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Ja, die Redaktion hat fĂŒr diesen Ratgeberartikel alle relevanten Fakten recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Arthrose kann auch junge Gelenke zerstören

t-online, Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 13.05.2022Lesedauer: 3 Min.
Eine Arthrose in jungen Jahren tritt hÀufig infolge einer Sportverletzung auf.
Eine Arthrose in jungen Jahren tritt hÀufig infolge einer Sportverletzung auf. (Quelle: tommaso79/getty-images-bilder)
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Auch Arthrose hauptsĂ€chlich Menschen trifft, die ĂŒber 60 Jahre alt sind: Gelenkverschleiß ist alles andere eine reine Alterskrankheit. Auch in jungen Jahren ist man davor nicht gefeit.

Arthrose in jungem und mittlerem Alter ist in der Regel auf Sportverletzungen zurĂŒckzufĂŒhren. Doch es gibt noch weitere Ursachen. Welche das sind und wie eine frĂŒhzeitige Behandlung helfen kann, erklĂ€rt ein OrthopĂ€de.


Arthrose: Beschwerden lindern

Bewegen ohne zu belasten: Gelenkschonende Sportarten wie Radfahren, Schwimmen oder Gymnastik verbessern die Durchblutung und NÀhrstoffversorgung der Gelenke. Auch SpaziergÀnge, Walking und Aquagymnastik sind geeignet.
Gezieltes Aufbautraining der Muskeln: Wer die Muskeln um die gefÀhrdeten oder strapazierten Gelenke stÀrkt, reduziert die Belastung und schont das Gelenk. Am besten lassen Sie sich von einem erfahrenen Physiotherapeuten anleiten.
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Was ist Arthrose?

Bei einer Arthrose handelt es sich um einen fortschreitenden Gelenkverscheiß. Der Knorpel, der im Gelenk als StoßdĂ€mpfer dient, wird immer dĂŒnner und rauer. Das betroffene Gelenk beginnt zu schmerzen und die Beweglichkeit ist zunehmend eingeschrĂ€nkt. In fortgeschrittenem Stadium bestehen anhaltende EntzĂŒndungen im Gelenk. Knochen reibt auf Knochen.

Arthrose in jungen Jahren: Oft ist Sport schuld

Arthrose tritt vorwiegend im Alter auf, doch auch junge Menschen können betroffen sein. "Die ĂŒberwiegende Mehrzahl aller Arthrose-Patienten ist durchschnittlich 68 Jahre alt. Doch vielfach sind auch Menschen mittleren Alters oder - in selteneren FĂ€llen - selbst Kinder und Jugendliche betroffen", sagt Professor Dr. Sven Ostermeier, leitender OrthopĂ€de und Sportmediziner der Gelenk-Klinik Gundelfingen. "Bei jĂŒngeren Patienten ist diese Erkrankung vielfach die Folge schlecht verheilter Sportverletzungen wie Kreuzbandrissen oder Bandverletzungen am Sprunggelenk."

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Übergewicht setzt den Gelenken zu

Doch nicht nur Sportverletzungen können bleibende KnorpelschĂ€den verursachen. Fehlbelastungen, ausgelöst beispielsweise durch Fehlstellungen der Beine, aber auch Überlastungen, verursacht etwa durch intensive sportliche Belastungen oder Übergewicht, schaden den Gelenken ebenfalls. "Hauptursache fĂŒr Gelenk-Verschleiß ist und bleibt Übergewicht. Denn dadurch werden die Gelenke erheblich belastet und deren Verschleiß gefördert", betont Ostermeier.

Welche Gelenke sind bei jungen Menschen betroffen?

Im Alter sind es vor allem Kniegelenke, HĂŒftgelenke und Fingergelenke, die vom zunehmenden Knorpelabbau betroffen sind. Bei jungen Menschen sind oftmals die FĂŒĂŸe betroffen. "In jungen Jahren zeigt sich Arthrose hĂ€ufig im Sprunggelenk. Vielfach diagnostizieren wir bei jungen Erwachsenen aber auch frĂŒhzeitigen HĂŒftverschleiß, ausgelöst durch X-Beine oder HĂŒft-Fehlstellungen", erklĂ€rt der Facharzt fĂŒr OrthopĂ€die.

Eine Knie-Arthrose kann junge Gelenke ebenfalls betreffen. Experten gehen davon aus, dass etwa ein Viertel der Menschen bis Mitte 30 unter hÀufigen oder dauerhaften Kniebeschwerden leidet. "Meist ist Knie-Arthrose in jungen Jahren durch KnorpelschÀden verursacht", sagt Ostermeier.

Bei welchen Symptomen zum Arzt?

Junge Menschen denken bei Gelenkschmerzen unter Belastung in der Regel zunĂ€chst nicht an Arthrose. Viele trainieren sogar weiter, ohne einen Arzt aufzusuchen. Ein Fehler, wie Ostermeier weiß: "Mit Gelenkschmerzen sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Nicht nur, um die Ursache herauszufinden, sondern auch, um grĂ¶ĂŸere Verletzungen zu verhindern."

Ein typisches frĂŒhes Leitsymptom einer Arthrose sind Anlaufschmerzen. Das heißt, dass die Gelenke nach lĂ€ngerer Ruhe, etwa nach dem Schlafen, zunĂ€chst schmerzen oder steif sind. Ist das Gelenk dann "warmgelaufen", verbessern sich die Schmerzen. "Doch selbst wenn die Beschwerden stets nach wenigen Schritten wieder verschwinden, ist eine fachĂ€rztliche KlĂ€rung erforderlich. Nur so lassen sich andere mögliche Ursachen wie beispielsweise SehnenentzĂŒndungen ausschließen und eine dauerhafte Entlastung des Gelenks bewirken. Dies eröffnet die Chance, sich trotz Arthrose weiterhin viele Jahre möglichst frei bewegen zu können", so der Experte.

(Quelle: Privat)


Professor Dr. Sven Ostermeier ist Facharzt fĂŒr OrthopĂ€die und Unfallchirurgie, Sportmedizin, Chirotherapie und spezielle orthopĂ€dische Chirurgie. Der Schulter- und Knie-Experte arbeitet als leitender OrthopĂ€de der Gelenk-Klinik Gundelfingen. Außerdem ist er Instruktor der Deutschen Arbeitsgemeinschaft fĂŒr Arthroskopie.

Im FrĂŒhstadium hilft oft eine Arthroskopie

Um die Gelenke bestmöglich mit wichtigen NĂ€hrstoffen zu versorgen, ist Bewegung ein wichtiger Teil der Arthrose-Therapie. Dabei ist es ratsam, gelenkschonende Sportarten zu wĂ€hlen, etwa Schwimmen, Radfahren, Gymnastik oder spezielle Bewegungstherapien. In Abstimmung mit dem behandelnden Arzt können IntensitĂ€t und HĂ€ufigkeit des Trainings individuell abgestimmt werden. Zwar kann ein beschĂ€digter Knorpel durch Sport nicht geheilt werden, doch mit Bewegung kann einem weiteren Verschleiß bis zu einem gewissen Maße entgegengewirkt werden. Zudem hilft Sport, ein normales Körpergewicht anzustreben.

"Neben Bewegung ist eine frĂŒhzeitige Behandlung wichtig bei Arthrose – egal in welchem Alter die Beschwerden eintreten", sagt Ostermeier. "Im Anfangsstadium einer Knorpel-SchĂ€digung lassen sich mechanische Knorpelreibungen oder Einklemmungen oft durch die minimalinvasive Arthroskopie, also die Gelenkspiegelung, erkennen und beseitigen. Rechtzeitig angewendet helfen zudem Physiotherapie, Muskeltraining und orthopĂ€dische Hilfsmittel, den Bewegungsablauf zu korrigieren und das Gelenk zu entlasten."

Knorpelzelltransplantation ist eine Option

Lokale KnorpelschĂ€den lassen sich dem Experten zufolge gerade im jĂŒngeren Alter mit knorpelregenerativen Verfahren behandeln. Dazu gehört auch die Knorpelzelltransplantation: "Bei diesem Verfahren wird der Knorpelschaden mithilfe von eigenen, im Labor angezĂŒchteten Knorpelzellen ausgefĂŒllt", erklĂ€rt der Sportmediziner. "Das Ergebnis ist eine KnorpeloberflĂ€che, die wieder die gleichen Eigenschaften und Lebensdauer wie vor dem Knorpelschaden aufweist. Dies ist in jungen Jahren eine Möglichkeit, da junge Knorpelzellen noch eine gute TeilungsfĂ€higkeit besitzen."

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Wichtig ist zudem, mögliche Fehlstellungen, etwa X- oder O-Beine zu korrigieren, um die Gelenke zu entlasten und GelenkschĂ€den vorzubeugen. Das Ziel ist, in jungen Jahren so lange wie möglich eine Prothese zu vermeiden, da deren Haltbarkeit begrenzt ist und Wechseloperationen erforderlich werden. "Das gravierende Problem hierbei ist, dass nach jedem Eingriff die Knochensubstanz abnimmt, die Komplikationsrate steigt und sich das Ergebnis fĂŒr den Patienten verschlechtert. Eine Prothese sollte daher so spĂ€t wie möglich eingesetzt werden", erklĂ€rt der Ostermeier.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dĂŒrfen nicht verwendet werden, um eigenstĂ€ndig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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