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Nach Streit mit den USA: Russland bietet der Türkei Kampfjets an

Nach Streit mit den USA  

Russland bietet der Türkei Kampfflugzeuge an

17.07.2019, 18:35 Uhr | dpa, pdi, AFP

 (Quelle: t-online.de)
Erste russische Luftabwehr-Raketen in Türkei angekommen

Die ersten Teile des umstrittenen russischen Raketenabwehrsystems S-400 sind in der Türkei angekommen. (Quelle: t-online.de)

In Ankara: Die ersten russischen Luftabwehr-Raketen waren zuletzt in der Türkei angekommen. (Quelle: t-online.de)


Die Türkei hat das russische S-400-Flugabwehrsystem gekauft, zum Ärger der USA. Trump möchte Ankara nun keine F-35-Kampfjets mehr verkaufen. Auch hier wittert Russland ein gutes Geschäft.

Nach der Lieferung des Luftabwehrsystems S-400 an die Türkei ist Russland auch zum Verkauf seiner Kampfflugzeuge an das Nato-Land bereit. "Aber warum denn nicht? Einen Präzedenzfall gibt es ja schon", sagte der russische Vize-Regierungschef Juri Borissow der Agentur Interfax. Er lobte, dass die Türkei trotz aller Drohungen der USA beim S-400-Kauf standhaft geblieben sei.

Russland hatte diesen "Präzedenzfall", mit seinen Rüstungsgeschäften auf Nato-Gebiet vorzudringen, als großen Erfolg gefeiert. Borissow reagierte damit auch auf Berichte, nach denen die Türkei wegen der Anschaffung der russischen Raketenabwehr nun von den USA nicht die Kampfjets des Typs F-35 erhalten wird.

Zugleich warf Borissow den USA vor, auch Indien vom Kauf des S-400-Systems abbringen zu wollen. Russland bietet seine Rüstungsgüter international als Alternative zu den US-Waffen an. Das S-400 konkurriert mit dem amerikanischen Patriot-System.

Die Türken müssen den Umgang mit den Systemen noch lernen

Nach Darstellung des russischen Politikers laufen die am Freitag gestarteten Lieferungen der S-400-Anlagen an die Türkei nach Plan. Russische Experten schulen demnach ihre türkischen Kollegen im Umgang mit dem Luftabwehrsystem.

Der Kauf des russischen Systems sorgt seit Monaten für Streit zwischen den USA und der Türkei. Washington befürchtet, dass Moskau über das Radar des Waffensystems an Daten über die Fähigkeiten der neuen US-Kampfjets F-35 gelangt. Das Pentagon droht damit, die Türkei Ende Juli aus dem F-35-Programm zu werfen.

Ein US-Kampfjet des Typs F-35: Die USA befürchten, dass Russland über das Radar der S-400-Anlagen an Informationen über die Jets kommen könnte. (Symbolbild) (Quelle: HBLnetwork)Ein US-Kampfjet des Typs F-35: Die USA befürchten, dass Russland über das Radar der S-400-Anlagen an Informationen über die Jets kommen könnte. (Symbolbild) (Quelle: HBLnetwork)

Die Türkei ist Partner beim Bau der F-35. US-Präsident Donald Trump sagte bei der Kabinettssitzung, es sei der Türkei nun verwehrt, über 100 Kampfjets zu kaufen, worüber der Rüstungskonzern Lockheed Martin "nicht gerade glücklich" sei. "Wir haben eine Situation, in der die Türkei sehr gut zu uns war, sehr gut, und wir sagen der Türkei jetzt, dass sie, weil sie gezwungen wurden, ein anderes Raketensystem zu kaufen, wir ihnen die F-35-Kampfjets nicht verkaufen."

Drohungen aus den USA

Seine Regierung hatte in den vergangenen Wochen auch mit Sanktionen gedroht. Eine Sprecherin des Außenministeriums sagte am Dienstag (Ortszeit), Trump und Außenminister Mike Pompeo prüften derzeit noch die verschiedenen Optionen. Sanktionen seien in Arbeit. Die US-Regierung werde öffentlich dazu Stellung nehmen, sobald die Überlegungen abgeschlossen seien.

Die Auslieferung der S-400 von Russland an die Türkei hatte am Freitag begonnen. Inzwischen ist nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Ankara das zwölfte Flugzeug mit russischen Raketenteilen auf dem Luftwaffenstützpunkt Mürted (früher Akinci) bei Ankara gelandet.


Die Türkei hatte in der vergangenen Woche erklärt, man überlege, auch das amerikanische Patriot-System zu kaufen. Bisher hatte die Regierung in Ankara argumentiert, das Angebot der USA sei nicht so gut wie das russische. Sie gab auch an, dass man sich in früheren Jahren mehrfach um Patriots beworben habe, ohne sie zu bekommen. Das stimmt allerdings nicht ganz. Die Regierung des demokratischen Präsidenten Barack Obama war bereit, die Raketenabwehr an die Türkei zu verkaufen.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa

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