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Potenzmythen: Führen zu enge Hosen zu Erektionsstörungen?


Führt Radfahren zu Erektionsstörungen?

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 19.02.2022Lesedauer: 5 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Potenzmittel können nach ärztlicher Rücksprache zur Unterstützung der Erektion eingenommen werden. Allerdings können Nebenwirkungen auftreten.
Potenzmittel können nach ärztlicher Rücksprache zur Unterstützung der Erektion eingenommen werden. Allerdings können Nebenwirkungen auftreten. (Quelle: nito100/getty-images-bilder)
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Ist das Fahrrad daran schuld, wenn die Potenz schwächelt oder die engen Hosen? Oder liegt es einfach am Alter, dass es im Bett nicht mehr klappt? Ums Thema Potenz ranken sich zahlreiche Mythen. Einige entbehren jeder wissenschaftlichen Grundlage, an anderen dagegen ist etwas dran. Wir haben acht populäre Potenzmythen auf ihren Wahrheitsgehalt hin geprüft.

Das Wichtigste im Überblick


Bei etwa 50 Prozent der Männer mit sexuellen Funktionsstörungen ist die Erektionsstörung , medizinisch erektile Dysfunktion, das primäre Problem. Die Gründe können vielfältig sein. Für die Partnerschaft kann ein unbefriedigendes Sexualleben sehr belastend sein. Viele Männer suchen daher nach Möglichkeiten, ihre Potenz zu unterstützen. Doch welche Ratschläge bringen wirklich etwas?


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Wann liegt eine erektile Dysfunktion vor?

Potenzstörungen sind häufig und finden sich in unterschiedlichem Ausmaß. Schätzungen zufolge sind mehrere Millionen Männer in Deutschland betroffen. Bei der erektilen Dysfunktion ist die Libido in der Regel erhalten. Doch den betroffenen Männern gelingt es über einen längeren Zeitraum nicht, eine für einen befriedigenden Geschlechtsverkehr ausreichende Erektion zu bekommen und aufrecht zu erhalten. Von erektiler Dysfunktion sprechen Mediziner, wenn der Betroffene innerhalb von sechs Monaten in etwa 70 Prozent der Fälle oder mehr keine ausreichende Erektion erreicht. Der Frust ist bei vielen Männern groß und sie fragen sich, was ihre Erektion beeinträchtigt und wie sie sie fördern können.

Entspannt Alkohol und macht Sex einfacher?

In stressigen Phasen hört man nicht selten den Ratschlag, ein Gläschen Alkohol zu trinken. Das sei entspannend, mache gelassener und der Sex würde dadurch einfacher. Dieser Potenz-Mythos ist halb wahr. Sind die Erektionsstörungen stressbedingt, kann ein kleines gemeinsames Glas Sekt vor dem Liebesspiel durchaus für erotische Stimmung und Entspannung sorgen. Wird mehr getrunken, kippt der Effekt rasch um. Es liegt nur ein schmaler Grat zwischen anregender und lusthemmender Wirkung.

"Nicht zu unterschätzen sind zudem die Folgen von langfristigem Alkoholkonsum für die Funktionsfähigkeit des Penis", warnt Dr. Christian Leiber, Medienbeauftragter des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (DGA) und Oberarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urogynäkologie am Krankenhaus Maria-Hilf Krefeld – Akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. "Die feinen Gefäße und das Gewebe können Schaden nehmen. Auch Nerven- und Muskelzellen können zunehmend beeinträchtigt sein."

Verursacht Rauchen Erektionsstörungen?

Dass Rauchen Erektionsstörungen verursacht, ist kein Potenz-Mythos. Bei Rauchern kommt es nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zufolge fast doppelt so häufig zu Impotenz wie bei Nichtrauchern. Je mehr geraucht wird, desto höher ist ihr Risiko für Erektionsprobleme. Rauchen verursacht Entzündungsreaktionen und schädigt unter anderem die Blutgefäßinnenwand, das Endothel. Diese verliert zunehmend an Flexibilität, was die Funktion der Blutgefäße stört. Sie können sich nicht mehr so gut verengen oder erweitern. Ein Rauchstopp lohnt sich daher für die Gesundheit im Allgemeinen und die Potenz.

"Das Schlimmste, was Männer ihrem Penis und ihrer Gesundheit allgemein antun können, ist Rauchen und übermäßig Alkohol trinken", sagt Leiber. "Ich sage meinen Patienten oft, dass sie sich entscheiden müssen: Rauchen oder eine erfüllte Sexualität bis ins Alter. Es gibt da keinen Kompromiss. Rauchen und Alkohol in Kombination ist noch schlimmer. Beides macht die Gefäße kaputt."

Kann die richtige Ernährung die Potenz stärken?

Gleich vorweg: Eine Potenz-Diät gibt es nicht. Dennoch kann eine ausgewogene Ernährung mit vielen frischen Lebensmitteln die Gesundheit im Allgemeinen unterstützen und dadurch auch positive Effekte auf die Erektionsfähigkeit haben. Ein bedeutender Faktor ist, dass eine gesunde Ernährung hilft, ein normales Gewicht zu halten oder Übergewicht abzubauen. Übergewicht gilt als Risikofaktor für Erektionsstörungen. Das ist kein Potenz-Mythos.

"Ein gesunder, schlanker Mann ist fitter – was sich positiv auf die Erektionsfähigkeit auswirkt. Echte Potenz-Killer hingegen sind mit Übergewicht in Zusammenhang stehende Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder erhöhte Blutfettwerte", so der Androloge.

Verursachen enge Hosen und Radfahren Impotenz?

Dass zu enge Hosen die Erektionsfähigkeit negativ beeinflussen, ist ein Potenz-Mythos. Eine so enge Hose könne man laut dem Experten gar nicht tragen. Auch die Sorge, dass Radfahren Erektionsstörungen verursacht, sei unbegründet: "Männer, die sehr viel Fahrrad fahren, etwa Rennradfahrer, beschreiben nach langen Touren häufig ein pelziges Gefühl im Genitalbereich. Das ist auf die Kompression durch den Sattel zurückzuführen. Bedenklich ist das aber nicht. Vielleicht ist an dem Abend nach der Radtour die Erektionsfähigkeit etwas beeinträchtigt, doch das ist reversibel und kein dauerhaftes Risiko."

Führt Viagra zu einer gefährlichen Dauererektion?

Eine gefährliche Dauererektion durch Viagra – ein Potenz-Mythos? Es kommt auf den Umgang mit dem Medikament an. Der Experte beruhigt zuerst: Normalerweise sei bei einer ärztlich verordneten Einnahme von potenzfördernden Medikamenten, sogenannten PDE-5-Hemmern wie Viagra, keine gefährliche Dauererektion zu befürchten. Auch funktioniere das Mittel nur, wenn der Mann Lust auf Sex habe. Kritisch könne es aber werden, wenn die Mittel mit Alkohol oder Drogen kombiniert werden.

"Dann kann es durchaus passieren, dass die Erektion länger bestehen bleibt. Was erst mal positiv klingt, birgt Risiken: Bei bestehender Erektion ist die Durchblutung im Penis unterbrochen, damit der Penis steif bleibt. Jede Erektion, die länger als vier Stunden anhält, ist ein medizinischer Notfall und muss sofort behandelt werden. Das Gewebe ist nicht mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und stirbt ab. Bei einer Dauererektion von 48 Stunden ist der Penis meist so geschädigt, dass nie wieder Sex möglich ist."

Ist auch ohne Erektion ein Orgasmus möglich?

Ein Orgasmus ohne Erektion ist möglich, das ist kein Potenz-Mythos. Die Sexualfunktion des Mannes beruht auf den vier Teilaspekten Libido (sexuelles Verlangen), Erektion (Versteifung des Gliedes), Ejakulation (Samenerguss) und Orgasmus (lustvolles Empfinden des Höhepunktes). Diese hängen zwar eng miteinander zusammen, sind aber teilweise unabhängig. So ist etwa eine Erektion auch ohne Libido möglich, zum Beispiel durch mechanische Stimulation. Auch ein Orgasmus ohne Ejakulation ist möglich, etwa nach einer Operation der Prostata. Ebenso ist es bei Erektionsstörungen möglich, dass der Mann auch ohne Erektion einen Orgasmus erlebt.

"Die Penetration ist nicht die einzige sexuelle Spielart. Viele Paare finden ihren ganz eigenen Umgang mit Erektionsstörungen und leben ein erfülltes Sexleben", sagt Leiber. "Für viele Paare ist es sehr erleichternd zu wissen, dass beide einen Orgasmus erleben können, auch wenn der Penis nicht steif wird. Es braucht dann einfach etwas mehr Kreativität."

(Quelle: Privat)


Dr. med. Christian Leiber ist Medienbeauftragter des Vorstandes der Deutschen Gesellschaft für Andrologie (DGA) und Oberarzt der Klinik für Urologie, Kinderurologie und Urogynäkologie am Krankenhaus Maria-Hilf Krefeld – Akademisches Lehrkrankenhaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Der Androloge ist seit vielen Jahren im Bereich der Erektilen Dysfunktion tätig.

Ist Impotenz im Alter unvermeidlich?

Dass Impotenz im Alter unvermeidlich sei, ist definitiv ein Potenz-Mythos. Zwar ist das Alter ein Risikofaktor für Erektionsstörungen. Doch gesunde Männer können bis ins hohe Alter sexuell aktiv sein. "50 Prozent der über 70-Jährigen haben Erektionsstörungen. Das heißt: 50 Prozent haben sie nicht. Impotenz im Alter muss nicht sein. Und den Männern mit Erektionsstörungen kann in vielen Fällen geholfen werden, etwa mit Medikamenten oder bei schweren Erektionsstörungen mit einem Penis-Implantat", sagt Leiber.

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Medikamente können die Erektionsfähigkeit hemmen

Bestimmte Medikamente können die Erektionsfähigkeit hemmen. Dass Blutdrucksenker die Erektionsfähigkeit negativ beeinflussen können, ist zwar möglich, kommt laut dem Andrologen aber eher selten vor. Höher sei das Risiko bei Psychopharmaka, welche die Sexualität häufig stören würden. "Treten Erektionsstörungen wenige Wochen nach der Einnahme eines neuen Medikaments auf, sollten betroffene Männer mit ihrem Arzt ins Gespräch gehen", sagt Leiber. "Nehmen Männer schon lange Medikamente ein und treten plötzlich Erektionsprobleme auf, ist die Ursache eher woanders zu suchen."

Mit Potenzstörungen zum Arzt gehen

Für eine Erektion ist ein komplexes Zusammenspiel von Blutgefäßen, Nervensystem, Hormonen und Muskeln notwendig. Erektionsstörungen können daher ein Hinweis auf verschiedene Erkrankungen sein und sollten immer ärztlich abgeklärt werden. Bis zu 90 Prozent aller Erektionsstörungen haben eine organische Ursache.

"Treten plötzlich Erektionsstörungen auf und halten diese länger an, sollten betroffene Männer immer einen Urologen oder Andrologen aufsuchen und die Ursache klären lassen. Es ist häufig so, dass Erektionsstörungen ein erstes Warnzeichen für eine unerkannte Herz-Kreislauf-Erkrankung, eine Nervenerkrankung oder einen Diabetes mellitus sind", sagt Leiber.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Leitlinie "Diagnostik und Therapie der erektilen Dysfunktion" der Deutschen Gesellschaft für Neurologie e. V. (DGN), Register-Nr. 030-112. (Stand: Gültig bis 23. Februar 2023)
  • Erektionsstörung (Erektile Dysfunktion). Online-Information von Gesundheit.gv.at. Öffentliches Gesundheitsportal Österreichs, einem Angebot des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz. (Stand: 20. Mai 2020)
  • Erektionsstörungen. Online-Information der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU). (Stand: 31. August 2021)
  • Diabetes und sexuelle Funktionsstörung. Online-Information von diabinfo. Das Diabetesinformationsportal. (Stand: Aufgerufen am 03. Februar 2022)
  • Was ist eine erektile Dysfunktion? Online-Information des Berufsverbands der Deutschen Internistinnen und Internisten e. V. (BDI). (Stand: Aufgerufen am 03. Februar 2022)
  • Rauchen bedroht die Potenz. Online-Information von rauchfrei-info.de, einem Angebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA). (Stand: Aufgerufen am 02. Februar 2022)
  • EAU Guideline „Sexual and Reproductive Health“. European Association of Urology 2021. (Stand: Aufgerufen am 08. Februar 2022)
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