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Asthma in den Griff bekommen: Symptome, Ursachen und Behandlung

Lungenarzt gibt Ratschläge  

Wie Sie Asthma erkennen und in den Griff bekommen

Ann-Kathrin Landzettel

11.03.2021, 09:54 Uhr
Asthma in den Griff bekommen: Symptome, Ursachen und Behandlung. Eine junge Frau ring nach Luft:  Plötzliche Atemnot und ein Engefühl in der Brust sind typische Symptome für Asthma. (Quelle: Getty Images/AntonioGuillem)

Eine junge Frau ring nach Luft: Plötzliche Atemnot und ein Engefühl in der Brust sind typische Symptome für Asthma. (Quelle: AntonioGuillem/Getty Images)

Hustenreiz, ein Engegefühl in der Brust, vor allem aber das plötzliche Gefühl, keine Luft mehr zu bekommen: Mit diesen Symptomen kündigt sich oft ein Asthma-Anfall an. Auch wenn die chronisch-entzündliche Atemwegserkrankung bislang unheilbar ist, lässt sie sich mit der richtigen Therapie gut in den Griff bekommen.

Bei Asthma-Patienten sind die Atemwege dauerhaft entzündet, sie schwellen an und verengen sich. Dadurch wird das Ein- und Ausatmen beeinträchtigt. Atemnot ist eine häufige Folge. Der deutsche Allergie- und Asthmabund schätzt, dass in Deutschland rund acht Millionen Menschen von der chronischen Atemwegserkrankung betroffen sind.

Doch wodurch wird Asthma ausgelöst? Bei welchen Symptomen sollten Betroffene hellhörig werden und welche Behandlungen helfen am besten, die Beschwerden zu lindern? Wir haben einen Lungenarzt gefragt.

Was ist Asthma?

Bei Asthma, auch Asthma bronchiale genannt, handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege.  Asthma zeigt sich durch anfallsartige Atemnot. Die Atembeschwerden treten beispielsweise bei körperlicher Anstrengung auf oder wenn die Atemwege mit allergenen Substanzen in Kontakt kommen (allergisches Asthma), mitunter auch nachts und in den frühen Morgenstunden aus der Ruhe heraus.

Professor Heinrich Worth ist Internist, Lungenarzt, Kardiologe und Allergologe sowie stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga e. V. Der Experte ist zudem mit der Erstellung von Leitlinien betreut, unter anderem für Asthma und COPD. (Quelle: privat)Professor Heinrich Worth ist Internist, Lungenarzt, Kardiologe und Allergologe sowie stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga e. V. Der Experte ist zudem mit der Erstellung von Leitlinien betreut, unter anderem für Asthma und COPD. (Quelle: privat)

"Die dauerhafte Entzündung der Atemwege bei Asthma setzt verschiedene Mechanismen in Gang. Zum einen verengen sich die Atemwege aufgrund von Verkrampfungen der Atemmuskulatur. Zum anderen schwillt die Schleimhaut der Atemwege an, was diese zusätzlich verengt. Hinzu kommt eine vermehrte Schleimproduktion in den Bronchien, welche die Atmung ebenfalls erschwert", erklärt Professor Heinrich Worth, Facharzt für Lungen- und Bronchialheilkunde sowie stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Atemwegsliga e. V..

Wie gefährlich ist Asthma?

Ein schwerer Asthmaanfall kann für den Betroffenen lebensgefährlich werden. Daher ist es wichtig, dass Asthma-Patienten nicht nur medikamentös gut eingestellt sind und für den Akutfall entsprechende Notfallmedikamente, sogenannte Reliever, zur Hand haben. Ebenso wichtig sind Patientenschulungen, in denen Betroffene lernen, wie sie ihre Atemleistung messen und deuten – und bei Atemnot richtig handeln.

"Damit Asthmatiker wissen, wie sie sich bei einem akuten Asthmaanfall richtig verhalten, bekommen sie von ihrem behandelnden Arzt einen sogenannten Aktionsplan. Darin ist aufgeführt, wann welche Medikamente in welcher Dosierung angewendet werden müssen – und wann der Notarzt erforderlich ist", erklärt Worth. "Wichtig ist hierbei, dass auch Angehörige geschult sind und die Asthma-Aktionspläne kennen. Bei akuter Atemnot sind Betroffene aufgrund der Atembeschwerden und der damit verbundenen Angst oftmals nicht in der Lage, entsprechend zu handeln."

Was sind die häufigsten Asthma-Ursachen?

Mediziner unterscheiden das allergische und das nicht-allergische Asthma. Beim allergischen Asthma sind Allergien die Ursache der wiederkehrenden Atemprobleme. Zu den häufigsten allergenen Stoffen gehören Pollen, Gräser und Sträucher. Aber auch Haustaubmilben, Tierhaare und chemische Substanzen können zu asthmatischen Beschwerden führen. Beim sogenannten Bäckerasthma sind es die Mehlstäube, welche die Atemnot auslösen.

Veränderungen im Erbgut sind ebenfalls eine bedeutende Asthma-Ursache. "Das erklärt, warum in bestimmten Familien Asthma gehäuft auftritt", sagt der Lungenexperte. Auch Infekte können Asthma auslösen. Meist zeigt sich Asthma bronchiale bereits im Kindes- und Jugendalter, es kann aber auch im Erwachsenenalter zum ersten Mal auftreten.

Asthma-Symptome: Wie sind die Symptome bei Asthma?

Die verkrampfte Atemmuskulatur, die geschwollenen Schleimhäute sowie die vermehrte Schleimbildung führen zu den typischen Asthma-Symptomen:

  • erschwerte Atmung – vor allem bei der Ausatmung
  • Husten (mit Schleimauswurf)
  • verminderte körperliche Leistungsfähigkeit
  • (anfallsartige) Atemnot – häufig nachts und in den frühen Morgenstunden

"Anfallsartige Atemnot ist das Hauptsymptom für Asthma. Ein weiteres Asthma-Symptom ist Husten. Besteht Husten länger als acht Wochen, sollten Sie einen Lungenfacharzt aufsuchen und Atemwege und Lunge untersuchen lassen. Dann kann Asthma die Ursache des bestehenden Hustens sein", sagt Worth.

Kann man Asthma heilen?

Asthma ist nicht heilbar. Das Ziel der Asthma-Behandlung liegt in der Unterdrückung der Entzündung in Atemwegen und Lunge. So lassen sich die Asthma-Symptome lindern und in vielen Fällen sogar eine Beschwerdefreiheit erreichen. Die Behandlung setzt sich aus Medikamenten, Bewegungstherapie und Patientenschulungen zusammen. Beim allergischen Asthma ist es zudem wichtig, auslösende Allergene möglichst zu vermeiden.

Asthma-Behandlung: Was kann man tun gegen Asthma?

Die Anwendung von Medikamenten ist für die Asthma-Behandlung unverzichtbar. Die verschiedenen Präparate wirken gegen die Entzündung, lassen die Atemwege abschwellen, vermindern die Schleimproduktion, verflüssigen den Schleim und erleichtern das Abhusten. Während Controller für die Langzeitbehandlung eingesetzt werden, kommen Reliever für akute Atemnot zur Anwendung.

Die Rolle von Kortison bei Asthma

"Die Verabreichung der Medikamente erfolgt meist über Inhalationssysteme. So gelangen die Wirkstoffe tief in die Atemwege und können dort ihre Wirkung entfalten", so der Lungenarzt. "Inhalierbares Kortison ist für die Asthma-Therapie ein unverzichtbarerer Wirkstoff gegen die Entzündung der Atemwege." Bei speziellen Formen des schweren Asthmas können Biologika gegen die Entzündung helfen. „Das sind Antikörper gegen bestimmte Mediatoren, die an der Entzündung beteiligt sind", erklärt Worth.

Welche Medikamente bei Asthma?

Weitere häufig eingesetzte Asthma-Medikamente sind Beta-2-Sympathomimetika. Sie entkrampfen bei akuter Atemnot die Atemmuskulatur und erleichtern so das Atmen. Anticholinerika hemmen das krampfartige Zusammenziehen der Bronchialmuskeln und wirken bronchienerweiternd. Bei allergischem Asthma kann versucht werden, die Immunreaktion durch eine Hyposensibilisierung abzuschwächen. Hierbei wird der Körper unter ärztlicher Aufsicht langsam an die Allergene gewöhnt.

"Eine gute Medikation kann nicht nur eine dauerhafte Symptomlinderung erreichen und im Akutfall Atemnot behandeln. Sie kann auch verhindern, dass sich der Krankheitsverlauf von Asthma bronchiale verschlechtert – weil Entzündungsreaktionen, welche zu Gewebeveränderungen führen können, gehemmt werden", sagt Worth.

Verwendete Quellen:


Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.

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