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Gibraltar will Supertanker "Grace 1" freigeben

Von dpa
Aktualisiert am 15.08.2019Lesedauer: 2 Min.
Der Supertanker "Grace 1" liegt in den Gew├Ąssern vor Gibraltar.
Der Supertanker "Grace 1" liegt in den Gew├Ąssern vor Gibraltar. (Quelle: Marcos Moreno/AP./dpa)
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Washington/London/Gibraltar (dpa) - Gibraltar will den mit iranischem ├ľl beladenen Supertanker "Grace 1" freigeben. Diese Entscheidung best├Ątigte am Donnerstag das oberste Gericht des britischen ├ťberseegebiets an der S├╝dk├╝ste Spaniens.

Es ist aber noch unklar, ob das vor sechs Wochen festgesetzte Schiff sofort in See stechen kann. Auch ein Regierungssprecher konnte dazu keine Auskunft geben.

Mit der Entscheidung w├Ąchst die Hoffnung auf eine Deeskalation in dem schwelenden Konflikt zwischen dem Iran und mehreren westlichen L├Ąndern, darunter den USA und Gro├čbritannien.

In letzter Minute versuchten die USA, das Schiff am Auslaufen zu hindern. Die Regierung Gibraltars teilte mit, das US-Justizministerium habe beantragt, den Tanker wegen einer Reihe von Vorw├╝rfen zu beschlagnahmen. Eine gerichtliche Pr├╝fung dessen stehe noch aus. Was das konkret f├╝r den Tanker bedeutet, ist noch unklar.

Der Iran best├Ątigte die Freigabe des Schiffes. Der Tanker werde schon bald Gibraltar verlassen, twitterte Irans Botschafter in London, Hamid Baeidinedschad. Das Ende "der illegalen Festsetzung" des Schiffs sei das Ergebnis intensiver Verhandlungen des iranischen Au├čenministeriums mit der britischen Seite in den vergangenen Wochen. Die Entscheidung des Gerichts in Gibraltar sei auch eine "dem├╝tigende Niederlage" f├╝r die USA, die noch am Vormittag die Freigabe des Tankers h├Ątten verhindern wollen.

Die Beh├Ârden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker Anfang Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale ├ľllieferungen an Syrien festgesetzt. Das britische Au├čenministerium betonte, der Iran m├╝sse sich nun an seine Zusicherung halten, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen - dies w├Ąre ansonsten ein Versto├č gegen EU-Sanktionen.

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Am 19. Juli stoppten dann die iranischen Revolutionsgarden in der Stra├če von Hormus den britischen ├ľltanker "Stena Impero". Zur Begr├╝ndung hie├č es, das Schiff habe internationale Regeln der Seefahrt nicht eingehalten, sein GPS-System ausgeschaltet und umweltsch├Ądigende Materialien an Bord.

Einen vom Iran vorgeschlagenen Austausch der beiden Tanker lehnte die neue britische Regierung ab. Gibraltar ist britisches Hoheitsgebiet.

Seit Monaten gibt es ein Kr├Ąftemessen zwischen dem Iran und anderen Staaten, allen voran den USA, das auch und gerade auf internationalen Schifffahrtswegen ausgetragen wird. In den vergangenen Wochen kam es immer wieder zu Zwischenf├Ąllen vor allem in der Stra├če von Hormus, die zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman liegt.

Die Stra├če von Hormus z├Ąhlt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Fast ein Drittel des globalen ├ľlexports wird durch die Meerenge verschifft. Die USA machten den Iran f├╝r diverse Attacken auf Handelsschiffe in dem Seegebiet verantwortlich, was die F├╝hrung in Teheran bestritt.

Hinter den Spannungen zwischen dem Iran und den USA steht der Atomstreit beider L├Ąnder. Die Amerikaner werfen der iranischen F├╝hrung vor, Atomwaffen bauen zu wollen. Teheran weist das zur├╝ck.

Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen, das den Iran am Bau einer Atombombe hindern und zugleich dessen politische und wirtschaftliche Isolation beenden sollte. Seit dem Ausstieg aus dem Abkommen setzen die Amerikaner Teheran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um ein strengeres und auf andere Gebiete erweitertes Abkommen auszuhandeln. Der Iran widersteht dem Druck bisher.

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