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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Diese Folgeerkrankungen drohen bei Diabetes

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 31.10.2021Lesedauer: 4 Min.
Ein Arzt misst bei einem Patienten den Blutdruck. Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen-
Ein Arzt misst bei einem Patienten den Blutdruck. Diabetiker haben ein erhöhtes Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen- (Quelle: GlobalStock/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Diabetes Typ 2 kann schwerwiegende Folgen fĂŒr verschiedene Organe haben. Mediziner sprechen von SpĂ€tkomplikationen. Ursache ist die schĂ€dliche Wirkung des anhaltend zu hohen Blutzuckerspiegels auf die Nerven sowie die kleinen und grĂ¶ĂŸeren GefĂ€ĂŸe.

Ein gut eingestellter Diabetes mellitus ist unverzichtbar, um das Risiko fĂŒr Diabetes-SpĂ€tfolgen zu senken. Welche Folgeerkrankungen mit Typ-2-Diabetes drohen und wie Betroffene vorbeugen.


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Was ist Diabetes Typ 2?

Es gibt zwei Hauptgruppen des Diabetes mellitus: Diabetes Typ 1 und Diabetes Typ 2. Der Typ-1-Diabetes tritt in Folge einer autoimmun bedingten SchĂ€digung der BauchspeicheldrĂŒse auf. Beim Typ-2-Diabetes handelt es sich um eine Insulinresistenz: einem MissverhĂ€ltnis von Insulinangebot und -bedarf.

Der Zucker (Glukose) kann dadurch nicht ausreichend in die Körperzellen geschleust werden und der Blutzuckerspiegel steigt. In Folge kommt es zudem zu einer Erschöpfung der BauchspeicheldrĂŒse selbst, weil sie durch eine erhöhte Insulinproduktion versucht, den Zucker aus dem Blut in die Zellen zu transportieren. Ist die BauchspeicheldrĂŒse irgendwann nicht mehr in der Lage, ausreichend Insulin zu bilden, steigt der Blutzuckerspiegel ebenfalls.

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Etwa 90 Prozent der Zuckerkranken haben einen Typ-2-Diabetes. FrĂŒher waren vor allem Ă€ltere Menschen von Diabetes Typ 2 betroffen, daher wurde die Zuckerkrankheit auch als Altersdiabetes bezeichnet. Allerdings sind heutzutage auch immer mehr junge Menschen betroffen. Hauptursachen fĂŒr einen frĂŒhen Typ-2-Diabetes sind eine vorwiegend fett- und zuckerreiche ErnĂ€hrung mit wenig Ballaststoffen, Übergewicht, Bewegungsmangel, Rauchen sowie genetische Faktoren.

Welche SpÀtfolgen drohen Diabetikern?

"Diabetes-Betroffene haben ein erhöhtes Risiko fĂŒr SchĂ€den an Augen, Nieren und Nerven sowie fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen", sagt Professor Ralf Lobmann, Ärztlicher Direktor an der Klinik fĂŒr Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie am Klinikum Stuttgart.

"Auch besteht die Gefahr, einen diabetischen Fuß zu entwickeln. Etwa einer von vier Diabetes-Patienten ist wĂ€hrend seiner Lebenszeit mit Diabetes davon betroffen. JĂ€hrlich mĂŒssen bis zu 50.000 diabetesbedingte Amputationen vorgenommen werden."

(Quelle: privat)


Dr. med Ralf Lobmann ist Ă€rztlicher Direktor an der Klinik fĂŒr Endokrinologie, Diabetologie und Geriatrie am Klinikum Stuttgart und und Mitglied der Deutschen Diabetes Gesellschaft e. V..

Warum ist zu viel Zucker im Blut schÀdlich?

SpĂ€tkomplikationen bei Diabetes mellitus sind hĂ€ufig, denn ein dauerhaft erhöhter Glukosegehalt im Blut greift GefĂ€ĂŸe und Nerven an. „Zu viel Glukose im Blut verursacht EntzĂŒndungsprozesse, in deren Folge Botenstoffe entstehen, welche SchĂ€den an Nerven und GefĂ€ĂŸen verursachen“, erklĂ€rt Lobmann. "Zudem kommt es vermehrt zu Ablagerungen an den InnenwĂ€nden der GefĂ€ĂŸe, dem sogenannten Endothel."

Ein weiterer Grund ist, dass Glukose Gewebestrukturen förmlich verklebt. Die GefĂ€ĂŸe von Diabetes-Betroffenen sind nicht mehr so flexibel wie die stoffwechselgesunder Menschen. Das fĂŒhrt dazu, dass die Durchblutung sowie die Sauerstoff- und NĂ€hrstoffversorgung nicht mehr optimal verlaufen. Auch die Wundheilung ist gestört. Das Infektionsrisiko steigt. Ebenso ist die Kommunikation zwischen den Nervenzellen sowie die Funktion der Nervenzellen selbst beeintrĂ€chtigt.

Welche Folgen hat Diabetes Typ 2 fĂŒr den Körper?

Da zu hohe Blutzuckerwerte GefĂ€ĂŸe und Nerven zerstören, gehören zu den möglichen SpĂ€tfolgen eines Typ-2-Diabetes:

  • Durchblutungsstörungen der Beine (periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK)
  • Herzinfarkt
  • Schlaganfall
  • Nachlassen der Sehkraft bis hin zum Verlust des Augenlichts (diabetische Retinopathie)
  • NierenschĂ€den bis hin zur Dialysepflicht
  • Diabetischer Fuß / diabetisches Fußsyndrom (Durch NervenschĂ€den werden Verletzungen am Fuß nicht bemerkt.

Zugleich ist die Durchblutung verschlechtert. Aus einer Druckstelle kann eine Verletzung werden, die sich rasch ausbreitet und nicht heilt. Stirbt Gewebe ab, muss dieses entfernt werden. Manchmal mĂŒssen Ärzte das Bein oder Teile davon abnehmen.)

Langzeitfolgen vorbeugen: Was kann ich tun?

Um einem Diabetes mellitus Typ 2 vorzubeugen, ist der Blick auf Lebensstilfaktoren besonders bedeutend. Eine gesunde ErnĂ€hrung, regelmĂ€ĂŸige Bewegung, Rauchverzicht sowie ein normales Köpergewicht helfen, das Diabetesrisiko zu senken beziehungsweise die Erkrankung hinauszuzögern.

"Ratsam ist es zudem, im Rahmen der FrĂŒherkennungsuntersuchungen, etwa dem Check-up 35, die Blutzuckerwerte kontrollieren zu lassen. Wer ĂŒbergewichtig ist, sich kaum bewegt und eine familiĂ€re Veranlagung fĂŒr Diabetes mitbringt, sollte sich öfter untersuchen lassen", rĂ€t Lobmann. "Symptome wie Sehstörungen, vermehrter Durst und hĂ€ufiges Wasserlassen können auf einen Diabetes hindeuten und sollten Ă€rztlich abgeklĂ€rt werden."

Richtig eingestellter Blutzucker senkt Komplikationsrisiko

Besteht bereits die Zuckerkrankheit, ist es wichtig, dass die Patientinnen und Patienten gut eingestellt und die Blutzuckerwerte in einem normalen Rahmen sind. Dies wird durch entsprechende Medikamente und die Begleitung eines Diabetologen möglich. Auch wichtig ist es, die UnterstĂŒtzung eines ErnĂ€hrungsberaters oder einer ErnĂ€hrungsberaterin zu nutzen. RegelmĂ€ĂŸige Bewegung ist ebenfalls ein wichtiger Teil der Diabetes-Therapie.

"Ein gut eingestellter Diabetes ist der beste Schutz fĂŒr möglichen SpĂ€tkomplikationen. Eine Garantie gibt es aber nicht. Auch Patienten mit guten Zuckerwerten können Komplikationen entwickeln“, so der Diabetes-Experte. "Daher ist es wichtig, dass Diabetes-Betroffene regelmĂ€ĂŸig Kontrolluntersuchungen wahrnehmen, etwa von Augen, Nieren, Herz und FĂŒĂŸen." Um das Komplikationsrisiko eines diabetischen Fußes zu senken, sei es ratsam, regelmĂ€ĂŸig einen Podologen aufzusuchen – das gelte besonders fĂŒr Ältere. Einen guten Überblick ĂŒber die empfohlenen Untersuchungen biete der Gesundheits-Pass Diabetes der DDG.

Von Fußpflege bis zur Kontrolle beim Augenarzt

Um Amputationen an den FĂŒĂŸen vorzubeugen, sind regelmĂ€ĂŸige Besuche bei einer medizinischen Fußpflege (Podologe) ratsam. Um der diabetischen Retinopathie, einer diabetesbedingten Netzhautablösung vorzubeugen und das Erblindungsrisiko zu senken, sollten Diabetes-Betroffene einmal im Jahr eine FrĂŒherkennungsuntersuchung beim Augenarzt wahrnehmen.

Wichtig ist zudem ein Rauchverzicht, da die in den Zigaretten enthaltenen Giftstoffe die Versorgung der Netzhaut beeintrĂ€chtigen und schĂ€digen können sowie im Allgemeinen EntzĂŒndungsprozesse sowie Wundheilungsstörungen begĂŒnstigen.

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Das Herz im Blick behalten

Der Herzinfarkt gehört zu den hĂ€ufigsten Todesursachen von Diabetes-Betroffenen. Hohe Blutzuckerwerte begĂŒnstigen eine Verkalkung der GefĂ€ĂŸe (Arteriosklerose). Die Ablagerungen begĂŒnstigen EntzĂŒndungsprozesse, verengen die GefĂ€ĂŸe, machen das Gewebe unbeweglicher und stören die Versorgung mit Sauerstoff und NĂ€hrstoffen.

Verstopft ein GefĂ€ĂŸ komplett und wird das Herz an dieser Stelle nicht mehr mit Blut versorgt, kommt es zum Herzinfarkt. Ohne rasche Behandlung stirbt das Herzgewebe ab – eine lebensbedrohliche Situation. RegelmĂ€ĂŸige Untersuchungen beim Kardiologen sind daher ebenfalls Teil der Diabetes-Therapie.

Auch der Schlaganfall ist die Folge eines verstopften GefĂ€ĂŸes – nĂ€mlich im Gehirn. Das GefĂ€ĂŸ kann entweder verstopfen, weil ein Blutgerinnsel von anderer Stelle in das Gehirn gespĂŒlt wird, beispielsweise aus dem Herzen aufgrund von Herzrhythmusstörungen. Oder das Gerinnsel bildet sich direkt im Gehirn. Möglich ist auch, dass ein Schlaganfall durch ein geplatztes GefĂ€ĂŸ verursacht wird (Hirnblutung). Experten raten, die Blutdruckwerte im Normalbereich zu halten. Gelingt das nicht durch einen gesunden Lebensstil, können Blutdrucksenker unterstĂŒtzen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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