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Israel: Raketen auf Israel aus Gaza – mehrere Tote nach Gegenschlag

Nach Angriff auf Dschihadisten-Führer  

Raketen auf Israel aus Gaza – Tote nach Gegenschlag

13.11.2019, 00:13 Uhr | AFP , dpa , ds, aj

Israels Streitkräfte melden Tötung von Anführer des Islamischen Dschihad

Israels Streitkräfte melden die Tötung des Anführers des Islamischen Dschihad bei Gaza-Angriff. Nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums ist bei der Explosion des Hauses ebenfalls eine Frau ums Leben gekommen, zwei weitere Personen wurden verletzt. (Quelle: Reuters)

Gaza-Angriff: Die israelischen Streitkräfte melden die Tötung des Anführers des Islamischen Dschihads. (Quelle: Reuters)


Israel hat einen Dschihadisten-Führer getötet – und damit eine erneute Eskalation heraufbeschwört. Israels Armee meldete 190 Raketenangriffe. Bei einem Gegenschlag starben mehrere Menschen im Gazastreifen.

Die Tötung eines Anführers der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad durch die israelische Armee hat zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und den radikalislamischen Kräften im Gazastreifen geführt. Ein Armeesprecher sagte am Dienstag, es gebe "erheblichen" Raketenbeschuss auf Israel aus dem Gazastreifen. Israel reagierte darauf mit Gegenangriffen. Dabei wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums im Gazastreifen bislang acht Menschen getötet und Dutzende verletzt.

"Tickende Zeitbombe"

Wenige Stunden vor dem Raketenbeschuss hatte die israelische Armee einen Angriff auf das Haus eines Anführers des Islamischen Dschihad im Gazastreifen bekannt gegeben. Nach Angaben der Palästinensermiliz wurden dabei der Anführer Baha Abu Al-Ata sowie dessen Ehefrau getötet.

"Abu Al Ata war verantwortlich für die meisten Aktivitäten des palästinensischen Islamischen Dschihad im Gazastreifen und war eine tickende Zeitbombe", teilte die Armee mit. "Er hat Terrorattacken angeführt und sich persönlich an ihnen beteiligt sowie an Versuchen, israelischen Zivilisten und Soldaten Leid zuzufügen durch Raketenbeschuss, Scharfschützenfeuer, das Senden von Drohnen und mehr." Der Angriff auf das Haus Atas sei von seinem Sicherheitskabinett genehmigt und unter Beteiligung des israelischen Inlandsgeheimdienstes Shin Bet ausgeführt worden.

Die militante Palästinenserorganisation bestätigte den Tod ihres Anführers und seiner Frau. "Israel hat alle roten Linien überschritten", hieß es in der Stellungnahme. Laut Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza wurden zwei weitere Personen verletzt.

Knapp 200 Raketen auf Israel abgefeuert

Aus dem Gazastreifen gab es daraufhin eine Reihe von Raketenangriffen auf Israel. Der israelischen Armee zufolge wurden rund 190 Raketen auf Israel abgefeuert, Dutzende seien vom Luftverteidigungssystem abgefangen worden. Im Süden Israels schlugen mehrere Geschosse ein: Mindestens ein Wohnhaus wurde getroffen, außerdem schlug eine Rakete auf einer Fernstraße ein und verpasste dabei nur knapp darauf fahrende Autos. Rettungskräfte behandelten 46 Menschen, viele davon wegen "Stresssymptomen". Armeesprecher Jonathan Conricus sagte, die Armee stelle sich auf mehrtägige Auseinandersetzungen ein.

In Tel Aviv und zahlreichen weiteren Städten wurde Raketenalarm ausgelöst. Schulen und Universitäten blieben geschlossen. Die Armee ordnete an, dass "verzichtbare" Angestellte in mehreren Teilen des Landes zu Hause bleiben sollten.

Israel griff seinerseits eine Reihe von Zielen im Gazastreifen an. Nach dem Anführer Ata und seiner Frau wurden dabei nach palästinensischen Angaben acht weitere Palästinenser getötet und mehr als 40 verletzt.

Syrische Staatsmedien berichteten derweil, bei einem israelischen Luftangriff in Damaskus seien der Sohn des hochrangigen Islamischer-Dschihad-Vertreters Akram Adschuri und ein weiterer Mensch getötet worden. Die israelische Armee wollte diesen Bericht nicht kommentieren.

Anschläge sollen bevorgestanden haben

Vor dem Eingreifen des israelischen Militärs hätten die Al-Kuds-Brigaden, denen al Ata vorstand, weitere Vorbereitungen für unmittelbar bevorstehende Terroranschläge auf israelische Zivilisten und Soldaten vorangetrieben, teilte die Armee mit. Abu Al Ata habe unter anderem "Terrorsquads" für das Eindringen nach Israel trainiert. 

Nach Medienberichten wurde wegen der Sorge vor Angriffen des Islamischen Dschihad auf israelische Grenzorte am Dienstag teilweise der Zugverkehr eingestellt. Schulen blieben geschlossen. Nach Angaben der Armee heulten am Morgen Sirenen unter anderem in Aschkelon. 

Hamas wird als Terrororganisation eingestuft

Israel hatte während des Sechstagekriegs 1967 unter anderem das Westjordanland und den Gazastreifen erobert. Es hat aufgrund andauernder Terroranschläge vor zwölf Jahren eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die von Ägypten mitgetragen wird. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas wird von der Europäischen Union, Israel und den USA als Terrororganisation eingestuft. Sie hat sich die Zerstörung Israels auf die Fahnen geschrieben. Der Islamische Dschihad ist die zweitmächtigste Miliz im Gazastreifen nach der Hamas. Beide Gruppen sind miteinander verbündet. 


Die Bundesregierung zeigte sich besorgt über die Lage im Süden Israels sowie im Gazastreifen und verurteilte den Raketenbeschuss. "Es gibt keine Rechtfertigung für Gewalt gegen unschuldige Zivilisten", erklärte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin. Die EU rief beide Seiten zu einer "prompten und vollständigen Deeskalation" auf. Der Raketenbeschuss müsse "sofort" aufhören, erklärte eine Sprecherin der EU-Außenbeauftragten Federica Mogherini.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagentur dpa, AFP

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