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Ukraine: "Uns fehlen Waffen zur Befreiung von Mariupol"

Von afp, dpa, rtr, t-online
Aktualisiert am 12.04.2022Lesedauer: 108 Min.
Ukraine-Krieg: Russland greift mehrere StÀdte an und setzt vor allem auf die Zerstörung von Eisenbahnstrecken und Bahnhöfen. (Quelle: t-online)
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Tag 48 seit Kriegsbeginn: Die Ukraine drĂ€ngt auf mehr UnterstĂŒtzung aus dem Westen, um die russische Armee zurĂŒckschlagen zu können. Ein Ex-Merkel-Berater ist skeptisch. Alle Informationen im Newsblog.

Das Wichtigste im Überblick


Die neusten Entwicklungen lesen Sie in unserem aktuellen Newsblog.

Separatisten bestreiten Einsatz von Chemiewaffen in Mariupol

10.04 Uhr: Die pro-russischen Separatisten in der ostukrainischen Region Donezk bestreiten, dass sie im Kampf um die Hafenstadt Mariupol Chemiewaffen eingesetzt haben. Das meldet die russische Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Eduard Bassurin, einen Kommandeur der Separatisten.

Die ukrainische FĂŒhrung prĂŒft nach Angaben der stellvertretenden Verteidigungsministerin Hanna Maljar derzeit unbestĂ€tigte Informationen ĂŒber den Einsatz chemischer Kampfstoffe beim Versuch, die eingekesselte Stadt vollends einzunehmen. "Es gibt eine Theorie, dass es sich um Phosphormunition handeln könnte", sagt sie im Fernsehen. "Offizielle Informationen kommen spĂ€ter."

Soldaten in Mariupol: Die Hafenstadt steht kurz vor der Einnahme durch die russische Armee.
Soldaten in Mariupol: Die Hafenstadt steht kurz vor der Einnahme durch die russische Armee. (Quelle: Alexander Ermochenko/Reuters-bilder)
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Mehrere FlughĂ€fen in SĂŒdrussland bleiben bis 19. April geschlossen

Wegen des Krieges gegen die Ukraine haben die russischen Behörden die Flugverbote im SĂŒden des eigenen Landes nun zum achten Mal verlĂ€ngert. Bis zum 19. April bleiben insgesamt elf FlughĂ€fen weiter gesperrt, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija am Dienstag mitteilte. Von den LuftraumbeschrĂ€nkungen betroffen sind etwa die FlugplĂ€tze im Schwarzmeer-Kurort Anapa, in den MillionenstĂ€dten Rostow am Don und Krasnodar sowie in Belgorod unweit der ukrainischen Grenze.

Auch die FlughĂ€fen von Gelendschik, Woronesch sowie in Simferopol auf der 2014 annektierten ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim bleiben vorerst weiter geschlossen. Die Verbote, die eigentlich an diesem Mittwoch hĂ€tten enden sollen, gelten den Angaben zufolge bis 19. April, 2.45 Uhr MESZ. Russland hatte nach der Invasion in die Ukraine am 24. Februar mehrere sĂŒdrussische Airports geschlossen und die Flugverbote immer wieder verlĂ€ngert.

UN fordert Untersuchung zu sexueller Gewalt in der Ukraine

9.30 Uhr: Die Frauenrechtsorganisation UN Women fordert dringend unabhĂ€ngige Untersuchungen zu VorwĂŒrfen sexueller Gewalt im Ukraine-Krieg. "Immer hĂ€ufiger hören wir von Vergewaltigung und sexueller Gewalt", sagte Direktorin Sima Bahous bei einem Briefing des UN-Sicherheitsrats am Montag (Ortszeit). Diese Anschuldigungen mĂŒssten unabhĂ€ngig untersucht werden, um Gerechtigkeit und Rechenschaft zu gewĂ€hrleisten, sagte sie weiter. Die BrutalitĂ€t gegenĂŒber ukrainischen Zivilisten, massenhafte Vertreibungen und der Einsatz vieler Wehrpflichtiger und Söldner seien ein Alarmsignal. Bahous hatte zuvor im Nachbarland Moldau mit KriegsflĂŒchtlingen gesprochen.

Mehr als sechs Wochen nach Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine mehren sich Berichte ĂŒber Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt gegen Zivilisten. Die Menschenrechtsbeauftragte des ukrainischen Parlaments, Ljudmyla Denissowa, hatte russischen Soldaten Vergewaltigungen MinderjĂ€hriger vorgeworfen. Die Angaben konnten zunĂ€chst nicht ĂŒberprĂŒft werden. Sie appellierte an die Vereinten Nationen, diese und andere Kriegsverbrechen zu untersuchen. Von vergewaltigten ukrainischen Frauen berichtete auch der Leiter der MilitĂ€rverwaltung von Krywyj Rih, Olexander Wilkul. Zu den Opfern im Gebiet Cherson zĂ€hlten demnach etwa eine 16 Jahre alte Schwangere und eine 78-jĂ€hrige Frau.

Unicef: "Krieg ist ein Alptraum fĂŒr die Kinder der Ukraine"

9.12 Uhr: In den knapp sieben Wochen seit dem russischen Einmarsch sind in der Ukraine nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef mindestens 142 Kinder getötet worden. In Wirklichkeit dĂŒrften die Zahlen allerdings deutlich höher sein, teilte die Organisation mit. Die Justiz in der Ukraine selbst sprach am Dienstag von mindestens 186 getöteten und 344 verletzten Kindern und Jugendlichen. Unicef verwies zudem auf die vielen MinderjĂ€hrigen, die entweder mit ihren Familien geflĂŒchtet seien oder weiter im Kriegsgebiet ausharrten. "Der Krieg ist weiter ein Alptraum fĂŒr die Kinder der Ukraine", sagte Unicef-Nothilfekoordinator Manuel Fontaine einer Mitteilung zufolge.

Mehr als 4,5 Millionen Menschen seien seit Beginn des russischen Angriffskriegs am 24. Febraur ins Ausland geflohen, hieß es weiter – davon seien rund 90 Prozent Frauen und Kinder. Rund sieben Millionen weitere seien zudem innerhalb der Ukraine vertrieben worden.

Kiew: Russland will Gebiet Donezk komplett erobern

8.20 Uhr: Russische Truppen wollen Angaben aus Kiew zufolge mit einer bevorstehenden Offensive bis an die Verwaltungsgrenzen des ostukrainischen Gebiets Donezk vordringen. Russland werde versuchen, die bereits heftig umkĂ€mpfte Hafenstadt Mariupol am Asowschen Meer sowie die Kleinstadt Popasna im Gebiet Luhansk einzunehmen, teilte der ukrainische Generalstab am Dienstagmorgen mit. Von dort aus solle ein Angriff auf Kurachowe gestartet werden. Derzeit seien die Russen dabei, ihre Truppenverlegung in die grenznahen russischen Gebiete Belgorod und Woronesch abzuschließen.

Neun Fluchtkorridore vereinbart

8.10 Uhr: FĂŒr diesen Dienstag sind nach ukrainischen Angaben neun Fluchtkorridore fĂŒr belagerte Orte vereinbart. Darunter sei die eingekesselte Hafenstadt Mariupol, teilt Vize-MinisterprĂ€sidentin Iryna Wereschtschuk mit. Von dort könnten sich Zivilisten mit privaten Fahrzeugen in Sicherheit bringen. FĂŒnf der neun Korridore solle es in der Region Luhansk im Osten der Ukraine geben. Dort gibt es nach ukrainischen Angaben erneut heftigen Beschuss durch russische Truppen.

Großbritannien erwartet stĂ€rkere KĂ€mpfe im Osten

7.29 Uhr: Der britische MilitĂ€rgeheimdienst rechnet mit verstĂ€rkten KĂ€mpfen im Osten der Ukraine wĂ€hrend der kommenden zwei bis drei Wochen. Russland konzentriere seine Angriffe weiterhin auf ukrainische Stellungen bei Donezk und Luhansk, teilt das Verteidigungsministerium in London in seinem regelmĂ€ĂŸigen Bulletin mit. Um Cherson und Mykolajiw werde es weitere KĂ€mpfe geben.

Zudem planten die russischen Truppen nach Erkenntnissen des britischen MilitĂ€rgeheimdienstes einen erneuten Vorstoß Richtung Kramatorsk. Die russischen Truppen zögen weiterhin aus Belarus ab, um im Osten der Ukraine eingesetzt zu werden.

USA besorgt ĂŒber Festnahme von Oppositionellem

7.18 Uhr: US-Außenminister Antony Blinken hat sich per Twitter zur Festnahme des russischen Oppositionellen Wladimir Kara-Mursa geĂ€ußert (siehe auch Eintrag um 19.12 Uhr). "Wir beobachten die Situation genau und verlangen seine unverzĂŒgliche Freilassung", schrieb er. Mehr zum Fall lesen Sie hier.

Angeblich russisches Waffendepot getroffen

5.10 Uhr: Ukrainische MilitĂ€rkreise sagen nach Angaben des US-Senders CNN, dass die Armee ein russisches Waffendepot in Novoaidar, Region Luhansk, zerstört habe. Am Montag hatte Serhii Haidai, Leiter der regionalen MilitĂ€rverwaltung von Luhansk, in einem Facebook-Post mitgeteilt, dass ukrainische StreitkrĂ€fte ein russisches Munitionslager in der NĂ€he einer russischen Siedlung in Luhansk angegriffen hĂ€tten. Ein Video auf Telegram zeigte Zerstörungen. Russische Medien sprachen von einem Angriff auf ein Lager fĂŒr DĂŒngemittel.

Ex-Merkel-Berater gegen Lieferung schwerer Waffen

3.10 Uhr: Der ehemalige militĂ€rpolitische Berater von Altkanzlerin Angela Merkel, Brigadegeneral a.D. Erich Vad, hat sich gegen die Lieferung von schweren Waffen an die Ukraine ausgesprochen. Solche Lieferungen seien potenziell ein "Weg in den Dritten Weltkrieg", sagte Vad der Deutschen Presse-Agentur. Davon abgesehen, könne man komplexe Waffensysteme wie den Kampfpanzer Leopard oder den SchĂŒtzenpanzer Marder nur nach jahrelanger Ausbildung systemgerecht bedienen und einsetzen, sagte Vad. Sie nĂŒtzten den Ukrainern militĂ€risch aktuell und auf absehbare Zeit also gar nichts.

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WTO sagt geringeres Wachstum wegen Krieg voraus

2 Uhr: Der russische Krieg gegen die Ukraine könnte die globale Wirtschaft nach einer Analyse der Welthandelsorganisation (WTO) in diesem Jahr bis zu 1,3 Prozentpunkte Wachstum kosten. Das Bruttoinlandsprodukt dĂŒrfte 2022 nach Modellrechnungen nur noch um 3,1 bis 3,7 Prozent wachsen, erklĂ€rte die WTO in Genf in einer Analyse ĂŒber die Folgen des Krieges fĂŒr den Handel.
Als Grund fĂŒhrt die Organisation höhere Lebenmittel- und Energiepreise und fallende Exporte Russlands und der Ukraine an.


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