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FĂŒr diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfĂ€ltig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Welche RĂŒckenschmerzen in welchem Alter zuschlagen

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 16.06.2021Lesedauer: 4 Min.
3D-Grafik der WirbelsĂ€ule: BandscheibenvorfĂ€lle gehören zu den hĂ€ufigen Auslösern von RĂŒckenschmerzen bei jungen und Ă€lteren Erwachsenen.
3D-Grafik der WirbelsĂ€ule: BandscheibenvorfĂ€lle gehören zu den hĂ€ufigen Auslösern von RĂŒckenschmerzen bei jungen und Ă€lteren Erwachsenen. (Quelle: peterschreiber.media/getty-images-bilder)
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Woher kommen RĂŒckenschmerzen? Eine allgemeingĂŒltige Antwort auf diese Frage gibt es nicht. Die Beschwerden können viele Ursachen haben und in unterschiedlicher Form in jeder Lebensphase auftreten. Wir erklĂ€ren, welche Kreuzschmerzen in welchem Alter hĂ€ufig sind.

Das Wichtigste im Überblick


  • Was sind RĂŒckenschmerzen?
  • RĂŒckenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen
  • RĂŒckenschmerzen im Erwachsenenalter
  • Schmerzen im Lendenbereich: das Piriformis-Syndrom
  • RĂŒckenschmerzen durch Osteoporose

Was sind RĂŒckenschmerzen?

RĂŒckenschmerzen sind Schmerzen, die im Bereich der WirbelsĂ€ule auftreten. Jeder Wirbel des RĂŒckgrats, die Bandscheiben, das Kreuzbein, das Steißbein sowie die zahlreichen BĂ€nder, Sehnen und Muskeln im RĂŒcken können Schmerzquellen sein.

Wenn weder eine Krankheit noch ein krankhafter Prozess oder eine sichere anatomische Quelle als Ursache fĂŒr den Schmerz gefunden werden, sprechen Mediziner von nicht-spezifischen RĂŒckenschmerzen. Laut Informationen des Robert Koch-Instituts (RKI) macht das etwa 80 Prozent der FĂ€lle aus.


Osteoporose: Sieben Symptome

1. Schrumpfen/GrĂ¶ĂŸenverlust: Ein starkes Schrumpfen durch Osteoporose ist nicht unĂŒblich, bis zu 20 Zentimeter sind bei schwerer Osteoporose möglich. Die Ursache fĂŒr den GrĂ¶ĂŸenverlust sind BrĂŒche an den Wirbelkörpern, die die WirbelsĂ€ule zusammensacken lassen.
2. GebĂŒckte Haltung: Bei fortgeschrittener Krankheit kann es zu einer VerkrĂŒmmung der WirbelsĂ€ule kommen. Das kann sich im Verlauf bis hin zum Buckel ("Witwenbuckel") und RundrĂŒcken entwickeln. Der RundrĂŒcken kann auch zu weiteren körperlichen Symptomen wie etwa Sodbrennen oder Kurzatmigkeit fĂŒhren.
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Klassische Volkskrankheit

RĂŒckenschmerzen gehören neben Kopfschmerzen zu den hĂ€ufigsten Schmerzproblemen in Deutschland. Der Schmerz im RĂŒcken ist hĂ€ufig chronisch und schrĂ€nkt die LebensqualitĂ€t oft erheblich ein. Als chronisch werden RĂŒckenschmerzen bezeichnet, die lĂ€nger als drei Monate anhalten. Dabei sind RĂŒckenschmerzen kein reines Altersproblem. Experten zufolge sind immer öfter auch junge Menschen betroffen.

RĂŒckenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen

In Befragungen der europaweit grĂ¶ĂŸten Kinderstudie KiGGS des Robert Koch-Instituts gaben mehr als drei Viertel der 11- bis 17-JĂ€hrigen an, in den letzten drei Monaten Schmerzen gehabt zu haben. Fast die HĂ€lfte davon klagte dabei ĂŒber RĂŒckenschmerzen.

Kein Wunder, denn Kinder und Heranwachsende verbringen immer mehr Zeit im Sitzen und bewegen sich zunehmend weniger – in der Kita, in der Schule, zu Hause vor dem Fernseher oder am Computer. "Wer zu viel sitzt, bekommt RĂŒckenschmerzen", sagt Professor Bernd Kladny, GeneralsekretĂ€r der Deutschen Gesellschaft fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie (DGOU).

HĂ€ufig ist der Blick der Jugendlichen aufs Tablett oder Smartphone gerichtet. Je nachdem, wie tief der Kopf beim Lesen auf dem Handy nach unten gesenkt wird, desto stĂ€rker sind die auf die HalswirbelsĂ€ule wirkenden KrĂ€fte. Die Folge sind Nackenschmerzen und Verspannungen im RĂŒcken.

Sitzen schadet der jungen RĂŒckenmuskulatur

Als hĂ€ufigste Ursache fĂŒr die starke Zunahme von RĂŒckenschmerzen bei Kindern sehen Ärzte zu wenig Bewegung. "Ohne ausreichende Bewegung werden die fĂŒr die Haltung so wichtigen kindlichen Muskeln zu schwach ausgebildet. Das begĂŒnstigt Fehlstellungen der WirbelsĂ€ule", sagt Professor Robert Rödl, Vorsitzender der DGOU-Sektion "Vereinigung fĂŒr KinderorthopĂ€die".

Die Folge sei hĂ€ufig eine VerkĂŒmmerung der Muskulatur, deren stĂŒtzende und koordinierende Funktion fĂŒr die Körperhaltung wichtig sei. Zudem könne es zur SchwĂ€chung des Knochensystems und dadurch zu einer geringeren Belastbarkeit kommen.

Auch Stress kann Verspannungen in Muskeln und Bindegewebe im RĂŒckenbereich verursachen und fĂŒhrt im Kindesalter oftmals zu RĂŒcken- und Kopfschmerzen. Die hĂ€ufigsten Krankheitsbilder im Kindesalter, die das Symptom RĂŒckenschmerz auslösen, sind deformierende RĂŒckenerkrankungen wie Skoliose und Morbus Scheuermann.

RĂŒckenschmerzen im Erwachsenenalter

Die fehlende Bewegung im Kindes- und Jugendalter wirkt ins Erwachsenenalter hinein und wirkt sich ungĂŒnstig auf die RĂŒckengesundheit aus. "Wenn Kinder Sport und Bewegung nicht selbstverstĂ€ndlich in ihre tĂ€gliche Freizeit einbauen, sind Verspannungen der RĂŒckenmuskulatur, HaltungsschĂ€den und damit RĂŒckenschmerzen im Erwachsenenalter vorprogrammiert“, sagt Kladny. Eine gezielte StĂ€rkung der RĂŒcken- und Bauchmuskulatur können aber auch in fortgeschrittenem Alter noch helfen, die Beschwerden zu lindern oder zum Verschwinden zu bringen.

Bandscheibenvorfall: Ursache oft im Beruf zu finden

Oft verlangt der Beruf eine Menge vom RĂŒcken ab. Dauernde Fehlhaltungen und Fehlbelastungen fĂŒhren zu Verspannungen und Verschleiß und lösen immer wieder schmerzhafte RĂŒckenerkrankungen aus. BandscheibenvorfĂ€lle (Bandscheibenprolaps) beispielsweise gehören zu den hĂ€ufigen Auslösern von RĂŒckenschmerzen bei jungen und Ă€lteren Erwachsenen.

Die 23 Bandscheiben fangen ErschĂŒtterungen und Stauchungen der WirbelsĂ€ule ab. Durch lange Überlastungen können sie einreißen und verrutschen. Gelangen Teile in den Wirbelkanal, wo das RĂŒckenmark liegt, sind starke RĂŒckenschmerzen sowie TaubheitsgefĂŒhle in Armen und Beinen die Folge. Etwa fĂŒnf Prozent der Menschen leiden mindestens einmal im Leben an einem Bandscheibenvorfall.

Schmerzen im Lendenbereich: das Piriformis-Syndrom

Erwachsene, die viel Zeit im Sitzen oder im Stehen verbringen, klagen oft ĂŒber ziehende, stechende Schmerzen im Lendenbereich, die manchmal bis in den Oberschenkel hinein ausstrahlen. Vor allem das Sitzen und das Aufrichten fĂ€llt dann schwer.

Die Beschwerden gehen hĂ€ufig vom verkrampften Piriformismuskel aus. Der Muskel schwillt dann an und drĂŒckt hĂ€ufig auch auf den Ischiasnerv. Typische Ischiasschmerzen treten plötzlich auf und strahlen ĂŒber das GesĂ€ĂŸ und die OberschenkelrĂŒckseite teilweise bis in die Fußsohle aus.

Ist der Piriformis-Muskel als Verursacher der Schmerzen ausgemacht, sind Bewegung, Lockerung und Dehnung die Therapie der Wahl. Mit Physiotherapie und Muskeltraining lassen sich die Beschwerden meist gut in den Griff bekommen.

Psychischer Druck kann sich in RĂŒckenschmerzen zeigen

Stress, Termindruck, familiĂ€re Herausforderungen: Lastet zu viel emotionaler Druck auf der Seele, Ă€ußert sich dieser in vielen FĂ€llen ebenfalls in RĂŒckenschmerzen. Es lastet dann wortwörtlich "zu viel Druck auf den Schultern". Angsterkrankungen beispielsweise gehen hĂ€ufig mit Verspannungen und Verkrampfungen der Nacken-, Schulter- und RĂŒckenregion einher, da sie unter anderem eine erhöhte muskulĂ€re Anspannung bei Betroffenen verursachen können.

Neben dem Ausschluss einer organischen Ursache sei es deshalb wichtig, psychische EinflĂŒsse auf ein bestimmtes Krankheitsbild zu berĂŒcksichtigen, um es behandeln zu können, so der Rat der BerufsverbĂ€nde und Fachgesellschaften fĂŒr Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie, Psychosomatik, Nervenheilkunde und Neurologie aus Deutschland und der Schweiz.

RĂŒckenschmerzen durch Osteoporose

Mit fortschreitendem Alter können chronische RĂŒckenschmerzen auf Osteoporose (Knochenschwund) hindeuten, so der Osteoporose Selbsthilfegruppen Dachverband e.V. In Deutschland leiden rund sechs Millionen Menschen an Osteoporose. Weniger als ein Viertel aller FĂ€lle wird dem Bundesselbsthilfeverband fĂŒr Osteoporose e.V. zufolge frĂŒhzeitig diagnostiziert und adĂ€quat behandelt.

Struktur eines gesunden Knochens (links) und die Auflösung der Knochensubstanz bei Osteoporose (Mitte und rechts)
Struktur eines gesunden Knochens (links) und die Auflösung der Knochensubstanz bei Osteoporose (Mitte und rechts) (Quelle: cosmin4000/getty-images-bilder)

Auch bei Osteoporose beziehungsweise der Osteoporose-Vorbeugung spielt Bewegung eine bedeutende Rolle: Sie fördert den Knochenstoffwechsel und den Einbau von Kalzium in die Knochen. Zu wenig AktivitĂ€t hingegen fĂŒhrt dazu, dass Knochenmasse abgebaut wird.

Mit RĂŒckenschmerzen zum Arzt

Da RĂŒckenschmerzen viele verschiedene Auslöser haben können, ist es wichtig, bei anhaltenden Beschwerden einen Arzt aufzusuchen – auch um ernsthafte Erkrankungen frĂŒhzeitig erkennen zu können. Oft sind die Ursachen fĂŒr RĂŒckenschmerzen harmlos und Bewegung, gezielte Übungen und Entspannung helfen, den Schmerz aufzulösen.

Liegen Erkrankungen des Halteapparates vor, kommen andere Behandlungsmöglichkeiten in Betracht. Diese bespricht der behandelnde Arzt mit seinem Patienten. Bei RĂŒckenschmerzen arbeiten oft Ärzte verschiedener Fachrichtungen zusammen. Dazu gehören unter anderem OrthopĂ€den, KieferorthopĂ€den, Internisten, Neurologen und Chiropraktiker.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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