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PrÀsident Macron bereitet Franzosen auf harte Zeiten vor

Von dpa
Aktualisiert am 14.07.2020Lesedauer: 3 Min.
PrÀsident Emmanuel Macron am französischen Nationalfeiertag in Paris.
PrÀsident Emmanuel Macron am französischen Nationalfeiertag in Paris. (Quelle: Christophe Ena/AP/dpa./dpa)
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Paris (dpa) - Frankreichs PrÀsident Emmanuel Macron hat die Französinnen und Franzosen auf eine wirtschaftlich harte Zeit nach der Coronavirus-Krise eingeschworen.

"Wir werden einen massiven Anstieg der Arbeitslosigkeit erleben", sagte Macron in einem Fernsehinterview zum französischen Nationalfeiertag. Gleichzeitig stellte der PrĂ€sident ein umfassendes Konjunkturprogramm in Aussicht. Es werde mindestens 100 Milliarden Euro schwer sein. Hinzu kĂ€men noch 460 Milliarden Euro, die bereits seit Beginn der Epidemie als UnterstĂŒtzung der Wirtschaft zugesagt wurden.

Der Staatschef dankte am Vormittag bei den Feierlichkeiten zum 14. Juli auch den PflegekrĂ€ften fĂŒr ihren Einsatz wĂ€hrend der Krise. Wegen Corona fiel die ĂŒbliche MilitĂ€rparade erstmals seit Ende des Zweiten Weltkriegs aus. Im Anschluss gab er das Interview.

Macron erklĂ€rte in dem mehr als eine Stunde dauernden GesprĂ€ch, dass es SchĂ€tzungen zufolge im FrĂŒhjahr 2021 rund 800.000 bis eine Million zusĂ€tzliche Arbeitslose geben werde. Um ArbeitsplĂ€tze zu erhalten, mĂŒsse weiterhin investiert werden. Macron sprach sich außerdem fĂŒr ein langfristiges System von Teilzeitarbeit aus.

Der Staatschef bekrÀftigte, dass die Regierung an der umstrittenen Rentenreform festhalten wolle. Er rÀumte jedoch ein, dass diese nicht in der Form wie vor der Gesundheitskrise geplant umgesetzt werden könne. "Sie muss wieder diskutiert und verhandelt werden." Im Dezember und Januar gab es wochenlange Proteste gegen die ReformplÀne in Frankreich - es kam zu Bahnstreiks, die das Land lÀhmten. Die Rentenreform gilt als eines der Prestigeprojekte Macrons. Vorrang hÀtten derzeit aber andere Themen, rÀumte der Staatschef ein.

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"Ich bin ĂŒberzeugt, dass wir innerhalb von zehn Jahren ein anderes Land aufbauen können." Andere Wege, "neue Methoden" sollen dem Staatschef zufolge mit dem erst vor kurzem neu vorgestellten Kabinett möglich gemacht werden. Dass die französische Regierung unter Premierminister Jean Castex weiter nach rechts gerĂŒckt sei, wies Macron zurĂŒck. Er glaube an die "politische Überwindung" solcher Kategorien. Macron gestand jedoch ein, dass sich das Land in einer Vertrauenskrise befinde. Frankreich habe "im Grunde Angst", sagte er.

Mit Blick auf die Corona-Pandemie stellte der PrĂ€sident strengere Regeln in Aussicht. Er sprach sich fĂŒr eine Maskenpflicht in geschlossenen öffentlichen RĂ€umen aus. Es gebe Anzeichen dafĂŒr, dass das Coronavirus in Frankreich wieder etwas aktiver werde, sagte Macron. Aber dieses Mal werde das Land auf ein Wiederaufleben vorbereitet sein. Frankreich ist von der Corona-Krise mit rund 30 000 Toten hart getroffen.

Den "Helden der Krise" waren auch die Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag gewidmet. Statt einer großen MilitĂ€rparade auf den Champs-ÉlysĂ©es gab es nur eine abgespeckte Version auf der Place de la Concorde im Herzen von Paris. Die PflegekrĂ€fte standen im Zentrum der Zeremonie, ihr Einsatz wĂ€hrend der Krise wurde besonders gewĂŒrdigt. Auf den TribĂŒnen waren zahlreiche PflegekrĂ€fte, Ärztinnen, Ärzte - aber auch SicherheitskrĂ€fte, Feuerwehrleute oder LehrkrĂ€fte. Tausende Menschen protestierten in mehreren StĂ€dten fĂŒr Verbesserungen im öffentlichen Gesundheitssystem, wie Medien berichteten. Am Rande einer Demonstration in Paris sei es zu Ausschreitungen gekommen.

Frankreich dankte mit der Zeremonie auch den PartnerlĂ€ndern Deutschland, Österreich, Luxemburg und Schweiz, die im FrĂŒhjahr Corona-Patienten aus Ostfrankreich behandelt hatten. Diese Region war besonders schlimm von der Pandemie betroffen.

Aus Deutschland war Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angereist. Er bewerte Macrons Masken-Vorstoß positiv: Masken wĂŒrden vor allen in geschlossenen RĂ€umen einen Unterschied machen, sagte er. Auch Hessens MinisterprĂ€sident Volker Bouffier, der MinisterprĂ€sident des Saarlands, Tobias Hans, und der nordrhein-westfĂ€lische MinisterprĂ€sident Armin Laschet (alle CDU) waren gekommen. WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus war ebenfalls nach Paris gereist.

Frankreich erinnert mit dem 14. Juli an den Sturm auf die als GefÀngnis genutzte Pariser Festung Bastille im Jahr 1789, der als symbolischer Beginn der Französischen Revolution angesehen wird.

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