehr getan werden. "Wir wünschen uns mehr Aufklärung der Bevölkerung", sagt Weber. Hierbei könnten Hausärzte und Apotheker sowie Physio- oder Ergotherapeuten helfen.

Wer nimmt teil am neuen Programm?

In das neue Behandlungsprogramm für Osteoporose können Frauen ab dem vollendeten 50. und Männer ab dem vollendeten 60. Lebensjahr aufgenommen werden. Die Voraussetzung dafür ist, dass der Arzt die Notwendigkeit einer  medikamentösen behandlungsbedürftigen Osteoporose festgestellt hat. Der Start des DMP Osteoporose wird allerdings noch ein paar Monate auf sich warten lassen. Zuvor muss das Bundesministerium für Gesundheit das Programm prüfen und die gesetzlichen Krankenkassen müssen Verträge mit Ärzten und Krankenhäusern schließen.

"Wer dann ins DMP Osteoporose aufgenommen worden ist, wird profitieren", sagt Siggelkow. In bestimmten festgelegten Abständen sollen Kontrolluntersuchungen stattfinden, so dass Veränderungen im Krankheitsverlauf sofort erkannt und doppelte Untersuchungen vermieden werden. Denn der behandelnde Arzt koordiniert und dokumentiert alle Schritte. Das sei eine wichtige Maßnahme für eine bessere Behandlung von Osteoporose-Patienten. 

Was genau ist Osteoporose?

Von Osteoporose sprechen Medizinerinnen und Mediziner, wenn im Knochen immer mehr Knochengewebe abgebaut wird und Knochenbrüche wahrscheinlicher werden. Die auch unter dem Namen Knochenschwund bekannte Stoffwechselerkrankung betrifft vor allem ältere Menschen und speziell Frauen nach der Menopause. Etwa sechs Millionen Menschen in Deutschland haben eine Osteoporose, etwa 80 Prozent von ihnen sind Frauen. Die Hälfte aller Osteoporose-Patienten wird in ihrem weiteren Leben eine osteoporosebedingte Fraktur erleiden, schätzen Experten.

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Ein Knochenschwund beginnt schleichend, ohne dass die Betroffenen etwas bemerken. "Häufig wird die Osteoporose erst erkannt, wenn Knochen oder Wirbelkörper bereits gebrochen sind", sagt Professor Dr. Heide Siggelkow, Ärztliche Leiterin des MVZ Endokrinologikums in Göttingen und Mitglied der DGE.

Da die Erkrankung mit starken Schmerzen einhergehen kann, sind die Betroffenen häufig in Bewegungen und Beweglichkeit eingeschränkt. Kommt Gangunsicherheit dazu, kann es leicht zu Stürzen kommen. "Eine der Folgen nach einem Sturz ist der Oberschenkelhalsbruch, in dessen Folge die Patienten sehr häufig pflegebedürftig werden und ins Pflegeheim übersiedeln müssen", sagt Siggelkow.


Verwendete Quellen:

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online.de können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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