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Libyen: Die Gewalt flammt südlich von Tripolis wieder auf


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Die Gewalt in Libyen flammt wieder auf

Von afp
05.04.2019Lesedauer: 2 Min.
General Chalifa Haftar: Die Truppen des abtrünnigen Generals liefern sich schwere Schlachten mit Regierungstruppen.
General Chalifa Haftar: Die Truppen des abtrünnigen Generals liefern sich schwere Schlachten mit Regierungstruppen. (Quelle: Mohammed Elshaiky/EPA/dpa-bilder)
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In Libyen droht die Eskalation: Der Miliz-Chef Haftar liefert sich weitere Gefechte mit Regierungstruppen. Die Weltgemeinschaft ist besorgt.

Trotz der Vermittlungsbemühungen von UN-Generalsekretär Antonio Guterres im Libyen-Konflikt haben sich regierungstreue Milizen erneut schwere Gefechte mit Truppen des abtrünnigen Generals Chalifa Haftar geliefert. Die Kämpfe flammten nach Angaben beider Seiten am Freitag nach einer kurzen Pause weniger als 50 Kilometer von Tripolis wieder auf.

Guterres zeigte sich nach Gesprächen mit Haftar und Regierungsvertretern "zutiefst beunruhigt und mit schwerem Herzen". Die Bundesregierung warnte vor einer militärischen Eskalation.

Marsch auf Tripolis

Haftar hatte seinen Truppen am Donnerstag befohlen, auf Tripolis vorzurücken. Vorübergehend war der Vormarsch offenbar gestoppt worden. Eine regierungstreue Miliz aus der Stadt Sawija hatte Haftars Einheiten in der Nacht zum Freitag nach einem kurzen Feuergefecht von einem wichtigen Kontrollpunkt westlich von Tripolis zurückgedrängt, verlautete aus Sicherheitskreisen in Tripolis.

Die Straßensperre liegt nur 27 Kilometer vor Tripolis, wo die international anerkannte Einheitsregierung ihren Sitz hat. Die Einheiten von Haftars Libyscher Nationaler Armee (LNA) hatten am Donnerstag an dem Checkpoint mit mindestens 15 Pickups mit Luftabwehrgeschützen und Dutzenden Männern in Militäruniformen Stellung bezogen.

UN-Generalsekretär Guterres kam am Freitag in Bengasi mit Haftar zu Gesprächen zusammen. Ein Vertreter der LNA bestätigte das Treffen, machte aber keine Angaben zum Inhalt des Gesprächs. Am Donnerstag hatte sich Guterres bereits in Tripolis mit Regierungschef Fajes al-Sarradsch und weiteren Vertretern der libyschen Einheitsregierung getroffen.

UN-Sicherheitsrat tagt hinter verschlossenen Türen

Trotz der jüngsten Entwicklungen gab Guterres vor seiner Abreise die Hoffnung auf eine Deeskalation nicht ganz auf. Es sei weiterhin möglich, "eine blutige Konfrontation in Tripolis und der Umgebung zu verhindern", sagte er. Der UN-Sicherheitsrat in New York wollte am Freitag hinter verschlossenen Türen über die Lage in dem nordafrikanischen Krisenstaat diskutieren.

Das Auswärtige Amt in Berlin drückte seine große Sorge über die Entwicklungen in Libyen aus. Bundesaußenminister Heiko Maas warnte bei Twitter vor einer weiteren militärischen Eskalation. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin, Deutschland "fordert die Verantwortlichen auf, militärische Operationen sofort zu stoppen".

Der starke Mann im Osten Libyens

Haftar ist der starke Mann im Osten Libyens und unterstützt mit seinen Truppen eine dort angesiedelte Gegenregierung zu der von Fajes al-Sarradsch geführten Einheitsregierung.

Eigentlich ist für Mitte April in der libyschen Oasenstadt Gadames eine Konferenz unter Vermittlung der UNO geplant, bei der nach einer politischen Lösung für das Krisenland gesucht werden soll. Der libysche Analyst Emad Badi sagte, mit dem Vormarsch seiner Truppen wolle Haftar womöglich seine Verhandlungsposition stärken.


Seit dem Sturz des Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht in dem nordafrikanischen Land Chaos. Die Regierung in Tripolis ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Zahlreiche Milizen haben sich im Land ausgebreitet und sind auf verschiedene Weise mit der Einheitsregierung in Tripolis oder der Gegenregierung im Osten verbündet.

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Verwendete Quellen
  • Nachrichtenagentur AFP
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