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Julian Assange soll Wachleute angegriffen haben

dpa, t-online, Von Silvia Kusidlo und Teresa Dapp

Aktualisiert am 12.04.2019Lesedauer: 4 Min.
London: Julian Assange ist festgenommen worden, das ist die Geschichte hinter dem WikiLeaks-Gr├╝nder.
London: Julian Assange ist festgenommen worden, das ist die Geschichte hinter dem WikiLeaks-Gr├╝nder. (Quelle: Hannah McKay/Reuters-bilder)
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Fast sieben Jahre lebte Julian Assange in der Botschaft Ecuadors in London. Jetzt lieferte ihn das Land der britischen Polizei aus. Unter anderem, weil er sich wohl ungeb├╝hrlich verhalten hat.

Wikileaks-Gr├╝nder Julian Assange ist nach fast sieben Jahren Asyl in der Botschaft Ecuadors in London festgenommen worden und die USA fordern seine Auslieferung. Die US-Justiz wirft Assange Verschw├Ârung mit der Whistleblowerin Chelsea Manning vor. Am Donnerstag wurde Assange bereits von einem Londoner Gericht f├╝r schuldig befunden, gegen seine Kautionsauflagen in Gro├čbritannien versto├čen zu haben. Daf├╝r droht ihm eine Haftstrafe von bis zu zw├Âlf Monaten.


Julian Assange: So waren seine letzten sieben Jahre

April 2019: Julian Assange nach der Verhaftung im Polizeiwagen. Ihm wird von Ecuadors Pr├Ąsident Moreno vorgeworfen, dass er sich in innere Angelegenheiten eingemischt habe.
April 2019: Nach sieben Jahren wird der 47-J├Ąhrige in der Botschaft in London doch noch festgenommen. Mit seinem wei├čen Rauschebart sieht er deutlich ├Ąlter aus als er ist. Die USA wollen nun eine Auslieferung.
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Die Aufhebung des Asyls f├╝r Assange in der Londoner Botschaft Ecuadors begr├╝ndete Moreno mit wiederholtem Fehlverhalten des Wikileaks-Gr├╝nders. Der 47-J├Ąhrige habe unter anderem gegen die beim Asyl ├╝bliche Auflage versto├čen, sich nicht in innere Angelegenheiten anderer Staaten einzumischen. So seien zuletzt von Wikileaks im Januar Dokumente aus dem Vatikan ver├Âffentlicht worden ÔÇô und Assange habe zuvor Kontakt zu wichtigen Mitgliedern der Enth├╝llungs-Plattform gehabt.

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Unangemessener Umgang mit Personal

Assange sei au├čerdem im t├Ąglichen Umgang "unh├Âflich und aggressiv" gewesen, au├čerdem h├Ątten er und Wikileaks Drohungen gegen Ecuador ausgesprochen. "Die Geduld Ecuadors mit Herrn Assange hat ihre Grenze erreicht", sagte Moreno. Der Wikileaks-Gr├╝nder habe unerlaubte technische Ausr├╝stung installiert, ├ťberwachungskameras blockiert, Wachleute angegriffen, sich unerlaubt Zugang zu Sicherheits-Daten der Botschaft verschafft, z├Ąhlte der ecuadorianische Pr├Ąsident auf. Auch habe Assange den ihm angebotenen Internet-Zugang abgelehnt, w├Ąhrend er beklagt habe, von seinen Gastgebern vom Netz abgeschnitten worden zu sein.

Assange hatte seit Juni 2012 in der ecuadorianischen Botschaft in London gelebt. In den USA werde Assange beschuldigt, der Whistleblowerin Chelsea Manning dabei geholfen zu haben, ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken, hie├č es in einer Mitteilung des Justizministeriums. Im Fall einer Verurteilung nach diesen Vorw├╝rfen droht Assange eine maximale Haftstrafe von f├╝nf Jahren.

Diese Anklage k├Ânnte den Weg f├╝r eine Auslieferung an die USA freimachen. Denn die britische Regierung betonte, Assange werde nicht ausgeliefert, wenn ihm die Todesstrafe drohe.

Assange-Mitarbeiter in Ecuador festgenommen

In Ecuador ist unterdessen ein Mitarbeiter von Wikileaks-Gr├╝nder Julian Assange festgenommen worden. Innenministerin Mar├şa Paula Romo sagte am Donnerstag, die Festnahme sei erfolgt, als der "sehr enge" Mitarbeiter Assanges nach Japan habe reisen wollen. Angaben zur Identit├Ąt des Festgenommenen machte die Ministerin nicht. Sie hatte ihn vorher mit Versuchen in Verbindung gebracht, die Regierung von Pr├Ąsident Len├şn Moreno zu destabilisieren.

Angst vor Auslieferung an die USA

Die Gefahr einer Auslieferung an die USA ist genau das, was Assange veranlasste, 2012 in die Botschaft zu fl├╝chten und dort so lange auszuharren. Es k├Ânnte auch wichtig werden, dass es bei der US-Anklage um Hilfe beim Eindringen in ein Netzwerk und nicht um die Ver├Âffentlichung geheimer Informationen geht. Assange bezeichnet sich selbst als Journalist und beansprucht deshalb die f├╝r Medien ├╝blichen Schutzklauseln, was die Geheimhaltung von Quellen und die Ver├Âffentlichung vertraulicher Informationen betrifft.

Wikileaks warf Ecuador vor, mit der Aufhebung des Asyls internationales Recht zu brechen. Die Plattform trat zun├Ąchst in Erscheinung mit der Ver├Âffentlichung der geheimen US-Dateien. Zuletzt stand die Plattform aber vor allem im Fokus von US-Ermittlungen, weil die Enth├╝llungswebsite im Pr├Ąsidentschaftswahlkampf 2016 gestohlene E-Mails der demokratischen Partei ver├Âffentlichte.

US-Beh├Ârden gehen davon aus, dass die E-Mails von russischen Hackern heruntergeladen und Wikileaks zugespielt wurden. Diesen Aspekt hat auch FBI-Sonderermittler Robert Mueller in seinem Abschlussbericht ├╝ber die vermutete russische Einmischung bei der von Donald Trump gewonnenen Pr├Ąsidentenwahl festgehalten.

Eventuell liegt bereits eine bislang geheime Anklage vor

Kritiker werfen Assange vor, er sei ein Selbstdarsteller, der Menschenleben gef├Ąhrdet habe. Seine Anh├Ąnger sehen in ihm dagegen einen Aufkl├Ąrer.

Das Interesse der US-Justiz wurde im vergangenen November bekannt, als Assanges Name versehentlich in einem US-Gerichtsdokument auftauchte. Die Passage legte nahe, dass es bereits eine Anklage gibt, sie aber unter Verschluss gehalten wird. Die jetzt ver├Âffentlichte Anklageschrift tr├Ągt das Datum 6. M├Ąrz 2018.

Manning hatte Wikileaks im Jahr 2010 ÔÇô damals noch als Bradley Manning ÔÇô hunderttausende geheime Milit├Ąrdokumente zukommen lassen. Sie wurde zu 35 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt und von US-Pr├Ąsident Barack Obama kurz vor Ende seiner Amtszeit begnadigt.

Trump: "Ich wei├č nichts ├╝ber Wikileaks"

US-Pr├Ąsident Donald Trump erkl├Ąrte nach Assanges Verhaftung, dass er mit der Enth├╝llungsplattform nicht vertraut sei. "Ich wei├č nichts ├╝ber Wikileaks. Das ist nicht meine Angelegenheit", sagte Trump am Donnerstag im Wei├čen Haus in Washington auf Fragen von Journalisten.

Er habe geh├Ârt, was mit Assange passiert sei, und es sei nun an US-Justizminister William Barr, eine Festlegung zu treffen. Auf Nachfragen erkl├Ąrte Trump, er habe zu dem Fall keine Meinung. W├Ąhrend des Pr├Ąsidentschaftswahlkampfes 2016 hatte der Republikaner Wikileaks gelobt und erkl├Ąrt, er liebe die Organisation.

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Kreml hofft auf die Wahrung der Rechte von Assange

Whistleblower Edward Snowden, der im russischen Exil lebt, schrieb auf Twitter: "Assanges Kritiker m├Âgen jubeln, aber das ist ein dunkler Moment f├╝r die Pressefreiheit." Das russische Au├čenministerium kritisierte die Festnahme. Der Kreml teilte mit, er hoffe, dass die Rechte Assanges respektiert w├╝rden. US-Schauspielerin Pamela Anderson, die den 47-j├Ąhrigen mehrfach in der Botschaft besucht hatte, schrieb: "Ich bin schockiert." Sie warf den Briten vor, sie br├Ąuchten eine Ablenkung vom "idiotischen Brexit-Mist".

Ecuadors Pr├Ąsident Moreno dagegen betonte, Asyl zu gew├Ąhren oder zu entziehen sei Recht des Staats. Er warf Assange die Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten sowie unh├Âfliches und aggressives Verhalten vor.

Ermittlungen wegen Vergewaltigung wurden eingestellt

"Julian Assange ist kein Held und niemand steht ├╝ber dem Gesetz", schrieb der britische Au├čenminister Jeremy Hunt auf Twitter. "Er hat sich jahrelang vor der Wahrheit versteckt." Die zus├Ątzlichen Polizeiwachen vor der Botschaft hatten die britischen Steuerzahlen ├╝ber die vergangenen Jahre Millionen gekostet.

Als Assange in die diplomatische Vertretung fl├╝chtete, lag gegen ihn ein europ├Ąischer Haftbefehl wegen Vergewaltigungs-Vorw├╝rfen in Schweden vor. Er bef├╝rchtete, zun├Ąchst nach Skandinavien und schlie├člich an die USA ausgeliefert zu werden. Im Mai 2017 stellte die Staatsanwaltschaft in Schweden jedoch ihre Ermittlungen ein.


Damit war Assange allerdings noch kein freier Mann, denn er hatte mit der Flucht in die Botschaft gegen britische Kautionsauflagen versto├čen. Scotland Yard k├╝ndigte an, den Enth├╝llungsaktivisten festzunehmen, sobald er die Botschaft verlasse. Ein Versuch der Anw├Ąlte Assanges, den Haftbefehl von einem Gericht f├╝r ung├╝ltig erkl├Ąren zu lassen, scheiterte.

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