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Das andere Amerika

Von Fabian Reinbold, Mount Vernon, Virignia

Aktualisiert am 05.07.2018Lesedauer: 4 Min.
US-Neub├╝rger bei einer Zeremonie in New York am 3. Juli: Zum Nationalfeiertag am 4. Juli gab es 14.000 Einb├╝rgerungen.
US-Neub├╝rger bei einer Zeremonie in New York am 3. Juli: Zum Nationalfeiertag am 4. Juli gab es 14.000 Einb├╝rgerungen. (Quelle: Shannon Stapleton/Reuters-bilder)
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Donald Trump wettert gegen Einwanderer, seine Grenzpolitik spaltet das Land. Doch zugleich werden Hunderttausende Migranten eingeb├╝rgert. Eine Zeremonie zum Nationalfeiertag zeigt ein anderes Bild vom Land.

Als er den Treueschwur auf Fahne und Nation sowie einen Einb├╝rgerungseid aufgesagt, die Nationalhymne sowie "God Bless America" gesungen hat, reckt ein kr├Ąftiger Mann namens Jos├ę Collado triumphierend die Faust in den Himmel. "Jetzt bin ich angekommen", ruft er.

US-Neub├╝rger bei einer Zeremonie in New York am 3. Juli: Zum Nationalfeiertag am 4. Juli gab es 14.000 Einb├╝rgerungen.
US-Neub├╝rger bei einer Zeremonie in New York am 3. Juli: Zum Nationalfeiertag am 4. Juli gab es 14.000 Einb├╝rgerungen. (Quelle: Shannon Stapleton/Reuters-bilder)

Collado, geboren und aufgewachsen in der Dominikanischen Republik, ist ab sofort Amerikaner.

"Bislang hatte ich immer Angst, auf einen Polizisten zu treffen, der mit dem falschen Fu├č aufgestanden ist", sagt Collado. Angst also, dass er im aktuellen Klima Probleme bekommen k├Ânnte ÔÇô trotz seiner Aufenthaltspapiere, Angst. dass er von seiner Frau getrennt wird. "Das ist jetzt vorbei."

Collado ist einer von 14.000 Menschen, die die USA rund um den Unabh├Ąngigkeitstag, den 4. Juli, einb├╝rgern. 65 Zeremonien finden daf├╝r quer durchs Land statt. Collado wurde auf den alten Landsitz George Washingtons geladen, dem Gr├╝ndervater und Helden der amerikanischen Unabh├Ąngigkeit. Hier wird der Akt am Mittwoch besonders patriotisch vollzogen, mit Gru├čwort vom George-Washington-Imitator und reichlich Marschmusik.

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700.000 neue Staatsb├╝rger pro Jahr

101 Neub├╝rger aus 50 L├Ąndern werden "naturalisiert", wie es im Amerikanischen hei├čt. Sie erheben sich, wenn ihr Herkunftsland aufgerufen wird, bekommen minutenlang Applaus und Jubel gespendet. Gekommen sind nicht nur Angeh├Ârige und Freunde, sondern viele Normalb├╝rger, an diesem 4. Juli mit Stars and Stripes auf ihren T-Shirts, ihren Hosen, ihren H├╝ten.

Es ist eine Realit├Ąt, die unter den Tiraden Donald Trumps manchmal untergeht: Jahr f├╝r Jahr b├╝rgern die USA rund 700.000 B├╝rger in solchen Zeremonien ein. Die mussten daf├╝r drei bis f├╝nf Jahre legal im Land leben, nachweisen, dass sie gut genug Englisch sprechen, die US-Geschichte und das politische System verstehen.

Jos├ę Collado mit Ehefrau Evelyn: "Ein Mann definiert nicht unser Land", sagt er ├╝ber Trump.
Jos├ę Collado mit Ehefrau Evelyn: "Ein Mann definiert nicht unser Land", sagt er ├╝ber Trump. (Quelle: Fabian Reinbold/T-Online-bilder)

Es ist der Ort f├╝r reichlich Pathos. Ein f├╝r Ausl├Ąnder manchmal kaum zu fassender Stolz auf die eigene Nation, die ├ťberzeugung, einzigartig zu sein, und nat├╝rlich ÔÇô drunter geht es nicht ÔÇô die gro├čartigste Nation auf unserer Erde. Ein Redner erinnert daran, dass "die Aufnahme von B├╝rgern aus entfernten L├Ąndern ein amerikanisches Ideal" sei.

Helles Amerika, dunkles Amerika

In Mount Vernon, nur 30 Autominuten s├╝dlich von Washington, k├Ânnte man glatt vergessen, dass dieses Land von einem Pr├Ąsidenten regiert wird, der f├╝r die meisten der hier gefeierten Ideale nicht viel ├╝brig zu haben scheint.

Es ist die Inszenierung eines leuchtenden Amerikas, inklusive der Ansage, noch bevor die Dokumente ausgeh├Ąndigt werden, bitte die Fotos unter dem richtigen Hashtag im Internet zu posten (Er lautet #newUScitizens, zu Deutsch: neue US-B├╝rger).

Unter Trump dominiert ein dunkleres Amerikabild die Schlagzeilen, und ein paar dieser Ideale wirken eingefroren: etwa der Glaube an Amerika als Nation des Guten oder das selbstverst├Ąndliche Feiern der Diversit├Ąt.

Sie sind einer berechnenden Rhetorik gewichen. Unter Trump geht es mehr um kurzfristige Vorteile auf Kosten anderer. Der Pr├Ąsident befeuert die Spaltung im Land, unter anderem durch seine Einwanderungspolitik. Er stempelte Mexikaner als Vergewaltiger ab, spricht von Tieren, wenn es um Mitglieder einer lateinamerikanischen Gang geht. Muslimen h├Ątte er am liebsten ganz die Einreise verboten.

Bei allen im Hinterkopf: Trump

Neub├╝rger Collado zuckt mit den Schultern. "Ein Mann definiert doch nicht unser Land", sagt er ├╝ber Trump. Ganz so unbek├╝mmert ist er allerdings nicht. Denn jetzt mischt sich Collados Frau Evelyn ein, eine geb├╝rtige Amerikanerin: "Wegen Trump haben wir uns sehr mit der Einb├╝rgerungssache beeilt. Wir wussten nicht, was er noch alles macht."

Es ist eine typische Szene: Trump wird im offiziellen Teil mit keiner Silbe erw├Ąhnt, eine aufgezeichnete Rede zum 4. Juli wird hier nicht ausgestrahlt. Erst wer nach ihm fragt, merkt, dass er bei allen doch im Hinterkopf steckt.

Es f├Ąllt etwa auf, dass viele ├Ąltere Neub├╝rger da sind, wie die 74-j├Ąhrige Victoria aus Peru. Ihr Sohn ist schon l├Ąnger in den USA. Sie wollen zu ihrer Migrationsgeschichte und zu Trump nicht viel sagen. Doch durchblicken lassen sie, dass Trumps monatelanges Wettern gegen den Familiennachzug von Migranten dazu beigetragen hat, sich doch noch um eine Staatsangeh├Ârigkeit zu bem├╝hen.

Unter den Neub├╝rgerinnen ist auch eine Iranerin, deren Eltern nicht zur Feier anreisen konnten: Trumps Einreisestopp hat es verhindert.

Nora Kanu (urspr├╝nglich aus Sierra Leone) sagt: kein Kommentar zu Trump. Sie dr├╝ckt es so aus: "Am meisten freue ich mich darauf, meine Stimme bei Wahlen abzugeben."

Marcela Posa: Trump hat daf├╝r gesorgt, dass sie noch st├Ąrker US-Staatsb├╝rgerin werden wollte.
Marcela Posa: Trump hat daf├╝r gesorgt, dass sie noch st├Ąrker US-Staatsb├╝rgerin werden wollte. (Quelle: Fabian Reinbold/T-Online-bilder)

So sieht es auch Marcela Posa. Ihre drei Kinder sind bereits in den USA geboren, sie zahlt seit 12 Jahren Steuern, arbeitet als Verk├Ąuferin in einer Boutique. "Ich bin eine stolze Chilenin", sagt die 42-J├Ąhrige, "aber jetzt war es an der Zeit."

Das Wichtigste sei, dass nun ihre Stimme geh├Ârt werde. Sie sei besorgt ├╝ber die Politik und die Rhetorik des Pr├Ąsidenten. "Zugleich f├╝hle ich mich befl├╝gelt, gerade weil ich unter dieser Regierung geschafft habe, Staatsb├╝rgerin zu werden."

Marcela Posa fasst es so zusammen: "Trump hat indirekt daf├╝r gesorgt, dass ich noch st├Ąrker US-Amerikanerin werden wollte." Sie will sich einmischen. "Jetzt", sagt sie zum Abschied, "ist es unsere Aufgabe, dieses Land zu ver├Ąndern."

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