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Nato will gefechtsbereite Truppen im Osten erhöhen


"Abschreckungskapazitäten verstärken"
Nato will gefechtsbereite Truppen im Osten erhöhen

Von dpa, afp
14.06.2022Lesedauer: 2 Min.
Jens Stoltenberg: Der Nato-Generalsekretär will die Truppen im Osten erhöhen.Vergrößern des BildesJens Stoltenberg: Der Nato-Generalsekretär will die Truppen im Osten erhöhen. (Quelle: Eva Plevier/reuters)
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An den Ostgrenzen sollen bald mehr Nato-Truppen einsatzbereit sein. Das kündigte Generalsekretär Jens Stoltenberg an. Beim Gipfel Ende Juni soll eine Verstärkung beschlossen werden.

Beim Nato-Gipfel in Madrid wird nach Angaben von Generalsekretär Jens Stoltenberg eine erhebliche Verstärkung der alliierten Abschreckungs- und Verteidigungskapazitäten beschlossen werden. In Reaktion auf den russischen Einmarsch in die Ukraine habe man bereits die Fähigkeit gestärkt, jeden Zentimeter des Bündnisgebiets zu schützen und zu verteidigen, sagte der Norweger am Dienstagabend. Vorangegangen waren Gespräche mit mehreren Staats- und Regierungschefs von Nato-Staaten in Den Haag. Beim Gipfeltreffen in Madrid Ende Juni werde man nun die nächsten Schritte unternehmen.

In den Diskussionen am Dienstagabend ging es nach Angaben Stoltenbergs um die Notwendigkeit, mehr gefechtsbereite Streitkräfte und Ausrüstung ins östliche Bündnisgebiet zu verlegen. Zudem war demnach auch eine weitere Erhöhung des Bereitschaftsniveaus von Truppen Thema.

Scholz erhöht Truppenpräsenz in Litauen

Details nannte Stoltenberg nicht. Im Gespräch ist unter anderem, künftig dauerhaft deutlich mehr Nato-Truppen im östlichen Bündnisgebiet stationiert zu haben als vor dem russischen Angriff auf die Ukraine. Zudem sollen Strukturen aufgebaut werden, die im Fall einer konkreten Bedrohung eine noch schnellere Verstärkung der vor Ort befindlichen Kräfte ermöglichen.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat bereits in der vergangenen Woche angekündigt, dass Deutschland die Planungen unterstützt und seine Truppenpräsenz in Litauen weiter ausbauen wird. In dem an die russische Exklave Kaliningrad grenzenden Land beteiligt sich die Bundeswehr bereits jetzt mit mehr als 1.000 Soldaten an der Sicherung der Nato-Ostflanke.

Nato-Chef fordert mehr schwere Waffen für die Ukraine

Stoltenberg hat sich für weitere Lieferungen schwerer Waffen an die Ukraine ausgesprochen. "Ja, die Ukraine sollte mehr schwere Waffen haben", sagte der Norweger am Dienstag in Den Haag. "Denn davon sind sie absolut abhängig, um sich gegen die brutale russische Invasion zu wehren."

Die Regierung in Kiew hatte in den vergangenen Tagen nachdrücklich und wiederholt die Lieferung schwerer Waffen von westlichen Staaten gefordert. Präsident Wolodymyr Selenskyj verwies auf die militärische Überlegenheit der russischen Angreifer. Die Lage in der östlichen Donbass-Region seines Landes sei daher sehr schwierig. Die Ukraine brauche etwa Artillerie mit großer Reichweite, um es mit den russischen Geschützen aufnehmen zu können.

Das Treffen in Den Haag war von dem niederländischen Ministerpräsidenten Mark Rutte und der dänischen Regierungschefin Mette Frederiksen organisiert worden. Eingeladen waren der rumänische Präsident Klaus Iohannis, der belgische Premierminister Alexander De Croo, der polnische Ministerpräsident Mateusz Morawiecki sowie der portugiesische Regierungschef António Costa und Lettlands Ministerpräsident Krisjanis Karins.

Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen AFP und dpa
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