Sie sind hier: Home > Leben > Reisen > Reisetipps > Bahnreisen >

Darum fährt der ICE hinterher: Die schnellsten Züge der Welt

...

Darum fährt Deutschland hinterher  

Das sind die schnellsten Züge der Welt

01.05.2018, 09:53 Uhr | Burkhard Fraune, dpa

Darum fährt der ICE hinterher: Die schnellsten Züge der Welt. Chinas neuer Super-Zug: Auch der Fuxing schafft bis zu 400 km/h. (Quelle: dpa/Yang Baosen/Xinhua/AP)

Chinas neuer Super-Zug: Auch der Fuxing schafft bis zu 400 km/h. (Quelle: Yang Baosen/Xinhua/AP/dpa)

Am 1. Mai 1988 wurde der ICE zum schnellsten Zug der Welt. Inzwischen haben ihn andere überholt. Deutschland macht bei der Rekordjagd nicht mehr mit – dafür gibt es einige Gründe.

Mehr als 11.000 PS waren dafür nötig: Am 1. Mai 1988 erreichte ein ICE zwischen Würzburg und Fulda genau 406,9 km/h. Weltrekord! Doch der war bald geknackt. Und der Temporausch ist vorbei. Heute kauft die Deutsche Bahn neue ICE, die höchstens 250 km/h fahren. Während Deutschland auf die Bremse tritt, geben andere Länder Vollgas. Vor allem China holt auf. Fahren bald auch chinesische Hochgeschwindigkeitszüge in Deutschland?

Shinkansen in einem Bahnhof von Tokio: Japans Superzug ist seit Jahrzehnten in verschiedenen Generationen im Einsatz. Die künftige Baureihe erreichte 2015 bei Testfahrten 603 km/h. (Quelle: dpa/Kimimasa Mayama/EPA)Shinkansen in einem Bahnhof von Tokio: Japans Superzug ist seit Jahrzehnten in verschiedenen Generationen im Einsatz. Die künftige Baureihe erreichte 2015 bei Testfahrten 603 km/h. (Quelle: Kimimasa Mayama/EPA/dpa)

"Die Chinesen sind sehr, sehr gut ausgesteuert", sagt Volker Schenk, Präsident des Verbands der Bahnindustrie in Deutschland. "Sie haben einen Masterplan, und mit dem wollen sie die chinesische Bahnindustrie zur absoluten Nummer eins bringen, weltweit." Längst hat auch die Deutsche Bahn ein Einkaufsbüro in China, deckt sich aber noch in Europa ein.

Die deutsche Rekordfahrt vom 1. Mai 1988 ist nur drei Jahrzehnte her. Aber es war eine andere Ära. Die Bahn hieß noch Bundesbahn und war eine Behörde. ICE stand damals für Intercity Experimental und nicht für Intercity Express. An Bord Computer aus der digitalen Steinzeit, auf den Sitzen fast nur Männer.

Ein Shinkansen im Seikan-Tunnel: Mit 53,8 km ist er einer der längsten Unterseetunnel der Welt. Er verbindet die japanischen Inseln Hokkaido und Honshu. (Quelle: dpa/kyodo)Ein Shinkansen im Seikan-Tunnel: Mit 53,8 km ist er einer der längsten Unterseetunnel der Welt. Er verbindet die japanischen Inseln Hokkaido und Honshu. (Quelle: kyodo/dpa)

Als die Tempoanzeige die 406 erreicht, johlen und klatschen sie. Minister loben das "eindrucksvolle Ergebnis deutscher Spitzentechnologie". Mitreisende Reporter schwärmen von einem historischen Augenblick im "stromlinienförmigen Räderjet". Doch der Rausch währt nur kurz: Zwei Jahre später schafft ein französischer TGV 515 km/h. Der Rekord des ICE ist damit Geschichte. Frankreichs Staatsbahn schmückt sich noch heute mit ihrem Bestwert. Schnelle Züge sind Statussymbole. Mit Rekorden machen Staaten und ihre Bahnhersteller international auf sich aufmerksam.

Übertroffen wird der TGV vom japanischen Shinkansen, der auf Teststrecken 600 km/h erreicht – mit Magnetschwebetechnik ähnlich dem verblichenen deutschen Transrapid. Chinas Eisenbahnen haben es immerhin schon nah an Tempo 500 geschafft. Längst ist das Riesenland mit staatlicher Förderung zu einer Macht auf dem Bahnsektor geworden. Der Bahntechnikkonzern CRRC macht doppelt so viel Umsatz wie die Bahnsparten von Siemens und Alstom zusammen. Beide fusionieren, um gegenhalten zu können.

Französischer TGV: 2007 stellte ein dafür präparierter Zug seinen eigenen Rekord aus dem Jahr 1990 ein. Er erreichte ein Tempo von 574,79 km/h. (Quelle: dpa/Bernd Weißbrod)Französischer TGV: 2007 stellte ein dafür präparierter Zug seinen eigenen Rekord aus dem Jahr 1990 ein. Er erreichte ein Tempo von 574,79 km/h. (Quelle: Bernd Weißbrod/dpa)

Chinas neuer, selbst entwickelter Schnellzug Fuxing ("Erneuerung") fährt mit bis zu 350 km/h zwischen Shanghai und Peking. Für die 1.300 Kilometer braucht er viereinhalb Stunden. In drei Jahren werden 400 km/h im Regelbetrieb angepeilt.

Und Deutschland? "Wo es Hochgeschwindigkeitsstrecken gibt, nutzen wir auch die Möglichkeiten", sagt die Bahn. Bis zu 300 km/h schnell fahren die Züge zwischen Köln und Frankfurt sowie Berlin und München, auch in Richtung Paris. In Frankreich beschleunigen sie sogar auf 320 km/h. Zwischen Würzburg und Hannover erreichen die Züge bis zu 280 km/h. Sonst sind selten Geschwindigkeiten über 250 km/h möglich. Denn anders als in Frankreich und China halten die Schnellzüge hier alle halbe Stunde. Und sie müssen ihr Netz oft auch mit langsameren Zügen teilen.

Süd-Koreas KTX-II: Seit 2010 in Betrieb, fährt er mit bis zu 300 km/h – obwohl er auch schneller sein könnte. Die nächste Generation des KTX soll bis zu 400 km/h schaffen. (Quelle: dpa/EPA/YONHAP)Süd-Koreas KTX-II: Seit 2010 in Betrieb, fährt er mit bis zu 300 km/h – obwohl er auch schneller sein könnte. Die nächste Generation des KTX soll bis zu 400 km/h schaffen. (Quelle: EPA/YONHAP/dpa)

In den nächsten Jahren sollen noch zwei Dutzend weitere Städte Anschluss an den Fernverkehr bekommen. Sein Rückgrat soll der ICE4 werden, der erste ICE mit eigenem Fahrradabteil. Die ersten Exemplare sind seit Dezember unterwegs – mit Höchsttempo 250. Beim neuen Zug steht anderes im Fokus: weniger Energieverbrauch etwa und stabilere Klimaanlagen.

Auf 70 Prozent der Strecken komme man mit Höchstgeschwindigkeiten zwischen 160 und 220 km/h aus, heißt es bei der Bahn. Der Fahrgastverband Pro Bahn stimmt zu. "Die Höchstgeschwindigkeit ist bei unseren Strukturen in Deutschland nicht das Entscheidende", sagt der Ehrenvorsitzende Karl-Peter Naumann. "Die Züge müssen vor allem schnell beschleunigen können."

Chinas neuer Super-Zug: Auch der Fuxing schafft bis zu 400 km/h. (Quelle: dpa/Yang Baosen/Xinhua/AP)Chinas neuer Super-Zug: Auch der Fuxing schafft bis zu 400 km/h. (Quelle: Yang Baosen/Xinhua/AP/dpa)

Auch die deutsche Bahnindustrie setzt auf dem Heimatmarkt nicht auf Rekordtempo. "Durch den Windwiderstand nimmt der Lärm zu, auch der Energieverbrauch steigt überproportional. Das macht es unwirtschaftlich", sagt Branchenpräsident Schenk. Das merken auch andere: "Die Chinesen haben ihre Züge ja auch gedrosselt. Sie fahren 300, wir etwa 250."

Verwendete Quellen:
  • dpa

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Duftkerze mit der bekannten NIVEA Creme-Note
jetzt bestellen auf NIVEA.de
Anzeige
Summer Sale bei TOM TAILOR: Sparen Sie bis zu 50 %
jetzt im Sale
Klingelbonprix.detchibo.deCECILStreet OneLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal
Das Unternehmen
  • Ströer Digital Publishing GmbH
  • Unternehmen
  • Jobs & Karriere
  • Presse
Weiteres
Netzwerk & Partner
  • Stayfriends
  • Erotik
  • Routenplaner
  • Horoskope
  • billiger.de
  • t-online.de Browser
  • Das Örtliche
  • DasTelefonbuch
  • Erotic Lounge
  • giga.de
  • desired.de
  • kino.de
  • Statista
Telekom Tarife
  • DSL
  • Telefonieren
  • Entertain
  • Mobilfunk-Tarife
  • Datentarife
  • Prepaid-Tarife
  • Magenta EINS
Telekom Produkte
  • Kundencenter
  • Magenta SmartHome
  • Telekom Sport
  • Freemail
  • Telekom Mail
  • Sicherheitspaket
  • Vertragsverlängerung Festnetz
  • Vertragsverlängerung Mobilfunk
  • Hilfe
© Ströer Digital Publishing GmbH 2018