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Nemzow-Mord: Ermittler finden mögliches Fluchtauto

Spur nach Inguschetien  

Mögliches Fluchtauto nach Nemzow-Mord gefunden

28.02.2015, 16:24 Uhr | dpa, AFP

Nemzow-Mord: Ermittler finden mögliches Fluchtauto. Ermittler haben das mögliche Fluchtauto nach dem Mord an dem russischen Oppositionellen Boris Nemzow gesichert. (Quelle: AFP)

Ermittler haben das mögliche Fluchtauto nach dem Mord an dem russischen Oppositionellen Boris Nemzow gesichert. (Quelle: AFP)

Nach dem Mord an dem russischen Oppositionsführer Boris Nemzow haben Ermittler Fernsehberichten zufolge möglicherweise das Fluchtauto der Täter gefunden. Der TV-Sender Rossija 24 zeigte das weiße Fahrzeug mit einem Nummernschild der russischen Teilrepublik Inguschetien, die im islamisch geprägten Konfliktgebiet Nordkaukasus liegt. Von den Tätern fehlte demnach allerdings jede Spur.

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Nemzow war in der Nacht zum Samstag mit einer Makarow-Pistole hinterrücks auf einer Straße in der Nähe des Kreml erschossen worden. Ermittler hatten zuletzt auch einen islamistischen Hintergrund als einen von mehreren Ermittlungsansätzen nicht ausgeschlossen.

Drohungen wegen Solidarität mit "Charlie Hebdo"

Nach Darstellung der obersten Ermittlungsbehörde in Moskau hatte es gegen Nemzow Drohungen gegeben, nachdem der Politiker sich im Zuge des Anschlags auf das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo" solidarisch mit den Franzosen gezeigt hatte.

Nach einer großen Trauerkundgebung im Zentrum von Moskau an diesem Sonntag soll der Sarg mit dem Leichnam des Politikers im Sacharow-Menschenrechtszentrum aufgebahrt werden. Dort sollen die Menschen nach russisch-orthodoxem Brauch am Dienstag Abschied nehmen können von dem früheren Vize-Regierungschef. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Prominentenfriedhof Trojekurowo geplant.

Neben den Hinweisen auf einen islamistischen Hintergrund gehen die Ermittler auch einer möglichen ukrainischen Spur nach. Nemzow galt als glühender Unterstützer der prowestlichen Führung in Kiew. Die Fahnder halten es für möglich, dass außer Kontrolle geratene Kräfte in der Ukraine für den Auftragsmord verantwortlich sein könnten.

Putin schickt Beileidstelegramm

Kremlchef Wladimir Putin würdigte unterdessen Nemzow Verdienste und sicherte zu, sich vehement für die Aufklärung des Verbrechens einsetzen zu wollen. "Es wird alles getan, damit die Organisatoren und Täter dieses hässlichen und zynischen Mordes ihrer verdienten Strafe zugeführt werden", versprach Putin in einem Beileidstelegramm an die Mutter von Nemzow.

Mittlerweile sind auch weitere Details zum Tathergang bekannt: Es sei "offensichtlich", dass die "Organisatoren und Ausführenden des Verbrechens" wussten, welchen Weg Nemzow nehmen würde, heißt es in einer Erklärung der Ermittler.

Nemzow war mit seiner "weiblichen Begleitung" auf dem Nachhauseweg zu seiner nahe gelegenen Wohnung. Das Paar befand sich auf der Moskwa-Brücke, die sich unmittelbar am Kreml befindet, als der Mordanschlag verübt wurde. Nemzow, dem viermal in den Rücken geschossen wurde, starb am Tatort.

Tödliche Schüsse aus einem Fahrzeug

Den Ermittlern zufolge wurde aus einem Auto heraus mit einer Pistole vom Typ Makarow, wie sie vom russischen Militär und der Polizei verwendet wird, auf Nemzow gefeuert. Dabei wurden Patronen unterschiedlicher Hersteller verwendet, was die Fahndungsarbeit erschwere. Es werden nun die Aufnahmen der Videoüberwachung gesichtet sowie die Telefonverbindungen im Umfeld des Tatorts rekonstruiert.

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