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Iran: Diesen beiden jungen Menschen droht akut die Hinrichtung


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Diesen beiden jungen Iranern droht jetzt die Hinrichtung

Von dpa, afp, t-online
Aktualisiert am 09.01.2023Lesedauer: 3 Min.
Mohammed Ghobadlou (l) und Mohammed Broghani (r): Diese beiden Iraner könnte das Regime schon bald töten lassen.
Mohammed Ghobadlou (l) und Mohammed Broghani (r): Vor einem Gefängnis versammelten sich Menschenmengen, um gegen die Hinrichtung zu protestieren. (Quelle: twitter.com)
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Am Wochenende sorgten zwei Hinrichtungen im Iran weltweit für Entsetzen. Jetzt könnten die nächsten beiden kurz bevorstehen.

Im Iran haben nach Angaben von Aktivisten zahlreiche Menschen gegen die bevorstehende Hinrichtung zweier junger Demonstranten protestiert. Prominente Aktivisten und Nutzer in den sozialen Medien berichteten in der Nacht zum Montag von Menschenmengen, die sich vor einem Gefängnis nahe der Hauptstadt Teheran versammelten.

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Auch Angehörige eilten demnach zur berüchtigten Gohardascht-Haftanstalt in Karadsch, um gegen die geplante Hinrichtung der beiden Verurteilten Mohammed Ghobadlou und Mohammed Broghani zu demonstrieren. Zuvor hatten Nutzer in Online-Medien gemeldet, dass deren Exekution unmittelbar bevorstehe.

Diesen Menschen droht die Hinrichtung

Nach Recherchen der "New York Times" ist Mohammed Broghani 19 Jahre alt. Er wurde in Karadsch festgenommen. Die iranische Justiz hatte ihn zum Tode verurteilt, weil er ein Regierungsgebäude in Brand gesteckt und einen sogenannten Sicherheitsbeamten verletzt haben soll. Das Gericht bezeichnete ihn dem Bericht zufolge als einen der "Anführer" der Proteste. Er selbst habe gesagt: "Ich bin wegen einer Instagram-Story meines Freundes auf die Straße gegangen. Ich habe keine Ahnung von Politik."

Die ersten Hinrichtungen: Zwei Männer wurden nun zum Opfer des Mullah-Regimes. (Quelle: Reuters)

Mohammed Ghobadlou (22) ist Friseur und wurde in Teheran kurz nach Ausbruch der Proteste Ende September festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, einen Polizisten überfahren zu haben. Der "New York Times" zufolge stützte das iranische Gericht diese Beschuldigung auf ein Geständnis, das laut Amnesty unter Folter erzwungen wurde.

Regime verhängt drei weitere Todesurteile

Inzwischen hat ein iranisches Gericht noch drei weitere Todesurteile verhängt. Saleh Mirhaschemi, Madschid Kasemi und Sajed Jaghubi seien schuldig gesprochen worden, für den Tod von drei sogenannten Sicherheitskräften bei einer Demonstration am 16. November in der Provinz Isfahan mitverantwortlich zu sein, teilte die Nachrichtenwebsite der iranischen Justizbehörden, Misan, am Montag mit.

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Nach Angaben von Misan wurden sie in erster Instanz wegen "Krieges gegen Gott" zum Tode verurteilt. Zwei weitere Angeklagte erhielten Haftstrafen, darunter der 26-jährige Fußballer Amir Nasr-Asadani. Er wurde zu insgesamt 26 Jahren Gefängnis verurteilt. Gegen alle Urteile kann laut Misan noch vor dem Obersten Gerichtshof Berufung eingelegt werden.

Bundesregierung fordert Ende der Todesstrafe

Die deutsche Bundesregierung hat die Regierung in Teheran "erneut und eindringlich" dazu aufgerufen, keine weiteren Todesurteile zu vollstrecken und die Todesstrafe unverzüglich abzuschaffen. "Die Bundesregierung verurteilt auf das Schärfste, dass das iranische Regime weiter auf die Todesstrafe setzt als Mittel der Unterdrückung", sagte Regierungssprecher Steffen Hebestreit am Montag in Berlin. Man werde gemeinsam mit den Bündnispartnern den Druck auf den Iran weiter erhöhen.

Auf die Hinrichtung zweier junger Männer habe die Regierung "mit Entsetzen" reagiert, erklärte Hebestreit. Die iranische Justizbehörde hatte am Samstag die Hinrichtung von Mohammed-Mehdi Karami (22) und Sejed-Mohammed Hosseini (39) bekannt gegeben. Sie wurden ebenfalls für den Tod eines sogenannten Sicherheitsbeamten bei Protesten im November verantwortlich gemacht. Mehr zu den jüngsten Opfern des Regimes lesen Sie hier. Im Zusammenhang mit den systemkritischen Demonstrationen waren auch im Dezember Todesurteile gegen zwei Männer vollstreckt worden: gegen den Rap-Musiker Mohsen Shekari und Madschid-Resa Rahnaward.

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Die Hinrichtungen sorgten international für Entsetzen und Empörung. Der Westen reagierte mit weiteren Sanktionen gegen Teheran. Aktivisten gehen diese Sanktionen nicht weit genug – und auch unter Politikern werden die Forderungen lauter, das iranische Regime auf die EU-Terrorliste zu setzen.

Menschenrechtler verweisen auf Dunkelziffer

Die Zahl der offiziell hingerichteten Demonstranten im Zuge der seit über drei Monaten andauernden systemkritischen Proteste stieg mit den Hinrichtungen am Samstag auf vier. Nach Angaben der in den USA ansässigen Organisation Human Rights Activists News Agency (HRANA) könnte die Zahl allerdings noch deutlich höher sein. So seien 2022 nur rund ein Drittel der Hinrichtungen durch das islamische Regime offiziell angekündigt worden.

Der Organisation zufolge sind bei den Protesten bereits mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen 70 Minderjährige sowie knapp 70 Polizei- und sogenannte Sicherheitskräfte. Mehr als 19.000 Demonstranten seien verhaftet worden.

Auslöser der landesweiten Proteste im Iran war der Tod von Jina Mahsa Amini am 16. September 2022 in Polizeigewahrsam. Die iranische Kurdin war von der sogenannten Sittenpolizei wegen Verstoßes gegen die im Iran geltenden islamischen Kleidungsvorschriften festgenommen worden.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagenturen dpa und AFP
  • Angaben der Organisation HRANA
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