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Die Schwarzmeerk√ľste k√∂nnte von hier erobert werden

  • David Schafbuch
Von David Schafbuch

27.04.2022Lesedauer: 4 Min.
Checkpoint in Transnistrien im Jahr 2012: Die moldauische Region steht unter russischem Einfluss.
Checkpoint in Transnistrien im Jahr 2012: Die moldauische Region steht unter russischem Einfluss. (Quelle: ITAR-TASS/imago-images-bilder)
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Die ehemalige Sowjetrepublik gerät durch den Krieg im Nachbarland Ukraine zunehmend unter Druck. Denn auch dort gibt es prorussische Separatisten. Wird das Land zum nächsten Ziel des Kremls?

Maia Sandu versuchte die Lage zu entspannen. "Wir appellieren an die B√ľrger, Ruhe zu bewahren und sich sicher zu f√ľhlen", sagte die Pr√§sidentin von Moldau am Dienstagabend, obwohl die Situation "schwierig und belastend" sei. Zuvor hatte in dem Land der oberste Sicherheitsrat getagt.

Obwohl Sandu Präsidentin ist, hat sie auf Teile ihres Landes de facto keinen Einfluss: Nach der Unabhängigkeit der ehemaligen Sowjetrepublik 1991 brach in dem östlichen Teil Transnistrien ein Krieg aus, wodurch die Region seit 1992 von Moldau unabhängig agiert und die Nähe zu Russland sucht, aber von keinem anderen Staat weltweit anerkannt wird.

Explosionen im Separatistengebiet

In dem prorussischen Gebiet kann von Ruhe aktuell nicht die Rede sein: Am Montag soll dort das "Ministerium f√ľr Staatssicherheit" mit Granatwerfern beschossen worden sein. Am Dienstag wurde dann der Angriff auf zwei Funkmasten vermeldet.

Auch am Tag nach Sandus Worten besserte sich die Lage nicht, im Gegenteil: Diesmal wurde aus der Separatistenregion der Beschuss eines Dorfes vermeldet, in dem sich ein russisches Munitionslager befindet. Zuvor sollen dort Drohnen gesichtet worden sein, die aus der Ukraine stammen sollen. Mit rund 20.000 Tonnen Munition soll es sich laut den transnistrischen Beh√∂rden um das gr√∂√üte Lager Europas handeln. Unabh√§ngig √ľberpr√ľfen lassen sich die Angaben bisher nicht, auch hat sich niemand zu den Vorf√§llen bekannt.

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Umgest√ľrzte Funkmasten in Transnistrien: Zu dem Angriff bekannte sich niemand.
Umgest√ľrzte Funkmasten in Transnistrien: Zu dem Angriff bekannte sich niemand. (Quelle: Uncredited/Press Center of the Ministry of Internal Affairs of the Pridnestrovian Moldavian Republic/AP/dpa-bilder)

Prorussische Separatisten, ein westlich orientiertes Staatsoberhaupt in einer ehemaligen Sowjetrepublik, die weder der Nato noch der EU angeh√∂rt: Auch wenn die Ukraine das deutlich gr√∂√üere Land ist, werden die Parallelen zu dem Nachbarland mit gerade einmal 2,6 Millionen Einwohnern schnell deutlich ‚Äď und der Druck scheint zuzunehmen.

Das russische Milit√§r deutete bereits vor einigen Tagen an, dass es einen "Zugang" von der S√ľdukraine nach Transnistrien anstrebe. Das Au√üenministerium in Moskau warnte ebenfalls indirekt davor, dass es zu einem Einmarsch in das Land kommen k√∂nnte. Dienen die zuletzt gemeldeten Angriffe nun als Startschuss f√ľr die n√§chsten Kampfhandlungen?

Wenige Tausend Soldaten

"Das ist ein klarer Versuch, einen Vorwand zu schaffen, damit russische Truppen dort einmarschieren", ist sich Katja Plate, Leiterin der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung in Moldau, sicher. Sie vermutet, dass die Angriffe von Transnistrien oder Russland selbst initiiert wurden. Denn in der Region habe weder Moldau noch die Ukraine oder eine andere Partei ein Interesse daran, die Situation eskalieren zu lassen.

Wer das Land isoliert betrachtet, k√∂nnte zun√§chst von √ľberschaubaren Risiken ausgehen: Milit√§risch befinden sich in der Republik Moldau sch√§tzungsweise nur zwischen 6.000 und 7.000 Soldaten, hinzu kommen rund 12.000 Reservisten. In Transnistrien sollen sich nur rund 5.000 Soldaten aufhalten. Dazu kommen noch etwa 1.500 Soldaten aus Russland, die allerdings schlecht ausgestattet sein sollen.

Zangenangriff auf die ukrainische Schwarzmeerk√ľste?

Allerdings k√∂nnte sich das Risiko einer Eskalation schnell vergr√∂√üern: Plate vermutet, Russland k√∂nnte √ľber den Flughafen von Tiraspol Soldaten nach Transnistrien schicken. Anschlie√üend k√∂nnten die Truppen von dort Angriffe auf den S√ľdwesten der Ukraine starten und St√§dte wie Mykolaiv und Odessa von zwei Seiten attackieren. "Zum russischen Ziel, die Schwarzmeerk√ľste einzunehmen, passt es am besten, aus Transnistrien die Ukraine anzugreifen", meint die Expertin im Gespr√§ch mit t-online.

√Ąhnlich hatte es auch das ukrainische Verteidigungsministerium am Mittwoch formuliert. Sollte es tats√§chlich dazu kommen, bef√§nde sich auch die Republik Moldau laut Plate m√∂glicherweise in gro√üer Gefahr.

(Quelle: Heike Aßmann)

Das scheint auch Pr√§sidentin Sandu zu wissen. Seit Dienstagabend wird an der Grenze zu Transnistrien sch√§rfer kontrolliert. Zudem wurden alle Sicherheitskr√§fte in erh√∂hte Alarmbereitschaft versetzt. Gleichzeitig hat das Land seine Bestrebungen, der Europ√§ischen Union beizutreten, weiter intensiviert: Erst in der vergangenen Woche hatte Moldau einen Beitrittsfragebogen nach Br√ľssel geschickt.

Milit√§risch ist das Land dagegen seit Anfang der 1990er-Jahre neutral, obwohl die Armee nicht nur an Missionen der EU, sondern auch der Nato beteiligt ist. Anders als in der Ukraine ist ein Beitritt zu dem Verteidigungsb√ľndnis aber im Moment kein Thema. "Es wird oft vergessen, dass es auch als EU-Mitglied Sicherheitsgarantien gibt", betont Katja Plate.

Militärisch bot auch die Ukraine ihre Hilfe am Mittwoch an: Theoretisch sei es möglich, Transnistrien unter ukrainische Kontrolle zu bringen, sagte der ukrainische Präsidentenberater Olexyj Arestowytsch. Kremlsprecher Dmitri Peskow nannte die Aussagen daraufhin "ziemlich provokant".

Hinzu kommt allerdings auch, dass das Land von russischer Energie enorm abhängig ist: Gas bezieht Moldau etwa vollständig von Gazprom. Plate betont zwar, dass ein Stopp der Lieferungen bisher kein Thema sei, sich das allerdings schnell ändern könne.

Als Pr√§sidentin Sandu vergangene Woche etwa prorussischen Kriegssymbole wie die Buchstaben "Z" und "V" verbieten lie√ü, kamen umgehend Drohungen aus Russland. Sie solle sich vorsichtiger √§u√üern, da Moldau das Gas nicht bezahlen k√∂nne, klagte der russische Senator Alexej Puschkow und k√ľndigte an, Sandu lande "im M√ľlleimer der Geschichte".

Hohe Fl√ľchtlingszahlen bereiten Probleme

Wie k√∂nnten Deutschland und die EU aber dem Land in der schwierigen Situation helfen? Plate glaubt, dass in der aktuellen Situation Geld aus dem Westen am meisten helfe. Denn trotz der milit√§rischen Spannungen hat Moldau im Moment vor allem mit hohen Fl√ľchtlingszahlen zu k√§mpfen. Insgesamt sind seit Kriegsbeginn laut UN mehr als 400.000 Ukrainer aus ihrer Heimat in das Nachbarland geflohen. Drei Viertel davon sollen mittlerweile weitergezogen sein, allerdings stellen auch 100.000 Fl√ľchtlinge den kleinen Staat vor gro√üe Herausforderungen. Auf einer Geberkonferenz wurden Anfang April schon fast 700 Millionen Euro an Hilfsgeldern dem Staat zugesagt.

Allerdings sieht Pr√§sidentin Sandu auch die Notwendigkeit, das Milit√§r weiter zu verbessern. "Unsere Armee ist ohne Ausr√ľstung und Milit√§rtechnik geblieben", klagte sie am Mittwoch anl√§sslich des 30. Jahrestags des moldauischen Generalstabs.

Ruhe zu bewahren, wie ihr Appell an die B√ľrger lautete, ist bei dieser Ausgangslage alles andere als einfach.

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Von Liesa Wölm
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