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Baden in Salzwasser: Warum es dem Körper guttut

Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 26.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Frau nimmt Salzbad: BÀder mit Meersalz können bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis lindernd wirk
BÀder mit Meersalz können bei Hautkrankheiten wie Neurodermitis lindernd wirken. (Quelle: YakobchukOlena/getty-images-bilder)
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Salz ist im Beauty-Bereich eine beliebte Zutat. Viele Menschen gönnen sich fĂŒr den Wellnessabend zu Hause ein Sole- oder ein Meersalzbad. Die enthaltenen Mineralstoffe tun nicht nur der Haut gut, sondern sind auch fĂŒr die Atemwege wohltuend.

Ein Bad in Salzwasser wirkt auf der Haut entzĂŒndungshemmend und eignet sich fĂŒr die Anwendung bei bestimmten Hautkrankheiten. Welche Hauttypen von SalzbĂ€dern in der Heimanwendung besonders profitieren und was man beim Baden in Salz beachten sollte.


FĂŒnf GrĂŒnde, warum Meersalz gut fĂŒr die Haut ist

Man holding salts in salt lake in Aksaray, Turkey
Frau kratzt sich am Arm: Hilfe bei Hautkrankheiten: Ein Salzwasserbad kann bei Neurodermitis oder eine Schuppenflechte Linderung schaffen. Der hohe Mineralstoff- und Salzgehalt wirken EntzĂŒndungen und Juckreiz entgegen, so dass sich die Haut wieder entspannen kann.
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Wie wirkt Salz auf die Haut?

Salz ist in unterirdischen Quellen sowie im Meer zu finden. Sowohl die SolebĂ€der, fĂŒr die das Badewasser aus unterirdischen Quellen gewonnen wird, als auch BĂ€der mit Salz aus dem Meer erfreuen sich großer Beliebtheit. In Drogerien, Apotheken und manchmal auch in SupermĂ€rkten finden sich SalzbĂ€der fĂŒr die Heimanwendung von verschiedensten Herstellern. Salz fĂŒr die Hautpflege? Das kann durchaus einen Versuch wert sein. Viele Hauttypen profitieren von der Anwendung. Denn Salz hat antibakterielle und desinfizierende Eigenschaften, wirkt entfettend, reinigend und löst abgestorbene HautschĂŒppchen und Verhornungen.

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"FĂŒr therapeutische Behandlungen muss Sole einen Salzgehalt von mindestens 1,5 Prozent haben, also 15 Gramm Salz auf einen Liter Wasser. In speziellen Thermenbecken finden sich sogar Salzgehalte von bis zu 30 Prozent", sagt Dr. Uta Schlossberger, HautĂ€rztin mit eigener Praxis in Köln. "FĂŒr die Heimanwendung sollte man sich langsam herantasten. Es kann sein, dass eine zu hohe Dosierung auf der Haut brennt – besonders bei sehr empfindlichen Hauttypen. Hier ist es besser, mit einem niedrigen Salzgehalt im Badewasser zu beginnen und die Menge langsam zu steigern."

Salz im Badewasser unterstĂŒtzt die Hautreinigung

Das Salz im Badewasser lĂ€sst die obere Hautschicht leicht aufquellen. Besonders Menschen mit unreinen Hauttypen, deren Haut zu viel Talg bildet und die oftmals neben Pickeln im Gesicht auch welche am RĂŒcken haben, können von SalzbĂ€dern profitieren. "Salzanwendungen sind bei Akne beliebt", sagt Schlossberger. "Verstopfte Poren können sich öffnen, Fett wird von der Haut gelöst, Verhornungen weichen auf und kleine EntzĂŒndungen können durch die desinfizierende Wirkung von Salz gelindert werden. Ein sanftes Salzpeeling kann den reinigenden Effekt verstĂ€rken. Hierbei sollte aber nur sanft gerubbelt werden, um die Haut nicht zu verletzen."

Salz kann bei Hauterkrankungen helfen

SalzbĂ€der – sowohl Sole- als auch MeersalzbĂ€der – können zudem bei bestimmten Hauterkrankungen lindernd wirken, etwa bei Neurodermitis und Psoriasis (Schuppenflechte). "Salz wirkt juckreizhemmend und desinfizierend. Außerdem unterstĂŒtzt das Salz das Ablösen von verdickten, abgestorbenen Hautschuppen", erklĂ€rt die Dermatologin. "Daher findet Salz auch im medizinisch-therapeutischen Bereich Anwendung. Betroffene mit einer Hauterkrankung sollten vor der Anwendung des Heim-Salzbades mit einem Hautarzt abstimmen, welche Dosierung fĂŒr den individuellen Hautzustand empfehlenswert ist."

Salzbad fĂŒr die Atemwege

Wer mit einer ErkĂ€ltung kĂ€mpft oder unter Heuschnupfen leidet, kann ebenfalls mit einem Salzbad entspannen. Wird der warme "Salzdampf" eingeatmet, wirkt dieser reizlindernd, unterstĂŒtzt den Abfluss von Nasensekret, fördert das Abschwellen der NasenschleimhĂ€ute sowie das Abhusten von Schleim im Hals. Die Atmung kann so erleichtert werden. Wer eine intensivere Reinigung der Atemwege wĂŒnscht, kann nach dem Bad eine Nasendusche mit Salzwasser durchfĂŒhren.

So erwĂ€hnt die Sk2-Leitlinie "Rhinosinusitis" der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e. V. und der Deutschen Gesellschaft fĂŒr Allgemeinmedizin und Familienmedizin e. V. (DEGAM) bei gleichzeitiger EntzĂŒndung der Nasenschleimhaut ("Rhinitis") und der Schleimhaut der Nasennebenhöhlen ("Sinusitis") – als Rhinosinusitis (kurz RS) bezeichnet – die lokale Anwendung einer physiologischen Kochsalzlösung als mögliches nicht-medikamentöses Therapieverfahren. Auch wenn die Datenlage keine abschließende Beurteilung zulĂ€sst, kann Salz, beispielsweise in Form von Nasentropfen, Nasensprays, Inhalationen sowie NasenspĂŒlungen, einen Versuch wert sein.

(Quelle: Privat)


Dr. Uta Schlossberger ist HautĂ€rztin mit eigener Praxis in Köln. Neben der Dermatologie und Venerologie gehören die Bereiche Allergologie, Lasermedizin, Ästhetische Dermatologie und Anti-Aging zu den Schwerpunkten der FachĂ€rztin.

SolebĂ€der fĂŒr daheim: Allergiker sollten aufpassen

WĂ€hrend SalzbĂ€der fĂŒr gesunde Menschen in der Regel keine Risiken bergen, sollten Allergiker und Menschen mit Atemwegserkrankungen vorsichtig sein: "Allergiker und Menschen mit Atemerkrankungen, etwa Asthma oder COPD, sollten darauf achten, dass das verwendete Produkt keine ZusĂ€tze enthĂ€lt, die die Atemwege reizen können, etwa Ă€therische Öle oder sonstige Duftstoffe", rĂ€t Schlossberger. "FĂŒr sie ist die Anwendung mit reinem Salz am besten."

Auch Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden sollten fĂŒr das Salzbad ein paar Regeln beachten. So empfiehlt die HautĂ€rztin, das Badewasser nicht wĂ€rmer als 37 Grad Celsius einzustellen, damit das Bad den Kreislauf nicht zu sehr belastet und das Risiko fĂŒr Schwindel gesenkt ist. Zudem sollten Menschen mit Herz-Kreislauf-Beschwerden nicht zu lange im Wasser liegen: "Nach maximal 15 Minuten sollten sie das Bad wieder verlassen. Menschen mit Hauterkrankungen sollten bereits nach zehn Minuten aus der Badewanne, damit die Haut nicht zu sehr austrocknet", so Schlossberger. "Und generell gilt: nicht mit offenen Wunden baden gehen."

Die Hautpflege nach dem Bad ist das A und O

Nach dem Bad ist die anschließende Hautpflege wichtig – vor allem fĂŒr Menschen mit tendenziell trockenerem Hauttyp sowie fĂŒr Personen mit Hauterkrankungen. Die HautĂ€rztin rĂ€t, zu einer Hautpflege zu greifen, die der Haut sowohl Feuchtigkeit als auch Fett zurĂŒckgibt. "Menschen mit Hauterkrankungen wissen meist, welche Hautpflege ihre Haut gut vertrĂ€gt", sagt Schlossberger.

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FĂŒr Menschen mit einer trockenen Haut sind fetthaltige Cremes und Öle geeignet. Wer unreine Haut hat, sollte zu einer leichten, feuchtigkeitsspenden Pflege greifen. Tipp: Lassen Sie das Badewasser kurz auf der Haut antrocknen und tupfen Sie die restlichen Wasserperlen sanft von der Haut. "So bleibt ein leichter Salzfilm auf der Haut zurĂŒck, der juckreizlindernd und entzĂŒndungshemmend wirkt", erklĂ€rt die Expertin. "Baden Sie nicht öfter als einmal pro Woche, um die Haut nicht zu sehr zu strapazieren. Sie muss nach jedem Bad ihren SĂ€ureschutzmantel neu aufbauen."

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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