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England beendet fast alle Corona-Ma├čnahmen am 19. Juli

Von dpa
Aktualisiert am 12.07.2021Lesedauer: 2 Min.
Boris Johnson ├Ąu├čert sich bei einer Pressekonferenz zur Corona-Pandemie.
Boris Johnson ├Ąu├čert sich bei einer Pressekonferenz zur Corona-Pandemie. (Quelle: Daniel Leal-Olivas/PA Wire/dpa./dpa)
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London (dpa) - England hebt am 19. Juli fast alle Corona-Ma├čnahmen auf und kehrt weitgehend zur Normalit├Ąt zur├╝ck. Abstandsregeln und Maskenpflicht enden dann, Nachtclubs d├╝rfen wieder ├Âffnen, zudem gibt es dann keine Zuschauerbeschr├Ąnkungen mehr.

Das best├Ątigte Premierminister Boris Johnson am Montag in London - und rief zugleich zur Vorsicht auf. "Diese Pandemie ist bei weitem nicht vorbei. Diese Krankheit gef├Ąhrdet weiterhin Sie und Ihre Familien", sagte Johnson. Die Bev├Âlkerung k├Ânne nicht einfach zum Leben wie vor der Corona-Pandemie zur├╝ckkehren. Vielmehr erwarte die Regierung von allen "gesunden Menschenverstand". Politische Beobachter in London kritisierten, dass die Regierung die Verantwortung nun auf die Bev├Âlkerung abschieben wolle.

Wegen der Ausbreitung der hochansteckenden Delta-Variante war die Zahl der Neuinfektionen in Gro├čbritannien zuletzt wieder deutlich gestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz, also die Zahl neuer F├Ąlle je 100.000 Menschen in einer Woche, lag zuletzt bei 311,7 (Stand: 7. Juli).

Die Regierung empfehle mit Nachdruck, an Orten mit vielen Menschen wie im ├Âffentlichen Nahverkehr weiterhin Masken zu tragen, sagte Johnson. Au├čerdem seien Nachtclubs und andere Veranstaltungsorte dringlich gebeten, den Impfstatus ihrer G├Ąste und Besucher mit Hilfe eines digitalen Nachweises zu ├╝berpr├╝fen. Eine gesetzliche Grundlage daf├╝r gibt es dann aber nicht mehr. Die harten Einreiseregeln, die f├╝r nicht Geimpfte oder Einreisende aus "roten L├Ąndern" eine Quarant├Ąne vorschreiben, blieben in Kraft, sagte der Premier.

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Johnsons wissenschaftliche Berater r├Ąumten ein, dass die Zahlen der Neuinfektionen, Krankenhauseinweisungen und Todesf├Ąlle weiter steigen w├╝rden, wenn die Corona-Regeln nun gelockert werden. Vom Verhalten der Bev├Âlkerung h├Ąnge ab, wie stark dieser Anstieg ausfalle, sagte der oberste wissenschaftliche Berater Patrick Vallance. Er sagte, dass eine vollst├Ąndige Impfung das Risiko von Infektionen und Todesf├Ąllen deutlich reduziere. Allerdings warnt das wissenschaftliche Expertengremium Sage in einem am Montag ver├Âffentlichten Bericht vor mindestens 1000 Krankenhauseinweisungen sowie 100 bis 200 Todesf├Ąllen pro Tag.

"Keinen perfekten Zeitpunkt f├╝r diesen Schritt"

Gesundheitsminister Sajid Javid sagte im Parlament, die Voraussetzungen zur Aufhebung der Corona-Regeln seien erf├╝llt. Dass der Schritt m├Âglich ist, sei den Bem├╝hungen der Briten und dem Impfprogramm zu verdanken. "Denen die fragen, warum wir diesen Schritt jetzt gehen, sage ich: Wenn nicht jetzt, wann dann?", sagte Javid. "Es wird keinen perfekten Zeitpunkt f├╝r diesen Schritt geben, weil wir dieses Virus einfach nicht ausmerzen k├Ânnen." Zugleich betonte der Minister, die Regierung bleibe wachsam. Sie sei bereit, mit H├Ąrte zu reagieren, falls neue, gef├Ąhrlichere Corona-Varianten dies n├Âtig machten.

Vom 19. Juli an k├Ânnen Menschen mit Wohnsitz im Vereinigten K├Ânigreich, die vollst├Ąndig geimpft oder minderj├Ąhrig sind, ohne Quarant├Ąne ins Land einreisen. F├╝r Touristen gilt dies nicht - auch nicht f├╝r jene, die beide f├╝r den vollen Impfschutz notwendigen Dosen erhalten haben. Verkehrsminister Grant Shapps hatte gesagt, er arbeite an einer L├Âsung.

Die Lockerungen gelten nur f├╝r den gr├Â├čten britischen Landesteil England, der keine eigene Regierung hat. Die Regionalregierungen von Wales, Schottland und Nordirland sind f├╝r ihre Gesundheitspolitik selbst verantwortlich. Dort dauert es l├Ąnger, bis die Corona-Regeln aufgehoben werden.

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