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Machtausübung: Trump droht Nordkorea mit militärischer Gewalt

Neue Eskalation im Nordkorea-Konflikt  

Trump droht Nordkorea mit "Feuer, Wut und Macht"

09.08.2017, 22:18 Uhr | dpa, jmt, pdi

Machtausübung: Trump droht Nordkorea mit militärischer Gewalt. US-Präsident Donald Trump spricht in Bedminster (USA) bei einem Briefing über Opioid-Missbrauch über den Streit mit Nordkorea. Neben ihm sitzt First Lady Melania Trump. (Quelle: dpa)

US-Präsident Donald Trump spricht in Bedminster (USA) bei einem Briefing über Opioid-Missbrauch über den Streit mit Nordkorea. Neben ihm sitzt First Lady Melania Trump. (Quelle: dpa)

US-Präsident Donald Trump hat im Streit mit Nordkorea der Führung in Pjöngjang militärische Gewalt angedroht. Wenn Nordkorea seine Drohungen fortsetze, werde diesen "begegnet mit Feuer, Wut und Macht, wie die Welt es so noch nicht gesehen hat".

Nordkorea ist nach neuen Erkenntnissen der USA und Japans in der Lage, seine Raketen mit Miniatur-Atomsprengköpfen zu bestücken. Damit hat Nordkoreas Atom- und Raketenprogramm erhebliche Fortschritte gemacht. Zuerst berichtete darüber am Dienstag die "Washington Post" unter Berufung auf vertrauliche Erkenntnisse des Geheimdienstes DIA.

Die Interkontinentalraketen könnten nun mit Miniatur-Atomsprengköpfen bestückt werden. Das wäre eine neue Stufe der Bedrohung und ein großer Schritt auf dem Weg zur vollwertigen Atommacht. Ein in Tokio veröffentlichtes Weißbuch des japanischen Verteidigungsministeriums kommt zu dem gleichen Schluss. 

Sollte die Erkenntnisse stimmen, könne es die Führung in Pjöngjang "zu selbstsicher" machen und zu riskanten militärischen Provokationen verleiten, hieß es in Japan. In dem knapp 570 Seiten langen Bericht wird auch auf zwei Atomtests und 20 weitere Tests mit ballistischen Raketen im Vorjahr verwiesen.

Pjöngjang hat zudem auf die neuen UN-Sanktionen reagiert, indem es mit Vergeltung drohte. Der Konflikt mit dem kommunistisch regierten Land gilt als der derzeit gefährlichste der Welt. Japan und Südkorea sind Verbündete der USA, dem Erzfeind der Führung in Pjöngjang. Beide Länder fühlen sich durch das Atom- und Raketenprogramm Nordkoreas zunehmend bedroht.

Trotz aller Verbote des UN-Sicherheitsrates sowie aller Warnungen hatte Nordkorea am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10.000 Kilometern. Nach Einschätzung amerikanischer Experten wäre eine solche Rakete in der Lage, auch Städte wie Los Angeles oder Chicago zu erreichen.

Eine ballistische Rakete wird  in Pjöngjang, Nordkorea, auf dem "Kim Il Sung"-Platz während einer Militärparade präsentiert. (Quelle: dpa)Eine ballistische Rakete wird in Pjöngjang, Nordkorea, auf dem "Kim Il Sung"-Platz während einer Militärparade präsentiert. (Quelle: dpa)

Nach Einschätzung der USA verfügt Nordkorea über das Potenzial für bis zu 60 Atomwaffen. Unabhängige Experten wie der ehemalige Direktor des US-Atomlabors in Los Alamos, Siegfried Hecker, sprechen von 20-25 Bomben. Die "Washington Post" zitiert Hecker mit der Ansicht, man solle die von Nordkorea ausgehende Gefahr nicht übertreiben.

Japans neuer Verteidigungsminister, Itsunori Onodera, hatte am Freitag gefordert, die Angriffskapazitäten seines Landes zu stärken. Kritiker befürchten, dass Japans pazifistische Verfassung verletzt werden könnte. Artikel 9 verbietet die Anwendung von Gewalt zur Beilegung internationaler Streitigkeiten.

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