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Barack Obama startet zum Abschied Medienoffensive

Ungewöhnliche Medienoffensive  

Obama nimmt Abschied mit viel Getöse

13.01.2017, 12:21 Uhr | AP

Barack Obama startet zum Abschied Medienoffensive. Barack Obama und seine Frau Michelle nach der Abschiedsrede in Chicago. (Quelle: Reuters)

Barack Obama und seine Frau Michelle nach der Abschiedsrede in Chicago. (Quelle: Reuters)

Barack Obama verlässt das Weiße Haus nicht schweigend: In einer ungewöhnlichen Medienoffensive schreit er sein Anliegen regelrecht in die amerikanische Öffentlichkeit hinaus - und kontert Donald Trump.

Offiziell hat sich der noch amtierende US-Präsident bereits mit seiner jüngsten Rede in Chicago von der Nation verabschiedet. Aber er hat noch mehr zu sagen: In seinen letzten Wochen als Präsident hat er eine Medien-Blitzkampagne gestartet. Allen größeren Fernsehgesellschaften hat er Interviews gewährt, als Höhepunkt wird am Sonntagabend ein Gespräch mit ihm in der populären CBS-Sendung "60 Minutes" ausgestrahlt.

Auch die First Lady bleibt nicht stumm

Andere zeigen Specials mit Interviews und Rückblenden, so CNN in der kommenden Woche einen zweistündigen Film mit dem Titel: "Das Ende: Ein Einblick in die letzten Tage des Weißen Hauses unter Obama". Der scheidende Präsident plauderte auch mit der Historikerin Doris Kearns Goodwin für einen Artikel in "Vanity Fair" und mit Jann Wenner für eine "Rolling Stone"-Titelgeschichte. Auch First Lady Michelle Obama ist nicht stumm geblieben, gab unter anderem Oprah Winfrey ein Interview.

"Ich kann mich an kein Amtsende erinnern, das so orchestriert gewesen ist wie dieses", sagt David Gergen, der vier Präsidenten beraten hat. Aber Gergen kann sich nach eigenen Worten auch an keinen designierten Präsidenten erinnern, der angekündigt hat, Errungenschaften seines Vorgängers so radikal rückgängig zu machen wie Donald Trump. Daher könne er verstehen, warum sich Obama bemühe, seine Botschaft in den letzten Tagen noch möglichst kraftvoll an den Mann und die Frau zu bringen.

Obama war der zehnte Präsident, der eine offizielle Abschiedsrede gehalten hat, aber seine Ansprache am vergangenen Dienstagabend (Ortszeit) in Chicago war die erste vor einem öffentlichen Publikum, wie Präsidenten-Experte Gleaves Whitney von der Grand Valley State University sagt.

Die moderne Tradition von im Fernsehen übertragenen Abschiedsreden wurde ihm zufolge von Harry Truman eingeführt, danach fanden sie mit Unterbrechungen statt. Historisch gelten die Abschiedsäußerungen von George Washington und Dwight Eisenhower als besonders eindrucksvoll, weil sie - wie bei Obama - Warnungen an das Land enthielten.

Washington sprach in einer 1796 veröffentlichten schriftlichen Botschaft davon, wie politische Parteilichkeit die Einigkeit der Nation bedrohen könnte. Eisenhower, früher Kommandeur im Zweiten Weltkrieg, warnte 1961 davor, dem militärisch-industriellen Komplex zu große Macht zu geben. Obama sprach nun in seiner Rede von Bedrohungen für die Demokratie von innen - seine wohl wichtigste Botschaft unter den vielen, die er in diesen letzten Tagen im Weißen Haus noch zu verbreiten oder zu bekräftigen sucht.

Hohe Sympathiewerte für Obama

"Präsident Obama hat das Thema Vermächtnis auf eine neue Ebene gebracht", sagt Whitney. "Die Wahl von Donald Trump ist die größte Zurechtweisung, die man sich vorstellen kann. Keiner hat das vorausgesehen. Ich glaube, er und viele in seiner Partei waren davon überrascht." Jetzt wolle Obama noch jede Möglichkeit nutzen, um davon zu überzeugen, "dass die vergangenen acht Jahre nicht so schlecht waren".

Obama komme das Nostalgiegefühl entgegen, das beim Abschied von Präsidenten mit zwei Amtsperioden üblich sei, sagt Gergen. Und der Demokrat verlässt das Weiße Haus mit hohen Sympathiewerten. In einer jüngsten Umfrage der Quinnipiac University äußerten sich 55 Prozent positiv über ihn, aber nur 37 Prozent wohlwollend über Donald Trump.

"60 Minutes" wird seine ganze einstündige Sendung dem - aufgezeichneten - Interview mit Obama widmen. Geführt hat es der Journalist Steve Kroft, und damit schließt sich ein Kreis. Obama gab ihm das erste Interview nach seiner Wahl 2008.

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