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Fazit zur Trump-Reise: Der polternde Elefant im Porzellanladen

Der Trump-Besuch - und jetzt?  

Nach der Rüpel-Reise droht ein heißer Empfang

28.05.2017, 09:15 Uhr | Maren Hennemuth, Martin Bialecki, Wal, dpa

Fazit zur Trump-Reise: Der polternde Elefant im Porzellanladen. US-Präsident Donald Trump hat die USA auf seiner Auslandsreise politisch weiter isoliert. (Quelle: AP/dpa/Evan Vucci)

US-Präsident Donald Trump hat die USA auf seiner Auslandsreise politisch weiter isoliert. (Quelle: Evan Vucci/AP/dpa)

Welche Auswirkungen hatte Trumps erste Auslandreise? Im Gedächtnis bleiben die Skandale und die Provokationen. Ob in Yad Vashem, in Brüssel oder beim G7-Gipfel - Donald Trumps Verhalten hatten viele befürchtet. Dass die Bilanz so negativ ausfällt, hat aber niemand erwartet. Jetzt wartet in den USA ein heißer Empfang auf den Präsidenten.

Kann man nach zwei für alle Teilnehmer desaströsen Veranstaltungen überhaupt von Ergebnissen sprechen? Sowohl das Treffen der Nato-Staaten als auch der G7-Gipfel anvancierten zu "Trump gegen alle"-Shows. Zwar kamen die Nato-Staaten bereits im Vorfeld des Treffens den USA mit einer Erhöhung der nationalen Verteidigungsbudgets entgegen. Es hinderte Trump trotzdem nicht, eine markige Kritik in Richtung Bündnispartner zu schicken.

Er bekräftigte seine Forderung, dass alle Mitglieder mindestens zwei Prozent der Wirtschaftsleistung für Rüstung aufwenden müssten. "Die Nato-Mitglieder müssen endlich ihren gerechten Anteil beitragen und ihre finanziellen Verpflichtungen erfüllen", sagte Trump. Er kritisierte zudem erneut, dass Zuwanderer unkontrolliert in Massen kämen. Und er verlangte einen entschlosseneren Kampf gegen den Terrorismus.

Den nachfolgenden G7-Gipfel bezeichnen alle seriösen Betrachter als Debakel. Trump verweigerte das Bekenntnis zum Pariser Klimaschutzabkommen und wehrte sich in Taormina lange gegen freien Handel. Erst nach zähem Ringen stimmte die USA zu, den Kampf gegen den Protektionismus ins Abschlusskommuniqué aufzunehmen.

Nach dem Gipfel wurde von einem Mini-Kompromiss gesprochen. Doch weder beim Thema Flüchtlingskrise noch beim Klimaschutz konnten Ergebnisse erzielt werden. Lediglich Trump kann sich im eigenen Land als Hardliner verkaufen. Das Vor der Abreise in die Vereinigte Staaten sprach Donald Trump von einer "wirklich historischen Woche". Es wurden aus Sicht des US-Präsidenten "große Fortschritte" erzielt. Seinen Wahlspruch "America first" bekamen nun die Europäer unmittelbar zu spüren.

Die größten Aufreger der Reise

Trumps Standpauke an die Nato-Bündnispartner, sein skandalöser Eintrag in das Gästebuch der Gedenkstätte Yad Vashem oder der Rempler gegen den montenegrinischen Ministerpräsidenten - es ist schwer, den größten Faux-Pas des US-Präsidenten auszumachen. Vielmehr zeigt sich, dass Trump mehr durch Rüpeleien und politische Konfrontation, als durch konstruktive Gespräche auffiel.

Auch dass er eine Rede des italienischen Ministerpräsidenten beim G7-Gipfel ignorierte, passt in die Reihe diplomatischer Verfehlungen des US-Präsidenten. Statt sich die für die Übersetzung notwendigen Kopfhörer aufzusetzen, langweilte sich Trump während sein Gastgeber Paolo Gentiloni sprach.

Trump hat in acht Tagen fünf Länder bereist, Russland aber kann er nicht hinter sich lassen. Die Affäre um Kontakte zwischen seinem Wahlkampflager und Moskau schwelt in der Heimat weiter. Und sie rückt immer näher an den 70-Jährigen heran.


Trumps USA-Rückkehr wird unangenehm

Die "Washington Post" berichtete, dass sein Schwiegersohn und Topberater Jared Kushner im Dezember bei einem Treffen mit Moskaus Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, einen geheimen Kommunikationsdraht zum Kreml vorgeschlagen habe. Kushner gehörte damals Trumps Übergangsteam an.

Zudem könnte schon in den nächsten Tagen der von Trump gefeuerte FBI-Direktor James Comey vor einem Senatsausschuss aussagen. Im Mittelpunkt steht die Frage, ob Trump versucht hat, FBI-Untersuchungen zur Russland-Affäre zu untergraben. Außerdem versuchen zwei Kongressausschüsse, Trumps früheren nationalen Sicherheitsberater Michael Flynn zur Herausgabe von Unterlagen zu zwingen. Dabei geht es ebenfalls um Verbindungen zu Russland.

Laut einem Insider soll auf Grund des zunehmenden Drucks in der Russland-Affäre nun ein spezielles Team zur Abwehr von Vorwürfen eingerichtet werden. Damit solle Trump in den USA besser in den Medien repräsentiert werden. Pikant daran ist, dass zu dem Team des sogenannten "War Rooms" unter anderem Jared Kushner sowie Steve Bannon gehören, der im Wahlkampf Trumps populistisches Sprachrohr war. Wenn das mal nicht nach hinten losgeht.

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