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Warum Sodbrennen oft nachts auftritt


Warum Sodbrennen oft nachts kommt

Von Ann-Kathrin Landzettel

Aktualisiert am 30.08.2022Lesedauer: 4 Min.
Qualitativ geprüfter Inhalt
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Für diesen Beitrag haben wir alle relevanten Fakten sorgfältig recherchiert. Eine Beeinflussung durch Dritte findet nicht statt.

Schlafen: Nicht jeder kommt nachts leicht und schnell zur Ruhe.
Sodbrennen macht sich oft dann bemerkbar, wenn der Körper zur Ruhe kommt. (Quelle: fizkes/getty-images-bilder)
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Während manche das Brennen nur selten und vor allem nach dem Genuss üppiger Speisen verspüren, leiden andere regelmäßig unter Sodbrennen. Doch warum treten die Beschwerden oft nachts auf?

Als Sodbrennen beschreiben Mediziner das brennende Gefühl hinter dem Brustbein, das entsteht, wenn Magensäure vom Magen die Speiseröhre nach oben steigt und die Schleimhaut reizt. Besonders häufig tritt das unangenehme Gefühl nachts auf. Ein Verdauungsexperte verrät, warum das so ist und wie Sie trotz Sodbrennen in den Schlaf finden können.

Ist Sodbrennen gefährlich?

Bei Sodbrennen handelt es sich um den Rückfluss (Reflux) von Magensäure in die Speiseröhre – und manchmal sogar bis in den Mund (Regurgitation). Die aufsteigende Magensäure reizt die Schleimhäute. Brennende Schmerzen hinter dem Brustbein sowie saures Aufstoßen sind typische Sodbrennen-Symptome.

Manchmal schiebt sich Speisebrei mit nach oben. Husten und Heiserkeit können begleitend hinzukommen, ebenso ein Kloßgefühl im Hals, Schmerzen beim Schlucken sowie Schmerzen im Oberbauch. Tritt Sodbrennen nur hin und wieder auf, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Wer regelmäßig unter Sodbrennen leidet, sollte einen Arzt aufsuchen.

(Quelle: Karin Kaiser, Medizinische Hochschule Hannover)

Prof. Dr. med. Heiner Wedemeyer ist Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

"Wiederkehrendes Sodbrennen sollte ärztlich abgeklärt und behandelt werden. Die aufsteigende Magensäure begünstigt Entzündungen und Schleimhautschädigungen", warnt Professor Heiner Wedemeyer, Direktor der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und Mediensprecher der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS).

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"Langfristig steigt dadurch das Risiko für Speiseröhrenkrebs. Auch können Magengeschwüre entstehen, die schwerwiegende Komplikationen zur Folge haben können."

Warum steigt Magensäure nach oben?

Es gibt unterschiedliche Gründe, warum sich die Magensäure nach oben drückt. Oftmals ist ein zu voller Magen in Kombination mit fettigem oder zuckerreichem Essen die Ursache. Üppige Mahlzeiten üben einen verstärkten Dehnungsreiz auf den Magen aus. Das kann dazu führen, dass die Funktion des Schließmuskels zwischen Magen und Speiseröhre, Ösophagussphinkter genannt, kurzzeitig geschwächt ist und Mageninhalt während des Verdauungsvorgangs noch oben gedrückt werden kann.

Fettige und zuckerreiche Speisen führen zudem zu einer vermehrten Produktion von Magensäure. Spielen beide Faktoren zusammen, steigt das Risiko für Sodbrennen. Auch kohlensäurehaltige Getränke sowie Alkohol begünstigen Sodbrennen.


Woher Sodbrennen kommt und was dagegen hilft

Brennender Schmerz hinter dem Brustbein: Entspannungstechniken beugen Stress und damit ebenfalls Sodbrennen vor.
Die Säure wegspülen: In vielen Fällen von Sodbrennen schafft ein großes Glas Wasser schnelle Abhilfe.
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"Fast jeder Mensch kennt Sodbrennen. Betroffene mit Sodbrennen merken in der Regel schnell, dass ein Zusammenhang zwischen Sodbrennen und den verzehrten Nahrungsmitteln besteht. Meist tritt es nach einem reichhaltigen Mahl auf und lässt kurz darauf wieder nach. Das ist harmlos", sagt Wedemeyer.

"Wiederkehrendes Sodbrennen hingegen deutet auf eine Erkrankung hin. Die mit Abstand häufigste Ursache von häufigem Sodbrennen, saurem Aufstoßen und dem Aufsteigen von saurem Mageninhalt bis in die Mundhöhle ist die sogenannte gastroösophageale Refluxkrankheit, auch gastroesophageal reflux disease genannt, kurz GERD."

Warum Sodbrennen oft nachts Beschwerden macht

Viele Betroffene haben besonders nachts mit Sodbrennen zu kämpfen. Dann spielen meist mehrere Faktoren zusammen. Oft verzehren die Betroffenen kurz vor dem Zubettgehen eine größere Mahlzeit. Liegen sie dann im Bett, ist der Magen am Verdauen und noch voll. Durch das flache Liegen verstärkt sich der Druck auf den Schließmuskel zwischen Magen und Speiseröhre, da der Speisebrei dagegen schiebt.

Aufgrund der horizontalen Lage kann sich Mageninhalt besonders leicht in die Speiseröhre drücken. Wer vor dem Schlafengehen zudem kohlensäurehaltige Getränke oder Alkohol trinkt, etwa ein großes Bier, packt sich einen weiteren Risikofaktor für Sodbrennen in den Magen.

"Sodbrennen-Betroffene berichten mir oft, dass sie mit mehreren kleinen Essensportionen, über den Tag verteilt, besser zurechtkommen. Auch entlastet es den Magen, wenn erst neues Essen hineinkommt, wenn die vorherige Mahlzeit verdaut ist. So läuft die Magensäureproduktion nicht ständig auf Hochtouren", sagt Wedemeyer.

Sodbrennen? So schlafen Sie besser

Ebenso rät der Experte Menschen, die anfällig für Sodbrennen sind, nicht mit vollem Magen ins Bett zu gehen, sondern nach der letzten Mahlzeit mindestens zwei Stunden zu warten. Auch helfe es, wenn man den Oberkörper zum Schlafen etwas höher lagere.

Wer nachts von Sodbrennen geplagt ist, kann zudem versuchen, auf der linken Seite zu schlafen. Denn: Die Speiseröhre verläuft vor dem Magen leicht nach links und mündet in der rechten Seite des Magens. Beim Liegen auf der rechten Seite können Speisebrei und Magensäure leichter in die Speiseröhre zurückfließen als auf der linken Seite.

Abends bewusster essen

Viele Betroffene wissen, welche Lebensmittel und Getränke bei ihnen die Beschwerden verschlimmern. Diese sollten nur in Maßen genossen werden. Vor dem Schlafengehen verzichtet man am besten ganz. Beschwerden können zum Beispiel folgende Speisen und Getränke verursachen:

· fettiges Essen, etwa Braten oder Pommes

· zuckerreiches Essen wie Torte und Schokolade

· stark gewürzte/scharfe Speisen (Knoblauch, Chili, Senf, Peperoni)

· geräucherte Lebensmittel wie Schinken

· säurehaltiges Obst und Gemüse wie Orangen, Mandarinen oder Tomaten

· kohlensäurehaltige Getränke, etwa Limonade

· Alkohol, beispielsweise Wein, Bier und Sekt

· Kaffee

· Fruchtsäfte

"Ob eine Ernährungsanpassung Sodbrennen und saures Aufstoßen lindert, ist wissenschaftlich zwar nicht abschließend untersucht. Es ist aber einen Versuch wert, in Verdacht stehende Lebensmittel zu reduzieren", rät der Experte. "Viele meiner Patienten berichten anschließend von einer Verbesserung ihrer Beschwerden."

Was kann akutes Sodbrennen lindern?

Wer akutes Sodbrennen lindern möchte oder vor dem Schlafengehen magenschonend essen möchte, kann mit bestimmten Lebensmitteln und Getränken möglicherweise Erfolg haben. Auch hier gilt: Es gibt keine Lebensmittel, die bei jedem garantiert helfen.

Man muss auszuprobieren, was einem guttut. Aus seiner täglichen Praxis weiß Wedemeyer, dass zerdrückte Pellkartoffeln, Haferflocken, trockenes Brot und ein Glas Milch beliebte Hausmittel seiner Patienten sind, um akutes Brennen in der Speiseröhre zu verbessern oder um Sodbrennen vorzubeugen. "Was diesen Lebensmitteln gemein ist: Sie liegen nicht schwer im Magen und können helfen, überschüssige Magensäure zu binden", erklärt der Gastroenterologe.

Stress, Rauchen und Übergewicht gehen auf den Magen

Des Weiteren diskutieren Experten Stress, Rauchen und Übergewicht als Stressfaktoren für den Magen. Rauchen und Stress können die Produktion der Magensäure erhöhen und die Schleimhaut in Magen und Speiseröhre anfälliger für Reizungen und Entzündungen machen. Übergewicht kann die Verdauung belasten und auf Speiseröhre und Magen zu drücken – was den Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre schwächen kann.

"Anpassungen im Lebensstil bewirken oftmals eine Linderung und die Häufigkeit von Sodbrennen reduziert sich. Tritt trotz einer Umstellung weiterhin Sodbrennen auf und kommen gar ein Kloßgefühl im Hals oder Schluckstörungen hinzu, sollten Betroffene immer einen Arzt aufsuchen", rät Wedemeyer.

Wichtiger Hinweis: Die Informationen ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Beratung oder Behandlung durch ausgebildete und anerkannte Ärzte. Die Inhalte von t-online können und dürfen nicht verwendet werden, um eigenständig Diagnosen zu stellen oder Behandlungen anzufangen.
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Verwendete Quellen
  • Interview mit Univ.-Prof. Dr. med. Heiner WedemeyerSodbrennen. Patientenratgeber der Gastro Liga e. V. (Stand: Aufgerufen am 25. August 2022)S2k-Leitlinie "Gastroösophageale Refluxkrankheit" unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). AWMF Register-Nr. 021-013. (Stand: 2014)S3-Leitlinie "Diagnostik und Therapie der Plattenepithelkarzinome und Adenokarzinome des Ösophagus". Federführende Fachgesellschaft: Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS). AWMF-Registernummer: 021/023OL. Kurzversion 3.0 – Oktober 2021.Essen und Trinken bei Sodbrennen. Patienteninformation des Klinikums rechts der Isar (MRI ) und der Technischen Universität München (TUM). (Stand: Aufgerufen am 25. August 2022)Wie wird Reflux behandelt? Online-Information von gesundheitsinformation.de, einem Angebot des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 17. November 2021)Sodbrennen und Refluxkrankheit. Online-Information von gesundheitsinformation.de, einem Angebot des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG). (Stand: 17. November 2021)
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