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Wahl in Pennsylvania: Donald Trumps Stimmungstest

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Wahl in Pennsylvania  

Trumps großer Stimmungstest

Von Fabian Reinbold, Washington

13.03.2018, 21:15 Uhr
Wahl in Pennsylvania: Donald Trumps Stimmungstest . Donald Trump und Rick Saccone: Der Republikaner hat die Wahlkampfhilfe vom Präsidenten bitter nötig (Quelle: dpa/Keith Srakocic)

Donald Trump und Rick Saccone: Der Republikaner hat die Wahlkampfhilfe vom Präsidenten bitter nötig (Quelle: Keith Srakocic/dpa)

Donald Trump und seinen Republikanern droht bei einer Sonderwahl eine Niederlage mit Signalwirkung – ausgerechnet bei seiner wohl wichtigsten Wählergruppe.

Das Rennen, auf das nun das gesamte politische Amerika schaut, dürfte es eigentlich gar nicht geben. Bei der letzten Wahl vor zwei Jahren trat erst gar kein Demokrat an – weil der republikanische Amtsinhaber einfach zu beliebt war. Auch Donald Trump gewann den Wahlkreis im Jahr 2016 deutlich, mit knapp zwanzig Prozent Vorsprung.

Doch jetzt zittern die Republikaner, dass dieser Wahlkreis verloren gehen könnte. Und mit ihnen bangt der Präsident, der am Samstag extra noch einflog und eine Wahlkampfrede hielt.

Die Nachwahl im 18. Wahlbezirk von Pennsylvania am Dienstag steht im Rampenlicht der US-Politik. Es geht um einen sehr wichtigen Stimmungstest für Trump an der Basis. Und daneben soll die Wahl noch einen Ausblick darauf geben, ob die Demokraten den Republikanern bei den Kongresswahlen im November die Mehrheit entreißen können.

Alle sind für Trumps Strafzölle

Dementsprechend aufgeregt geht es in der amerikanischen Politikberichterstattung zu. Beim Nachrichtensender CNN war gar von einem "Referendum über Trumps Präsidentschaft" die Rede.

Richtig ist zumindest, dass hier die Frage beantwortet wird, ob eine für Trump so wichtige Wählergruppe verlässlich weiter für seine Politik stimmt. Denn den Wahlbezirk, der sich vom Speckgürtel Pittsburghs bis zur Grenze zu West Virginia erstreckt, liegt mitten im "Rust belt". Hier dominieren Kohle, Stahl, Landwirtschaft – und damit auch jene Schicht der Arbeiter und Gewerkschafter, denen Trump den Wahlsieg 2016 zu verdanken hat.

Politik und Handelsfragen werden im Wahlbezirk anders gesehen als in Washington. Für Trumps umstrittene Strafzölle sind sie hier alle, der republikanische Kandidat, aber auch sein demokratischer Herausforderer, der zudem die Unterstützung vieler Gewerkschaften vor Ort erhalten hat. Für viele Beobachter ist es deshalb auch kein Zufall, dass Trump ausgerechnet in der Woche vor der Wahl seine Strafzölle auf Stahl- und Aluminiumimporte beschlossen hat.

Millionen von außen

Die Nachwahl wurde angesetzt, weil der Mandatsinhaber Tim Murphy zurücktreten musste. Der erklärte Abtreibungsgegner stolperte über den Umstand, dass er eine Geliebte per SMS zur Abtreibung drängte. Umfragen lassen einen knappen Wahlausgang erwarten. Wer auch immer gewinnt, zieht nur bis zur regulären Kongresswahl im November ins Repräsentantenhaus in Washington ein. 

Umso auffälliger ist die prominente Wahlkampfhilfe von außerhalb. Konservative Gruppen sollen zehn Millionen Dollar in die Wahl gepumpt haben. Sie unterstützen den 60-jährigen Rick Saccone, der etwa Wahlkampf mit der Aussage macht, er sei bereits "ein Trump gewesen, bevor Trump Trump wurde". Saccone sitzt im Parlament von Pennsylvania. Weil er dort wiederholt gegen Gewerkschaften votierte, haben sich diese allerdings für den Demokraten Conor Lamb ausgesprochen.

Conor Lamb im Wahlkampf: Der 33-jährige Demokrat liegt in den Umfragen knapp vorn (Quelle: AP/dpa/Gene J. Puskar)Conor Lamb im Wahlkampf: Der 33-jährige Demokrat liegt in den Umfragen knapp vorn (Quelle: Gene J. Puskar/AP/dpa)

Auch für Lamb trommelt seine Bundespartei, zuletzt kam Ex-Vizepräsident Joe Biden als Wahlkampfhelfer vorbei. Lamb ist erst 33 Jahre alt und hat als Marineinfanterist gedient sowie als Staatsanwalt gearbeitet. Er schießt im Werbespot mit Halbautomatikgewehr, ein Kandidat wie geschnitzt für die konservative Gegend.

Es gibt also viele lokale Faktoren, die über dieses Rennen entscheiden dürften. Und doch gälte ein Erfolg Lambs wohl auch als Erfolg für die Demokraten insgesamt und würde umgehend als Trend für die Kongresswahlen im November 2018 interpretiert.

Die Demokraten gewannen bereits die vergangene Nachwahl zum US-Kongress. Im Dezember 2017 musste ein Senatssitz im Bundesstaat Alabama neu besetzt werden, eigentlich eine Hochburg der Republikaner. Doch es gewann der Demokrat Doug Jones gegen den Republikaner Roy Moore. Der wurde von Trump energisch unterstützt, obwohl ihm mehrere Frauen vorgeworfen hatten, sie als Teenager missbraucht zu haben.

Donald Trump hasst es, auf der Verliererseite zu stehen. Nach der Alabama-Wahl distanzierte er sich umgehend von Parteifreund Moore. Sollte sein Kandidat Saccone in Pennsylvania verlieren, dürften ähnliche Tweets des Präsidenten nicht lange auf sich warten lassen.

Verwendete Quellen:

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