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Ja, die Redaktion hat f√ľr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Was es heißt, wenn der CRP-Wert erhöht ist

Von Lydia Klöckner

Aktualisiert am 17.02.2022Lesedauer: 6 Min.
Blutproben auf Laborbericht
Ob der CRP-Wert normal oder zu hoch ist, lässt sich durch eine Blutuntersuchung feststellen. (Quelle: Kubra Cavus/Thinkstock by Getty-Images-bilder)
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Ein Infekt, eine OP, Rheuma: Vieles kann den CRP-Wert im Blut erh√∂hen. Der K√∂rper bildet das C-reaktive Protein bei Entz√ľndungen. Wir erkl√§ren, welcher CRP-Wert normal ist und wie sich ein zu hoher Blutwert senken l√§sst.

Das Wichtigste im √úberblick


Wenn sich der K√∂rper gegen etwas wehrt, zum Beispiel gegen einen Infekt, kommt es zu einer Entz√ľndung. Dabei handelt es sich um ein komplexes Geschehen, bei dem viele verschiedene Botenstoffe, Immunzellen und Eiwei√üe beteiligt sind. Das C-reaktive Protein, kurz CRP, ist eines dieser Abwehr-Eiwei√üe.


Antibiotika nicht mit allem schlucken

Antibiotika sollten idealerweise mit einem Glas Leitungswasser heruntergesp√ľlt werden.
Bei vielen bakteriellen Infektionen können Antibiotika als Medikament zum Einsatz kommen.
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Das CRP wirkt an der sogenannten Akute-Phase-Reaktion mit. Diese hei√üt so, weil sie bei einer akuten Bedrohung sofort ‚Äď fr√ľher als andere Abwehrmechanismen des K√∂rpers ‚Äď einsetzt: Die CRP-Konzentration steigt schon innerhalb von sechs bis zw√∂lf Stunden nach dem ausl√∂senden Ereignis (etwa der Infektion) an, was sich durch eine Blutuntersuchung feststellen l√§sst. √Ąrztinnen und √Ąrzte sprechen dann von einem erh√∂hten CRP-Wert.

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Warum steigt der CRP-Wert bei Entz√ľndungen?

Wird irgendwo im K√∂rper Gewebe gesch√§digt, etwa weil dort Erreger w√ľten, setzen die betroffenen Zellen bestimmte Botenstoffe frei. Diese regen die Leber dazu an, erh√∂hte Mengen CRP zu bilden.

Die Eiwei√üe gelangen dann √ľbers Blut zum angegriffenen Gewebe und sorgen dort unter anderem daf√ľr, dass Zellen des Immunsystems Krankheitserreger bek√§mpfen sowie abgestorbene oder kranke Zellen und Giftstoffe beseitigen.

Man kann sich das C-reaktive Proteine also vorstellen wie eine Truppe von Notfallsanit√§tern am Unfallort: Sie leisten Erste Hilfe. Gezieltere Ma√ünahmen √ľberlassen sie aber den Spezialisten.

C-reaktives Protein im Blut: Was bedeutet der Blutwert CRP?

Das C-reaktive Protein z√§hlt zu den Entz√ľndungswerten, also zu den Blutwerten, die bei einer Entz√ľndung ansteigen und die sich dann in erh√∂hter Konzentration im Blut nachweisen lassen. Da viele Krankheiten mit Entz√ľndungen einhergehen, hat der CRP-Wert allein kaum Aussagekraft.

Bei der Diagnose ist der CRP-Wert also nur ein Puzzlestein im Gesamtbild der Untersuchungsergebnisse. Welche Erkrankung hinter einem erh√∂hten CRP-Wert steckt, kann die √Ąrztin oder der Arzt erst nach Auswertung aller Befunde beurteilen. Einen √úberblick √ľber m√∂gliche Ursachen bietet das folgende Kapitel.

C-reaktive Protein erhöht: Was heißt es, wenn der CRP-Wert zu hoch ist?

Ein erh√∂hter CRP-Wert zeigt, dass im K√∂rper eine Entz√ľndung stattfindet ‚Äď nicht aber, warum. Oft steckt eine der folgenden Ursachen dahinter, wenn der Wert des C-reaktiven Proteins im Blut zu hoch ist:

  • Infektionen
  • Rheuma (genauer gesagt entz√ľndliche Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises, zum Beispiel rheumatoide Arthritis)
  • chronisch-entz√ľndliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn
  • gr√∂√üere Operationen
  • Krebserkrankungen

Was ein zu hoher CRP-Wert bei Infekten aussagt

Wenn eine Person mit deutlichen Symptomen f√ľr einen Infekt zur √Ąrztin oder zum Arzt geht, kann der CRP-Wert einen ersten Hinweis auf die Art des Erregers liefern: Steckt ein Virus hinter den Beschwerden, steigt der CRP-Wert in der Regel nicht oder kaum an. Ein hoher CRP-Wert ist eher f√ľr durch Bakterien verursachte Infektionen typisch. Deutlich erh√∂hte Werte k√∂nnen zum Beispiel vorkommen bei

  • Harnwegsinfekten,
  • bakteriellen Mandelentz√ľndungen oder
  • bakteriellen Bronchitiden.

Was kann noch zu einem erh√∂hten CRP-Wert f√ľhren?

Ein zu hoher CRP-Wert ist nicht zwangsl√§ufig ein Anzeichen f√ľr einen Infekt. Denn neben Krankheitserregern gibt es noch andere Gr√ľnde f√ľr Entz√ľndungen im K√∂rper, etwa

  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Krebserkrankungen
  • gr√∂√üere Verletzungen und chirurgische Eingriffe
  • Knochenmarkstransplantationen
  • chronisch-entz√ľndliche Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa und Morbus Crohn
  • entz√ľndliche Formen von Rheuma, etwa die rheumatoide Arthritis

Das Ausma√ü der Entz√ľndungsreaktion ist von Erkrankung zu Erkrankung unterschiedlich: Herz-Kreislauf-Erkrankungen lassen den CRP-Wert normalerweise nur sehr leicht ansteigen, wohingegen es nach gro√üen Operationen in der Regel zu einem starken Anstieg kommt.

Grunds√§tzlich sind sehr hohe CRP-Werte eher ein Anzeichen f√ľr schwere, durch Infekte bedingte Erkrankungen. Mehr dazu erfahren Sie im folgenden Kapitel.

Tabelle: CRP-Normalwert und krankhafte Werte (in mg/dl)

F√ľr gesunde Menschen gilt ein CRP-Wert von unter 3 Milligramm pro Liter (mg/l) Blut als normal, das entspricht 0,3 Milligramm pro Deziliter (mg/dl). CRP-Werte √ľber 5 Milligramm pro Liter (0,5 Milligramm pro Deziliter) sind ein Anzeichen f√ľr eine Entz√ľndung.

Wie stark der Wert steigt, h√§ngt vom Ausma√ü der Entz√ľndung ab ‚Äď und somit von der genauen Ursache. Daher kann die H√∂he des CRP-Werts einen ersten Hinweis auf das zugrunde liegende gesundheitliche Problem liefern. Welcher CRP-Bereich f√ľr welche Erkrankungen und anderen Ursachen typisch ist, veranschaulicht die folgende Tabelle:

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CRP-Wert in mg/dl Schwere der Entz√ľndung m√∂gliche Ursachen
0,3 bis 1 niedriggradig ("low grade") √úbergewicht
Diabetes mellitus Typ 2
Herz-Kreislauf-Erkrankung
1 bis 4 mild Herzinfarkt
rheumatische Erkrankung
Abszess (Eiteransammlung im Gewebe)
4 bis 10 mäßig Harnwegsinfekt
bakterielle Bronchitis
bakterielle Mandelentz√ľndung
√ľber 10 stark schwerer durch Bakterien oder Pilze verursachter Infekt
schwere Verletzungen
große Operationen

Erh√∂hter CRP-Wert bei √úbergewicht ‚Äď Wie ist der Zusammenhang?

Fettgewebe ‚Äď vor allem das sogenannte Viszeralfett, welches die inneren Organe umgibt ‚Äď setzt verschiedene Botenstoffe frei, die Entz√ľndungen im K√∂rper f√∂rdern k√∂nnen. Darum ist der CRP-Wert √ľbergewichtiger Menschen h√§ufig leicht erh√∂ht.

C-reaktives Protein: Was bringt ein CRP-Test?

Einen genauen CRP-Wert kann nur eine Blutuntersuchung im Labor liefern. Es gibt jedoch sogenannte CRP-Schnelltests, die binnen weniger Minuten anzeigen, ob der Wert im normalen, leicht erhöhten oder stark erhöhten Bereich liegt.

Zum Einsatz kommen diese Tests vor allem in haus√§rztlichen und kinder√§rztlichen Praxen. Denn diese sind in der Regel die erste Anlaufstelle, wenn eine Person Anzeichen f√ľr einen Infekt bei sich oder ihrem Kind bemerkt.

Der CRP-Test soll der √Ąrztin oder dem Arzt dabei helfen, schnell und unkompliziert einzusch√§tzen, ob der Infekt eine Behandlung mit Antibiotika erfordert oder nicht: Zeigt der Test normale CRP-Werte an, handelt es sich wahrscheinlich nicht um eine bakterielle Erkrankung, sondern um eine Virusinfektion. Antibiotika zu verordnen w√§re dann unsinnig, weil diese Mittel nur Bakterien abt√∂ten.

Zeigt der Test hingegen deutlich erh√∂hte Werte an und deuten auch die anderen Untersuchungsbefunde auf einen bakteriellen Infekt hin, so spricht dies f√ľr eine Therapie mit Antibiotika.

Wichtig: Ein zu hoher CRP-Wert allein bedeutet keineswegs, dass eine Behandlung mit Antibiotika notwendig oder √ľberhaupt hilfreich ist: Neben Bakterien gibt es noch zahlreiche andere m√∂gliche Gr√ľnde f√ľr ein Anstieg des C-reaktiven Proteins im Blut. Und bei nicht-infekti√∂sen Ursachen helfen Antibiotika ebenso wenig wie bei viralen Infekten.

C-reaktives Protein: Was bedeutet ein CRP-Wert √ľber 100?

Ein CRP-Wert √ľber 100 Milligramm pro Liter beziehungsweise 10 Milligramm pro Deziliter Blut spricht daf√ľr, dass irgendwo im K√∂rper viel Gewebe besch√§digt wurde und das Immunsystem mit einer heftigen Entz√ľndung reagiert. M√∂gliche Ursachen sind etwa schwere Verletzungen und gro√üe chirurgische Eingriffe.

Ein derart hoher CRP-Wert kann aber auch auf einen schweren durch Bakterien (oder seltener Pilze) verursachten Infekt hindeuten, etwa eine starke Lungenentz√ľndung oder Harnwegsinfektion.

Deutlich √ľber 100 k√∂nnen die Werte auch bei einer sogenannten Blutvergiftung (Sepsis) steigen. Diese entwickelt sich, wenn der K√∂rper nicht mit einer Infektion fertigwird und bei seinen Abwehrversuchen so viel eigenes Gewebe sch√§digt, dass mehrere Organe versagen.

C-reaktives Protein: CRP-Wert bei Rheuma

Der CRP-Wert kann auch bei entz√ľndlichen Formen von Rheuma ansteigen, beispielsweise bei der rheumatoiden Arthritis, die mit wiederkehrenden Gelenkbeschwerden einhergeht, und der Polymyalgia rheumatica, die sich vor allem durch Muskelschmerzen √§u√üert.

Wenn eine Person mit Beschwerden hat, die auf eine rheumatische Krankheit hindeuten, wird die √Ąrztin oder der Arzt daher auch den CRP-Wert und andere Entz√ľndungswerte im Blut bestimmen lassen. Sind diese erh√∂ht, ist das ein m√∂glicher Hinweis auf Rheuma ‚Äď sofern es keine andere Ursache f√ľr die Entz√ľndung gibt, wie zum Beispiel ein Infekt.

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Umgekehrt spricht ein normaler CRP-Wert jedoch nicht unbedingt gegen eine entz√ľndliche rheumatische Krankheit: Bei manchen nachweislich Erkrankten ist der CRP-Wert nicht erh√∂ht. Gerade, wenn sich die Erkrankung noch in einem fr√ľhen Stadium befindet, steigen die Entz√ľndungswerte im Blut nicht unbedingt an.

Bei der Diagnose von Rheuma spielt der CRP-Wert somit zwar durchaus eine Rolle, aber keine entscheidende. Ob jemand eine rheumatische Krankheit hat oder nicht, l√§sst sich erst nach einer umfassenden Untersuchung beurteilen. Dazu macht die √Ąrztin oder der Arzt sich ein genaues Bild von den Beschwerden der betroffenen Person.

Zudem lassen sich neben den Entz√ľndungswerten noch weitere Blutwerte bestimmen, etwa die Rheumafaktoren und andere k√∂rpereigene Abwehrstoffe. H√§ufig ist dar√ľber hinaus eine Untersuchung mit bildgebenden Verfahren n√∂tig.

CRP-Wert in der Behandlung von Rheuma

F√ľr die Rheumatherapie ist der CRP ebenfalls von Bedeutung. Wer an rheumatoider Arthritis oder einer anderen entz√ľndlichen Form von Rheuma erkrankt ist, erh√§lt zur Behandlung Medikamente, die die Entz√ľndung eind√§mmen sollen. Bei der rheumatoiden Arthritis setzt sich die medikament√∂se Behandlung meist aus zwei verschiedenen Arten von Arzneien zusammen:

  • Kortison, ein entz√ľndungshemmendes Mittel, das akute Entz√ľndungen lindern kann
  • Medikamente, die das Fortschreiten der Erkrankung langfristig bremsen sollen

Ob die Behandlung wirklich hilft, kontrolliert die √Ąrztin oder der Arzt durch weitere Untersuchungen. Dabei wird auch den CRP-Wert im Blut bestimmt: Sinkt der CRP-Wert im Laufe der Behandlung ab, schl√§gt diese offenbar an.

Dann wird die √Ąrztin oder der Arzt in der Regel anordnen, die Dosis des Kortisons allm√§hlich zu senken. Kortison wirkt zwar meist schnell, bringt aber auch Nebenwirkungen mit sich, die vor allem bei l√§ngerfristiger Einnahme auftreten. Daher sollten Betroffene es nur so lange wie n√∂tig einnehmen.

Bleibt der CRP-Wert trotz der Medikamente erh√∂ht und bessern sich auch die Beschwerden nicht oder kaum, zeigt die Therapie offenbar nicht ausreichend Wirkung. In diesem Fall wird die √Ąrztin oder der Arzt erw√§gen, andere Mittel zu verordnen.

C-reaktives Protein: Wie lässt sich der CRP-Wert senken?

Der CRP-Wert sinkt von selbst, wenn die Entz√ľndung abklingt. Welche Ma√ünahmen dabei helfen, h√§ngt von der Ursache ab: Hat ein bakterieller Infekt die Entz√ľndung ausgel√∂st, k√∂nnen dazu Antibiotika n√∂tig sein. Bei rheumatischen Erkrankungen k√∂nnen entz√ľndungshemmende Medikamente den CRP-Wert senken.

Leicht erh√∂hte Entz√ľndungswerte bei √úbergewicht und Diabetes mellitus Typ 2 gehen in der Regel zur√ľck, wenn die Betroffenen abnehmen und sich mehr bewegen.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte √Ąrzte. Die Inhalte von t-online k√∂nnen und d√ľrfen nicht verwendet werden, um eigenst√§ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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