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EU-Berichte: Europa macht kaum Fortschritte bei der Gleichstellung

Noch immer erhebliche Unterschiede  

EU macht kaum Fortschritte bei der Gleichstellung

28.10.2021, 17:36 Uhr | dpa

EU-Berichte: Europa macht kaum Fortschritte bei der Gleichstellung. Eine Frau in einem Bürozimmer (Symbolbild): Im Gleichstellungsindex 2021 erreichte die EU einen Wert von 68 von 100 Punkten. (Quelle: dpa/ Annette Riedl)

Eine Frau in einem Bürozimmer (Symbolbild): Im Gleichstellungsindex 2021 erreichte die EU einen Wert von 68 von 100 Punkten. (Quelle: Annette Riedl/dpa)

Noch immer gibt es erhebliche Unterschiede zwischen Frauen und Männern, zeigt der EU-Gleichstellungsindex. Ein EU-Staat machte im Vergleich zum Vorjahr sogar Rückschritte.

Europa kommt in Sachen Gleichstellung weiter nur schleppend voran – und dies dürfte einer Studie zufolge wegen der Corona-Pandemie auch so bleiben. Im Gleichstellungsindex 2021 erreichte die Europäische Union einen Wert von 68 von möglichen 100 Punkten, wie das Europäische Institut für Gleichstellungsfragen (Eige) in Vilnius am Donnerstag mitteilte.

Damit lag der Wert um 0,6 Punkte höher als bei der letzten Erhebung im Vorjahr. Bis zur vollständigen Geschlechterparität werde es bei diesem Tempo fast drei Generationen dauern, hieß es in der Studie.

Deutschland liegt leicht über dem EU-Durchschnitt

Deutschland liegt demnach leicht über dem EU-Durchschnitt und belegt mit 68,6 Punkten den zehnten Rang – ein Plus von 1,1 Punkten. Vorne sind bei der Gleichstellung innerhalb der EU unverändert Schweden (83,9 Punkte) und Dänemark (77,8 Punkte), das Schlusslicht ist weiterhin Griechenland (52,5 Punkte). Zu den größten Gewinnern gehören Luxemburg, Litauen und die Niederlande, während Slowenien als einziges der 27 EU-Länder Rückschritte machte.

"Europa hat bei der Gleichstellung der Geschlechter zerbrechliche Fortschritte gemacht. Doch durch die Corona-Pandemie drohen große Verluste", sagte Eige-Direktorin Carlien Scheele. Frauen etwa seien im Gesundheitswesen überrepräsentiert und daher einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt, für Corona-infizierte Männer dagegen bestehe ein höheres Risiko, stationär behandelt werden zu müssen.

Problembereich Führungspositionen

Der Studie zufolge besteht die größte Ungleichheit zwischen Männern und Frauen weiterhin im Bereich Führungspositionen. Trotz großer Fortschritte seit 2010 gebe es weiter deutlich weniger Frauen an den Schalthebeln in Politik und Wirtschaft.

In den anderen fünf untersuchten Bereichen (Arbeit, Geld, Zeit, Wissen und Gesundheit) gehe es auch nur langsam voran. Während der Corona-Pandemie seien besonders die Ungleichheiten bei der unbezahlten Arbeit für Haushalt, Kinder und häusliche Pflege verstärkt worden.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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