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Bärlauch oder giftige Maiglöckchen: So erkennen Sie den Unterschied

Gefährliche Verwechslungsgefahr  

So unterscheiden Sie Bärlauch von giftigen Maiglöckchen

28.04.2019, 15:39 Uhr | hm, cch, t-online.de, dpa

Bärlauch oder giftige Maiglöckchen: So erkennen Sie den Unterschied. Verwechslungsgefahr: Die Fotos zeigen Bärlauchpflanzen (links) und Maiglöckchen (rechts). (Quelle: dpa/Hildenbrand/Wabitsch)

Verwechslungsgefahr: Die Fotos zeigen Bärlauchpflanzen (links) und Maiglöckchen (rechts). (Quelle: Hildenbrand/Wabitsch/dpa)

Die Blätter von Maiglöckchen und Herbstzeitlosen sehen Bärlauch zum Verwechseln ähnlich. Sammler sollten sich die Pflanzen genau ansehen, bevor sie diese mit nach Hause nehmen.

Wegen einer möglichen Verwechslung von Pflanzen auf Wochenmärkten in Backnang und Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) hat die Polizei in Baden-Württemberg Bärlauch-Käufer vor Vergiftungsgefahr gewarnt. Auf den Märkten sei es beim Verkauf von Bärlauch womöglich zu einer Beimischung hochgiftiger Blätter von Maiglöckchen oder Herbstzeitlosen gekommen, teilte die Polizei in Aalen am Sonntag mit. Das Wildgemüse sollte auf keinen Fall gegessen werden. Ein Mann habe sich nach dem Verzehr von dem vermeintlichen Bärlauch auf dem Wochenmarkt mit Vergiftungserscheinungen im Krankenhaus gemeldet. Er sei stationär aufgenommen worden.

Bärlauch und Maiglöckchen haben beide breit-lanzettlich geformte Blätter in saftigem Grün. Dass die Frühblüher im Frühjahr zum gleichen Zeitpunkt an ähnlichen Standorten austreiben, führt dazu, dass Bärlauch und Maiglöckchen von Sammlern leicht verwechselt werden können. Besonders in den Monaten April und Mai, wenn das Maiglöckchen sprießt, häufen sich die Vergiftungsfälle, da die beiden Pflanzen oftmals dicht beieinander wachsen.

Herbstzeitlose und Maiglöckchen speichern in ihren Blättern Stoffe, die lebensgefährliche Vergiftungen verursachen können. Symptome sind Erbrechen, Krämpfe, akute Kreislaufbeschwerden und blutiger Durchfall, die zwei bis sechs Stunden nach dem Essen auftreten.

Bärlauch oder Maiglöckchen: So erkennen Sie den Unterschied

Ein Bärlauchblatt wächst an einem einzelnen Stängel aus dem Boden, die Pflanzen stehen meist in Gruppen dicht beieinander, erläutert Peter Hauk, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz von Baden-Württemberg. Bei Maiglöckchen wachsen hingegen immer zwei Blätter an einem Stängel. Bei Herbstzeitlosen wiederum liegen mehrere Blätter zunächst eng am Stängel an und öffnen sich dann.

Ein weiterer Unterschied zwischen Bärlauch und Maiglöckchen besteht in der Anordnung der Blüten: Während der Bärlauch sich durch eine halbrunde Doldenblüte auszeichnet, wachsen die Blütenknospen des Maiglöckchens aufgereiht am Stängel. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist, dass beim Zerreiben von Bärlauchblättern der typische Knoblauchgeruch entsteht.

Herbstzeitlose und Maiglöckchen speichern in ihren Blättern Stoffe, die lebensgefährliche Vergiftungen auslösen können. Aber auch wilder Bärlauch kann für die Gesundheit riskant sein: An den Blättern könnten Eier des kleinen Fuchsbandwurms haften. Diese werden erst bei Kochtemperaturen von 60 Grad Celsius und mehr abgetötet.

Bärlauch (Allium ursinum): Die Pflanze sieht Maiglöckchen und Herbstzeitlosen zum Verwechseln ähnlich. Hinweise darauf, um welche Pflanze es sich handelt, geben Stängel und Blätter. (Quelle: dpa/Mascha Brichta)Bärlauch (Allium ursinum): Die Pflanze sieht Maiglöckchen und Herbstzeitlosen zum Verwechseln ähnlich. Hinweise darauf, um welche Pflanze es sich handelt, geben Stängel und Blätter.

Wer Bärlauch verwechslungssicher im Garten anbauen möchte: Im Handel sind in der Regel von März bis Mai kleine Pflanzen zu finden. Der Bestand kann sich dann selbst weit ausbreiten. Für eine Aussaat ist es im Frühjahr hingegen zu spät, diese sollte bereits im Herbst stattfinden.

Was Sie beim Sammeln beachten sollten

Pflücken Sie Bärlauch nur aus einem großen Bärlauchfeld heraus, da die Wahrscheinlichkeit geringer ist, dass dort giftige "Doppelgänger" wachsen. Zudem ist bei einzelnen Pflanzen am Waldrand die Verwechslungsgefahr deutlich höher. Grundsätzlich gilt: Verzichten Sie auf das Sammeln von wildem Bärlauch, wenn Sie bei der Unterscheidung der Pflanzen unsicher sind.

Auch für Tiere sind Maiglöckchen giftig. Besonders gefährdet sind Nutztiere, die in Waldmast gehalten werden und in unmittelbarer Nähe von Maiglöckchen grasen. Dies betrifft vor allem Schweine und Ziegen. Aber auch Kleintiere wie Hunde und Katzen, Vögel und Pferde können sich eine Vergiftung durch den Frühblüher zuziehen.

Zu diesen Speisen schmeckt Bärlauch

Bärläuch lässt sich zum Beispiel zu einer köstlichen Bärlauchsuppe verarbeiten, eignet sich aber auch nur zum Verfeinern von Salaten und Suppen. Pasta mit Bärlauch, gefüllt oder als Soße, ist besonders schmackhaft. Weiterverarbeitet zu Bärlauchbutter passt das Gewürz sehr gut zu Fleisch und Geflügel. Oder stellen Sie einfach Ihr eigenes Bärlauchpesto her. So können Sie Bärläuch das ganze Jahr über genießen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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