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Dogan Akhanli: "Ich hoffe, dass alles gut ausgeht"

Auslieferung an die Türkei?  

Dogan Akhanli: "Ich hoffe, dass alles gut ausgeht"

21.08.2017, 20:54 Uhr | AFP

Dogan Akhanli: "Ich hoffe, dass alles gut ausgeht". Die Festnahme von Akhanli auf Betreiben der Türkei in Spanien entwickelt sich immer mehr zum Politikum. (Quelle: dpa/Oliver Berg)

Die Festnahme von Akhanli auf Betreiben der Türkei in Spanien entwickelt sich immer mehr zum Politikum. (Quelle: Oliver Berg/dpa)

Der in Spanien festgenommene Dogan Akhanli, türkischstämmiger deutscher Schriftsteller, wird seinem Anwalt zufolge nicht an die Türkei ausgeliefert. Das Land biete seinem Mandanten keinen rechtsstaatlichen Prozess, sagte Ilias Uyar der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung".

"Ich hoffe, dass alles gut ausgeht", sagte der auf Betreiben von Ankara in Spanien vorübergehend festgenommene Autor am Montag vor Journalisten in Madrid. Er betonte: "Eine Auslieferung wäre nicht nur für mich eine Katastrophe, es wäre auch für Spanien eine Katastrophe."

Akhanli war am Samstag im Spanien-Urlaub in Granada festgenommen, nach einem Tag aber wieder freigelassen worden. Er darf Spanien für die Dauer des Auslieferungsverfahrens nicht verlassen und muss seinen Pass abgeben. Nach der Festnahme sei ihm "schwindelig" geworden, erzählte er jetzt. "Ich hab mich sehr schlecht gefühlt."

"Dass ich in Europa nicht in Sicherheit bin, hat mich schockiert."

"Das ist tatsächlich für mich eine erschreckende Erfahrung, weil ich gedacht habe, dass ich in europäischen Händen in Sicherheit bin und dass die langen Hände der Willkür und Arroganz nicht bis dahin reichen können", erklärte der 60-Jährige, der ausschließlich die deutsche Staatsbürgerschaft hat. "Dass das der Fall war, dass ich in Europa nicht in Sicherheit bin, hat mich schockiert."

Zu der Spanienreise Akhanlis sagte sein Anwalt Uyar, Akhanli habe von der deutschen Polizei keinen Hinweis darauf erhalten, dass ihm bei einer Auslandsreise Gefahren drohten. Uyar sagte, im Fall Akhanli gehe es nicht um Strafverfolgung, sondern darum, mit Interpol eine Jagd durchzuführen. Am Montag muss sich Akhanli dem Bericht zufolge erstmals bei einem Sondergericht in Madrid melden, das für Auslieferungen und Terrorismus zuständig ist.

Kritiker der türkischen Regierung

Der Schriftsteller steht der Regierung in Ankara kritisch gegenüber. Am Samstag war er wegen eines türkischen Haftbefehls an seinem Urlaubsort in Spanien festgenommen worden. Die Türkei hatte bei der internationalen Polizeibehörde Interpol einen "Dringlichkeitsvermerk" (Red Notice) gegen Akhanli hinterlegt. Nach einer Intervention des Auswärtigen Amtes in Berlin kam der türkischstämmige Autor, der 1991 nach Deutschland geflohen war, zwar wieder frei. Nach Angaben seines Anwalts darf er Madrid aber vorerst nicht verlassen.

Akhanlis Anwalt lobt Merkel

Der Anwalt des Kölner Schriftstellers hat Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) für ihre Aussagen im Fall des festgenommenen Schriftstellers gelobt. "Anders als bei dem ebenfalls festgenommenen Journalisten Deniz Yücel hat sie eine klare Position bezogen, das hat mich gefreut", sagte Ilias Uyar am Montag der Deutschen Presse-Agentur.

Zuvor hatte Merkel die Rolle der Türkei kritisiert und eine nochmalige Verschärfung der deutschen Linie nicht ausgeschlossen. "Wir müssen uns immer wieder die Schritte vorbehalten", sagte sie am Sonntagabend in Sender RTL auf eine Frage nach härteren Sanktionen. Der Fall hat den Konflikt zwischen der Bundesregierung und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan noch einmal angeheizt.

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