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Evakuierung aus Afghanistan: Letzter Bundeswehr-Rettungsflug schon am Donnerstag

Evakuierung aus Afghanistan  

Bundeswehr beendet Rettungsflüge wohl am Donnerstag

26.08.2021, 08:40 Uhr | AFP, dpa, t-online

Einblick in deutsche Luftbrücke: Pilot filmt gefährlichen Anflug auf Kabul

Die deutsche Luftbrücke besteht offenbar nur noch wenige Tage. 4.650 Menschen hat die Bundeswehr so mittlerweile aus Kabul ausgeflogen. Dabei sind besondere Schachzüge notwendig, wie ein Video zeigt. (Quelle: t-online)

Einblick in deutsche Luftbrücke: Ein Bundeswehr-Pilot zeigt den gefährlichen Anflug auf Kabul. (Quelle: t-online)


In Afghanistan warten noch Tausende auf Rettung. Die Bundeswehr wird ihre Luftbrücke aber schon an diesem Donnerstag beenden. Offenbar sind nur noch wenige Fluge vorgesehen.

Angesichts des bevorstehenden vollständigen US-Abzugs aus Afghanistan soll die Bundeswehr-Luftbrücke zur Rettung Schutzbedürftiger aus dem Land bereits am heutigen Donnerstag zu Ende gehen. Das berichten "Spiegel" und "Bild" übereinstimmend. Grund sei die immer schlechtere Sicherheitslage am Flughafen von Kabul, heißt es beim "Spiegel". Es sei inzwischen fast unmöglich, noch weitere Schutzbedürftige zum Flughafen zu bringen.

Laut "Bild" sind insgesamt noch vier Flüge geplant, um Menschen aus der afghanischen Hauptstadt auszufliegen. Fallschirmjäger und Mitglieder des Kommandos Spezialkräfte (KSK) sollten demnach am Freitagmorgen Afghanistan als Letzte verlassen. Die USA und Großbritannien warnen vor einer "akuten Terrorgefahr" am Flughafen und riefen ihre Bürger auf, nicht zum Gelände zu kommen. Nach Aussage eines Diplomaten ist die Umgebung dennoch "unglaublich überfüllt".

Laut dem "Spiegel" mussten internationale Soldaten, darunter auch die der Bundeswehr, von den Toren abgezogen werden. Transporte von Ausreisewilligen mit Bussen aus der Stadt seien kaum noch möglich, weil die Sammelpunkte inzwischen bekannt seien und dort wütende Menschen demonstrierten.

Kramp-Karrenbauer: Zeitfenster schließt sich

Nach Worten von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer schließt sich das Zeitfenster für Evakuierungen. Auch sie sprach am Mittwochabend im ZDF-"heute journal" von einer konkreten Bedrohungslage, "mit Blick auf terroristische Anschläge auf die, die evakuiert werden sollen, aber auch auf die Soldatinnen und Soldaten".

Wie groß dieses Fenster sei, "darüber möchte ich nicht spekulieren, weil es auch die Arbeit, die immer noch unvermindert weitergeht, um so viele Menschen wie möglich auf die Flieger zu bekommen, weiter erschwert. Und die Soldaten vor Ort haben es schon mit einer sehr, sehr schweren Situation zu tun."  

Taliban sagen Ausreisemöglichkeit nach US-Truppenabzug zu

Die USA wollen ihren Truppenabzug aus Afghanistan bis kommenden Dienstag abschließen. Daher muss der Einsatz am Flughafen Kabul schon Tage vorher heruntergefahren werden – mit entsprechenden Folgen für den Flugbetrieb und Startgenehmigungen für die Maschinen anderer Länder.

Die Taliban haben  in den Verhandlungen mit der Bundesregierung zugesagt, dass Afghanen auch nach dem für den 31. August geplanten US-Truppenabzug das Land verlassen dürfen. Das twitterte der deutsche Verhandlungsführer Markus Potzel am Mittwoch nach Gesprächen mit dem Vizechef des politischen Büros der Taliban in Katar, Schir Mohammed Abbas Staneksai. Dieser habe ihm versichert, dass Afghanen mit gültigen Ausweisdokumenten nach dem 31. August weiterhin die Möglichkeit haben werden, mit kommerziellen Flügen auszureisen.

Die Taliban bestätigten das in einer Mitteilung. Allerdings haben die Afghanen bereits zuvor Zusagen gebrochen, etwa eine Generalamnestie zu erlassen. Zudem haben sie in einer anderen Mitteilung angekündigt, Afghanen eben nicht mehr zum Flughafen durchzulassen. 

Die französische Regierung wird ihre Rettungsflüge erst am Freitagnachmittag beenden. Das hatte Ministerpräsident Jean Castex im Sender RTL angekündigt. Zuvor hatte die Regierung mitgeteilt, dass die französischen Rettungsflüge am Donnerstagabend eingestellt werden, falls die USA an ihrem Abzugsdatum 31. August festhalten. Die Türkei begann nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Ankara bereits am Mittwoch mit dem Abzug ihrer Soldaten aus Afghanistan.

Verwendete Quellen:
  • Nachrichtenagenturen dpa und afp

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